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Ostprignitz-Ruppin Wo Vielfalt musiziert wird
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wo Vielfalt musiziert wird
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17:57 02.03.2017
Die Estabien-Teilnehmer und Max Lingk (r.) zeigten dem Publikum im Vereinssaal „Zur Eiche“, was sie musikalisch so drauf hatten. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Zufrieden packt Musiker Max Lingk seine Instrumente zusammen. Es ist spät geworden an diesem Mittwochabend. „Wir haben ja auch stundenlang gefeiert“, sagt er. Nämlich den ersten Geburtstag des von ihm mitorganisierten Musikprojekts „Estabien“. Das ermöglicht es jungen Leuten, kostenlos ihre musikalischen Talente zu entdecken und auszubauen. Mehr als 150 Besucher aus dem Landkreis waren gekommen, um bei diesem musikalischen Höhepunkt in Wittstock dabeizusein. „Es gab auch einige Anmeldungen für das Projekt“, stellt Lingk erfreut fest.

Akrobatik zeigte die Zirkus AG der Waldringgrundschule. Quelle: Christian Bark

Damit ist das erreicht, was die Organisatoren von Estabien, die wie Max Lingk vornehmlich dem diakonischen Verein Estaruppin aus Neuruppin angehören, erreichen wollten: noch bekannter zu werden. Bereits am Mittwochnachmittag war der Vereinsaal „Zur Eiche“, der eine Etage über dem Estabien-Probenraum in der Gröperstraße 33 liegt, gut besucht – besonders von Kindern. Ein Grund dafür dürften die akrobatischen Kunststücke der Zirkus AG an der Waldringgrundschule sein. Die Viert- bis Sechtsklässler zeigten, was sie während ihrer Proben so gelernt haben. „Die Kinder lernen so Estabien kennen und Estabien lernt die Zirkus AG kennen“, sagte AG-Betreuerin und Schulsozialarbeiterin Hille Heinecke. Sie betonte, dass die Zirkus AG, die es kreisweit an sieben Schulen gebe, offen für alle Kinder sei – ähnlich wie Estabien.

Weil Estabien das Ziel hat, verschiedene Kulturen zusammenzuführen, waren auch viele junge Flüchtlinge aus ganz Ostprignitz-Ruppin gekommen. Zum Beispiel der 17-jährige Abel Germidhin und seine Mitbewohner in der Gemeinschaftsunterkunft in Bantikow. „Ich kann selbst etwas Gitarre spielen“, sagte der aus Eritrea stammende Afrikaner. Wittstock kenne er, weil er dort drei Monate in der Clearingstelle gewesen sei. Wenn er regelmäßig nach Wittstock kommen könnte, würde er gern am Projekt teilnehmen, sagte er.

Bei der Geburtstagsfeier gab es viel zu sehen und zu hören. Neben akrobatischen Kunststücken der Zirkus AG von der Waldringgrundschule traten die Musiker des Projekts Estabien auf.

Zu den begeisterten Unterstützern von Estabien gehört die Sängerin Katharina Franck. Sie hatte in den 80er und 90er Jahren große Erfolge mit der Band „Rainbirds“ gefeiert, lebt nun in der Nähe von Neuruppin und kennt aus Musikerkreisen auch Max Lingk. „Ich bin selbst Autodidaktin“, sagte sie im MAZ-Gespräch. Und das selbstständige Erlernen und Üben gewisser Gesangstechniken wolle sie bei Estabien künftig jungen Leuten aus der Region vermitteln. „Singen ist nicht nur Stimme, es ist viel mehr“, erklärte sie. Dabei spielten die Körperhaltung, die Atmung aber auch der Umgang mit dem Mikrofon eine Rolle. Wie das gehen kann, zeigte die Sängerin im Anschluss auf der Bühne im Geburtstagssaal – mal mit leiseren, mal mit lauteren Tönen.

Für junge Leute mit Spaß an der Musik

Im März 2016 wurde das Musikprojekt „Estabien“ ins Leben gerufen. Die offene Musikschule ermöglicht jungen Menschen zwischen 6 und 27 Jahren kostenfrei das Lernen in der Vielfalt und bietet eine Plattform für herkunftsübergreifende Begegnung und aktive Freizeitgestaltung. Der Name ist spanisch und bedeutet „Es ist gut“.

23 Teilnehmer gibt es aktuell aus ganz Ostprignitz-Ruppin. Die Bandbreite reicht von einfachen Gitarren- und Rhythmuskursen bis zur fortgeschrittenen Bandarbeit, Reggae, Hip-Hop und Weltmusik.

Gefördert wird das Projekt vom kirchlichen Verein Estaruppin, der Aktion Mensch, dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und der gegen Fremdenfeindlichkeit agierenden Flick-Stiftung. Seit November 2016 finden die Proben im „Studio W“ in der Gröperstraße 33 statt. Wittstock wurde bewusst als Standort gewählt, um das soziale und kulturelle Engagement des Vereins stärker auf den Norden des Kreises auszuweiten. Geplant ist auch ein Studio in Neuruppin.

Einer im Dezember 2016 erschienen CD sollen weitere folgen. Auch stehen öffentliche Auftritte, zum Beispiel im Rahmen des Evangelischen Kirchentags in Berlin am 24. Mai an. Für den Sommer ist ein Festival geplant. Dieses soll unter dem Namen „Culture Beats!“ in Wittstock und Neuruppin stattfinden.

Wer am Projekt teilnehmen möchte, sollte sich im Vorfeld mit Estabien-Organisator Max Lingk in Verbindung setzen. Email: m.lingk@estaruppin.de.

Und nicht nur sie gestaltete das musikalische Programm am Mittwoch. Die rhythmischen Klänge des Trommelzirkels „One Beat Family“ lockte zahlreiche Besucher auf die Tanzfläche, egal ob er aus Wittstock oder Afghanistan kam. Spaß bei ihrem Auftritten hatten auch die Estabien-Teilnehmer, die Max Lingk seine „Studenten“ nennt. Zum Beispiel die 29-jährige Esther Githanji aus Neuruppin. „Die Leute sind gut drauf“, sagte sie. Und wer noch mehr von Esther, Max und den Estabien-Musikern hören wollte, konnte sich kostenlos die jüngst erschienene CD des Projekts mitnehmen. „Die Leute haben sogar 110 Euro gespendet“, freute sich Max Lingk.

Die Sängerin Katharina Franck trat ebenfalls auf. Sie unterstützt Estabien in einem Workshop. Quelle: Christian Bark

Zum Abend hin wurde es dann besinnlicher. Im Anschluss an die Geburtstagsparty folgte die „Bühne 11“. Die Kreativveranstaltung, bei der jeder, der Lust hat, singen, musizieren oder Gedichte vortragen kann, findet für gewöhnlich am ersten Mittwoch des Monats in der Wittstocker Marktgasse statt. Diesmal hatten die Musiker aber ihre Bühne in den Vereinssaal „Zur Eiche“ verlegt. „Das ist unser Geburtstagsgeschenk an Estabien und Max“, sagte der Mitinitiator der Bühne 11, Karsten Schober. Das sei allein deshalb schon selbstverständlich, weil Max Lingk regelmäßig bei der Bühne 11 auftrete.

Auch Schober zeigte sich begeistert vom Musikprojekt. „Sowas braucht Wittstock, das ist Farbe“, sagte er. Seinen ersten öffentlichen Gesangsauftritt hatte an diesem Abend der Wittstocker Künstler, Klaus Doll. „Nächstes Mal mache ich das mit Gitarrenbegleitung“, kündigte er an.

Von Christian Bark

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