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Wohin mit dem Herbstlaub?

Neuruppin/Pritzwalk Wohin mit dem Herbstlaub?

Goldenes Oktoberwetter und die große Frage im Herbst taucht wieder auf: Wohin mit dem Laub? Jede Kommune handhabt das anders. Wir haben in den Ämtern nachgefragt. Damit es künftig keinen Streit mehr gibt, hier ein Überblick von Neuruppin bis Pritzwalk.

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Brigitte Koch vom Bauhof Rheinsberg beseitigt die vielen Blätter auf dem Triangelplatz. Dafür nimmt sie den Laubbläser zur Hand.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Ein Blätterregen in Gold, Gelb, Braun, Orange ergießt sich wieder über Städte und Dörfer. Der Herbst malt die schönsten Farben, birgt aber auch viel Ärger und Konflikte, gerade wenn es um Laub geht. Speziell Laub vor dem Haus. Das muss weg. Denn bleibt es liegen, wird bei Regen nass und jemand rutscht darauf aus, haften im schlimmsten Fall die Grundstückseigentümer. Allerdings sind natürlich auch Passanten angehalten, sich angemessen zu verhalten.

Doch wer ist nun für heruntergefallenes Blätterwerk zuständig und muss es entsorgen? Grundsätzlich gilt: Menschen, die ein Haus besitzen, müssen Gehwege freiräumen beziehungsweise Mieter, die darin wohnen, beauftragen. Dabei müssen Eigentümer tolerieren, wenn Laub vom Nachbarn auf ihr Grundstück weht oder fällt. Wer nur Bäumchen mit wenig Laub vor der Haustür hat, kann die Blätter oftmals auf dem Komposthaufen im Garten verwerten. Wohin aber mit Unmengen an Laub? Die Gemeinden geben Antwort auf die Frage – von Neuruppin bis Pritzwalk. Denn jede Kommune handhabt es anders.

In Neuruppin gibt es Container

„Wie in den Vorjahren werden Anwohner gebeten, die durch den Landkreis bereitgestellten Container zur Laubentsorgung zu nutzen“, erklärt Michaela Ott, Stadtsprecherin in Neuruppin. „Dafür fallen keine zusätzlichen Kosten an.“ Standorte und Abholtage stehen in der Abfallfibel. Wichtig: Das Laub nicht in Tüten oder Behältern wegwerfen, sondern diese entleeren und wieder mitnehmen. Leider reichen die Container für die Massen an Laub nicht aus. Wer sein Blätterwerk nicht darin unterkriegt, kann Laubsäcke erwerben. Die Abfallwirtschaft Ostprignitz-Ruppin (AWU OPR) gibt diese aus und holt die vollen Säcke nach Terminvereinbarung vor der Haustür ab.

Auch die Stadt Rheinsberg hält Laubsäcke bereit, kostenfrei. „Anwohner können sie im Bauamt abholen. Eine Begrenzung gibt es nicht“, sagt Thomas Lilienthal, Kommissarischer Ordnungsamtsleiter. Montags und donnerstags werden die gefüllten Tüten eingesammelt, solange Laub fällt. Ab 7 Uhr müssen sie auf der Straße stehen, erklärt Lilienthal und merkt an: „Allerdings gilt diese Regelung nur in der Kernstadt.“ In den 16 Ortsteilen müssen Grundstückseigentümer alle Blätter selber entsorgen. Für das teils hohe Aufkommen an Laub auf den Straßen werden Bigpacks und Sammelcontainer (Infos dazu in der Abfallfibel ) gestellt. Wegen der unterschiedlichen Regelung in und um Rheinsberg gibt es viel Unmut auf dem Land, gesteht Thomas Lilienthal. Eine einheitliche Lösung wollen die Stadtverantwortlichen finden.

Rheinsberg hat Laubbläser

Auf Plätzen im öffentlichen Raum wiederum rücken vielerorts städtische Trupps an. Im Fall von Rheinsberg sind es Mitarbeiter vom Bauhof, die mit Laubbläsern die Blätterberge wegfegen und sie entsorgen. Die Geräte sollen je nach Untergrund, Laubart und Feuchtigkeit ungefähr so viel wie drei bis zehn Mitarbeiter mit Rechen leisten. Dennoch stehen sie in der Kritik. Weniger wegen ihrer bis zu 112 Dezibel Lautstärke, sondern vielmehr wegen dem, was sie aufwirbeln neben dem Laub: Schimmelpilze, Sporen und pulverisierte Hinterlassenschaften von Hunden. Doch auch für den privaten Gebrauch wurden in den vergangen Jahren allein in Deutschland gut 500 000 Laubbläser und -sauger angeschafft, schätzt der World Wide Fund For Nature.

Nur, ob nun maschinell oder per Hand zusammengefegt, wohin mit dem öffentlichen Laub vor der eigenen Haustür, etwa in Kyritz an der Knatter und seinen Ortsteilen? „Die Anwohner können das Laub wie immer in Tüten einsammeln“, sagt Doreen Wolf von der Stadtverwaltung. „Bis zum 1. Dezember nimmt die Stadt Kyritz es kostenfrei entgegen.“ Die Sammelstelle befindet sich auf dem Grundstück des Prignitzer Landhandels am Leddiner Weg 10 und ist montags bis samstags geöffnet.

In Wittstock (Dosse) ist es Grundstückseigentümern wiederum möglich, ihre zusammengekehrten Laubabfälle kostenpflichtig per grüner 120 Liter-Säcke der AWU OPR entsorgen zu lassen. Wenn sie befüllt sind, werden diese am Straßenrand nach Terminabsprache abgeholt. Mindestanzahl sind drei Säcke! Die Stadt stellt allerdings ähnlich wie in Neuruppin einmal im Herbst auch einen Container im Ortskern und in allen 18 Ortsteilen zur kostenfreien Entsorgung.

Bigpacks in Neustadt

Lediglich bis zum nächsten Bigpack an einem Baum müssen Anwohner in Neustadt (Dosse) ihr Laub bringen. Das Amt hat überall dort, wo viel Blätterwerk anfällt in der Stadt und in den angeschlossenen Gemeinden wie Kampehl, Dreetz oder Sieversdorf-Hohenofen die weißen Riesensäcke an Baumstämmen befestigt. Fast 100 Stück sind es. Der Bauhof entleert diese.

In Pritzwalk behilft man sich ebenfalls mit Bigpacks. „Sie hängen an allen großen Bäumen in der Stadt und in den umliegenden Ortschaften“, versichert Bernd Raschke, und der Bauhofleiter erklärt weiter: „Sind die Säcke voll, werden sie entsorgt. Bürger können bei uns anrufen und das durchgeben. Wir fahren aber auch selber die Straßen ab.“ Die Säcke hängen auch hier so lange, wie es Laub dieses Jahr gibt. Meist bis nach dem ersten starken Frost, der die Blätter bekanntermaßen schneller fallen lässt.

Die Unmengen an gesammeltem Laub werden in Pritzwalk wiederverwertet. „Wir setzen es dreimal im Jahr um, geben etwas Kalk dazu und erhalten so wertvolle neue Erde“, sagt Bernd Raschke. Im eigenen Garten eignet sich Laub übrigens als Winterschutz auf Staudenbeeten – natürlich nur in Maßen.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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