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Wo regionaler Genuss die Runde macht

Suckow Wo regionaler Genuss die Runde macht

Ob Schafsfleisch aus der Prignitz oder Hüttenkäse aus Mecklenburg – Kramer und Kutscher aus Suckow beliefert seine Kunden in Mecklenburg und Brandenburg jede Woche mit Ökoprodukten Produkten aus der Region. Das Besondere an der Genossenschaft ist, dass ihr sowohl Verbraucher als auch Erzeuger angehören. Das bringt beiden Seiten Vorteile.

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Gerhard Richter hilft Grit Marks beim Packen der Kundenkisten.

Quelle: Christian Bark

Suckow. Pünktlich um 13 Uhr fährt der weiße Lieferwagen von Grit Marks auf dem Siebengiebelhof in Drenkow vor. Es ist ihre letzte Station für diesen Tag. Zuvor war sie schon an die 150 Kilometer quer durch die Prignitz und das südliche Mecklenburg getourt, um dort Lebensmittel landwirtschaftlicher Betriebe abzuholen. Im Siebengiebelhof erhält sie von Landwirtin Ve Spindler eine Kiste mit Milchprodukten wie Joghurt, Käse und Quark. „Das bietet sich an, dann müssen die Produkte nicht so lange im Auto mitfahren“, erklärt Marks. Denn die Genossenschaft „Kramer und Kutscher“, für die Marks arbeitet, liegt gleich nebenan im Nachbarort Suckow, kurz hinter der brandenburgischen Grenze zu Mecklenburg.

Sowohl Marks als auch Spindler sind Genossenschaftsmitglieder. Während Grit Marks die Produkte donnerstags zusammensammelt und freitags zu den Kunden liefert, erzeugt Ve Spindler auf ihrem Hof Milch und veredelt diese dort gleich. Die 25-Jährige stammt aus der Nähe von Lübeck, wie sie erzählt. Seit zwei Jahren betreibt sie den Hof in Drenkow mit 23 Milchkühen und seit einem halben Jahr ist sie Mitglied bei Kramer und Kutscher. „Natürlich erhoffe ich mir dadurch auch finanzielle Vorteile“, sagt sie. Wichtig sei ihr aber, dass die ebenfalls in der Genossenschaft organisierten Kunden dadurch ein besseres Verständnis für die Arbeit der Landwirte bekommen. Für das Suckower Unternehmen liefere sie aber nur einen kleinen Teil ihrer Erzeugnisse – das meiste gehe an Bioläden in Berlin, Hamburg oder Dresden. Durch Kramer und Kutscher habe sie aber die Möglichkeit, auch regional bekannter zu werden.

Ve Spindler (l) versorgt die Genossenschaft mit Milchprodukten

Ve Spindler (l.) versorgt die Genossenschaft mit Milchprodukten.

Quelle: Christian Bark

Unterdessen ist Grit Marks im Laden der Genossenschaft, dem alten Dorfpfarrhaus, angekommen. Dort riecht es verführerisch nach frisch gebackenem Kuchen. „Der ist fürs Wochenende“, ruft Sylvia Genschmer. Die 53-Jährige lebt in der Nähe von Putlitz, sie ist Gründungsmitglied von Kramer und Kutsche sowie zweiter Vorstand der Genossenschaft. „Das ist ein redender Name“, erklärt Genschmer. Kramer stehe für den Handel mit den Ökoprodukten und Kutscher für die Belieferung der Kunden direkt nach Hause. Die gebürtige Berlinerin ist schon über zwölf Jahre in der Prignitz beheimatet. Eigentlich ist sie gelernte Bankkauffrau, doch sie hat schon so manch anderen Beruf ausgeübt, wie sie sagt. In Suckow ist sie die „Küchenfee“. Dort kocht, bäckt und weckt sie selbst ein.

Geschmack der Kunden ist bekannt

„Wir haben einige Zeit gebraucht, das alte Pfarrhaus zu sanieren“, erinnert sie sich. Erst im August 2015 hatte die Genossenschaft den Eintrag ins Amtsregister erhalten. „Dadurch war die letzte Saison verschenkt“, moniert Genschmer. Dieses Jahr solle es aber richtig anlaufen.

Kramer und Kutscher in Suckow

Im Februar 2015 wurde die Genossenschaft gegründet. Der Laden wurde im Mai 2016 feierlich eröffnet.

32 Mitglieder zählt die Genossenschaft mittlerweile. Darunter acht Erzeuger. Es werden auch Produkte von Erzeugern verkauft, die nicht Mitglieder sind. Ebenso ist nicht jeder Kunde in der Genossenschaft.

Über 50 Kunden in Mecklenburg und Brandenburg werden von Kramer und Kutscher regelmäßig beliefert. In einem Radius von 50 Kilometern.

Freitags ist das Café in Suckow von 15 bis 19 und am Wochenende von zehn bis 17 Uhr geöffnet.


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Dafür will auch Grit Marks sorgen. Sie packt derweil die Kisten für ihre Kundentour zusammen. Über ein ausgeklügeltes Computerprogramm weiß sie, was jeder Verbraucher bestellt hat, was seine Vorlieben und Abneigungen sind. Dann werden die Produkte abgewogen und eingepackt.

Genossen packen gemeinsam mit an

Diesmal hat sie beim Packen Hilfe von Gerhard Richter aus Goldbeck bei Wittstock bekommen. Richter ist seit neun Wochen Genossenschaftsmitglied und liebt besonders den Salat, den er regelmäßig von Marks geliefert bekommt. „Der ist echt ein Verführungsmittel“, schwärmt er. Richters Salat bezieht Marks von einem Gärtner aus der Nähe von Güstrow, Schafsfleisch zum Beispiel aus der Nähe von Groß Pankow. „Die Fäden laufen bei uns zusammen, so müssen Verbraucher nicht von Biohof zu Biohof gondeln“, erklärt die gelernte Lebensmittelökonomin.

Die „Grüne Kiste“ beinhaltet jede Woche andere Zutaten

Die „Grüne Kiste“ beinhaltet jede Woche andere Zutaten.

Quelle: Christian Bark

Gerhard Richter hilft ihr dabei, die Produkte für die dieswöchige „Grüne Kiste“ zusammenzustellen und zu fotografieren. „Das stellen wir dann ins Internet“, kündigt Marks an. Neben ihren Produkten erhalten Kunden noch zwei Rezepte zum Ausprobieren. Für Gerhard Richter ist es selbstverständlich zu helfen. „Der Genossenschaftsgedanke lebt davon, dass man sich gegenseitig hilft“, sagt er. Zudem lerne er dann mehr über die Arbeit der Genossenschaft und die der Erzeuger.

Die Zügel bei Kramer und Kutscher hat Katinka Hartmann, die ebenfalls in Goldbeck wohnt, in der Hand. Zuvor hatte sie im Laden des Siebengiebelhofs gearbeitet. „Dann bezeugten Kunden Interesse an einer größeren Produktpalette“, blickt sie zurück. So sei die Genossenschaft entstanden. Neben der Gewinnung neuer Kunden und Erzeugern hat Hartmann noch ein weiteres Ziel im Auge. „Wir wollen aus dem Pfarrhaus und in ein anderes Gebäude auf dem Hof ziehen“, kündigt sie an. Dafür sei sie dankbar über die Hilfe eines jeden „Genossen“.

Von Christian Bark

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