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Wohnmobile geknackt – Einbrecher verurteilt

Tatort Autohof Herzsprung Wohnmobile geknackt – Einbrecher verurteilt

Ein 31-jähriger Mann wurde am Donnerstag vom Neuruppiner Amtsgericht zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er war im Juni 2013 in ein auf dem Autohof in Herzsprung abgestelltes Wohnmobil eingebrochen. Bei einem erneuten Versuch am selben Ort im Juli wurden er und seine Komplizen gestellt.

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Quelle: Hörmann

Neuruppin. Ein Angeklagter, der sich für seine Strafe bedankt, hat eher Seltenheitswert. Am Donnerstag kam genau das im Amtsgericht Neuruppin vor.

„Danke“, sagte Vucko O., als er das Urteil vernahm. Wegen zweier Einbrüche in Wohnmobile unter anderem auf der Autobahnraststätte in Herzsprung und einem missglückten Versuch erhielt der 31-Jährige eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das bedeutete für den fünffachen Familienvater, das er noch am selben Tag das Gefängnis verlassen konnte.

Mit europäischem Haftbefehl vor ein deutsches Gericht

Nach den letzten Einbruchsversuchen in der Nacht zum 1. Juli 2013  waren er und seine beiden Mittäter von der Polizei geschnappt worden. Dreieinhalb Monate hatte der damals in Berlin lebende Angeklagte in Untersuchungshaft gesessen, war dann gegen Auflagen, wie der sich regelmäßig bei der Polizei zu melden, zunächst auf freien Fuß gesetzt worden. Einen Todesfall in der Familie in Bosnien nutzte er für einen Besuch in der Heimat, von dem er nicht mehr nach Deutschland zurückkehrte.

„Das war die erste Hafterfahrung seines Lebens. Die war so einschneidend, dass mein Mandant die Beerdigung nutzte, um dort zu bleiben, aus Panik, wieder ins ­Gefängnis zu müssen“, sagte Verteidiger Robert Tietze. Davon blieb Vucko O. dennoch nicht verschont. Aufgrund eines europäischen Haftbefehls wurde der Angeklagte am 4. Februar dieses Jahres in Bosnien verhaftet und am 15. März an die deutsche Justiz übergeben. Seitdem saß er in der Justizvollzugsanstalt Wulkow. Da wollte der 31-Jährige nicht bleiben. Deshalb entschloss er sich, reinen Tisch zu machen. Gegen ein umfassendes und glaubhaftes Geständnis sagte ihm das Gericht eine Höchststrafe von zwei Jahren zu, die auf Bewährung ausgesetzt würde.

Vucko O. gab zu, bereits im September 2012 mit einem anderen auf einer Raststätte in der Nähe von Siegburg (Nordrhein-Westfalen) in ein Wohnmobil eingebrochen und daraus eine Geldbörse und ein Smartphone gestohlen zu haben.

Angeklagter machte reinen Tisch

In der Nacht zum 24. Juni 2013 stach der bereits einschlägig vorbestrafte am Autohof Herzsprung das Schloss eines Wohnmobils aus Dresden auf und ließ, während die beiden Insassen seelenruhig schliefen, einen Laptop, eine EC-Karte, eine Armbanduhr und 320 Euro Bargeld mitgehen. Das Geld schickte der Angeklagte umgehend an seine Familie in Bosnien, den Laptop versetzte er in einer Pfandleihe.

Das Opfer hatte einen Antrag auf Schmerzensgeld gestellt. Vucko O. muss an ihn 500 Euro zahlen, womit er sich sofort einverstanden erklärte. Die Summe übergab seine Ehefrau noch im Gericht dem Verteidiger. Bei der letzten Tat in der Nacht zum 1. Juli 2013 war das Einbrechertrio dann vom Pech verfolgt. Bei drei Wohnmobilen versuchte es vergeblich, einzubrechen. Dann wurden die Männer von der Polizei geschnappt.

In den vergangenen drei Jahren ist Vucko O. nicht mehr straffällig geworden – jedenfalls nicht in Deutschland.

„Ich war das erste Mal im Gefängnis und habe fünf Kinder. Ich werde nie mehr Probleme machen“, sagte der Angeklagte. Das Gericht bescheinigte ihm nach derzeitigen Stand eine günstige Sozialprognose. Aber:„Keine Straftaten mehr, sonst müssen Sie doch noch ins Gefängnis“, warnte ihn der Vorsitzende Richter Gerhard Pries.

Von Dagmar Simons

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