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Wohl kein Windpark wegen der Wiesenweihe

Naturschutzrechtliche Bedenken in Hindenberg Wohl kein Windpark wegen der Wiesenweihe

Es ist weiter fraglich, ob bei Hindenberg (Ostprignitz-Ruppin) ein Windpark entstehen kann. Denn das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hält die 300 Hektar große Fläche, die direkt an den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land grenzt, wegen des Naturschutzes nicht für geeignet - zum Beispiel wegen der stark gefährdeten Wiesenweihe.

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Die Wiesenweihe gehört in Deutschland zu den stark gefährdeten Arten.

Quelle: dpa

Lindow. Es ist weiter fraglich, ob bei Hindenberg ein Windpark entstehen kann, der mit einem Speicher für den gewonnenen Strom ausgestattet wird. Denn das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hält die 300Hektar große Fläche, die direkt an den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land grenzt, nicht als geeignet für das Aufstellen von Windrädern ‒ wegen artenschutzrechtlicher Konflikte.

In dem Areal brütet nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) und der Vogelschutzwarte eine Wiesenweihe. Der habichtartige Greifvogel gilt in Deutschland als stark gefährdet. Das betrifft auch Schreiadler, deren Einzugsgebiet das Areal um Hindenberg umfasst, so die Naturschützer. Dieser Argumentation folgt das Landesamt in einem Schreiben vom 17. April. Gleichwohl hofft die Firma Energiekontor weiter, dass der von ihr geplante Windpark entstehen kann. Denn die von Energiekontor beauftragten Gutachter haben in der gewünschten Fläche bisher keine Wiesenweihe entdecken können. "Wenn die Vögel da sind, dann müssen wir das schlucken und sehen, wie wir damit umgehen", sagte gestern Frederik Pertschy, Projektkoordinator von Energiekontor. Pertschy glaubt, dass sich das Projekt vielleicht auch dann umsetzen lässt, wenn Wiesenweihe und Schreiadler bei Hindenberg erneut nachgewiesen werden. Schließlich sei damit nicht gleich die gesamte Fläche blockiert.

Ansgar Kuschel ist da skeptisch. Der Leiter der Regionalen Planungsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel kennt sowohl die Pläne für den Windpark als auch die naturschutzrechtlichen Bedenken. "Aus unserer derzeitigen Sicht ist die Fläche zu klein, die übrig bleibt, wenn dort gefährdete Vogelarten nachgewiesen werden", sagt Kuschel. Allerdings ist das keine endgültige Bewertung. Schließlich haben die Planer noch keinerlei Stellungnahmen für das Projekt. Ein Grund: Die Fläche ist derzeit gar nicht als Windkrafteignungsgebiet ausgewiesen. Energiekontor setzt aber darauf, nach dem Auslegen des jetzigen Entwurfs für die Windradplanung als Nachrücker aufgenommen zu werden. Das dürfte nur gelingen, wenn die Planer davon überzeugt werden, dass bei Hindenberg keine gefährdeten Arten durch die Windräder bedroht sind. "Es ist eine fachbehördliche Expertise notwendig", sagt Kuschel.

Indes verweist Leif Miller vom Nabu darauf, dass ein Schreiadlerpärchen in der Nähe des geplanten Windparks brütet. Zudem hätten sich sowohl die Stadtverordneten von Rheinsberg als auch die von Lindow gegen den Bau von 18 bis zu 200 Meter hohen Windrädern bei Hindenberg ausgesprochen. Miller ist selbst betroffen: Der Bundesgeschäftsführer des Nabu wohnt im Rheinsberger Ortsteil Heinrichsdorf.

Von Andreas Vogel

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