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Woidke dankt in Wittstock Ehrenamtlern

Gesprächsrunde beleuchtet Probleme Woidke dankt in Wittstock Ehrenamtlern

„Das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft“, sagt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Um Helfern auf verschiedenen Ebenen aus dem Kreis zu danken, fand am Donnerstag eine Gesprächsrunde in Wittstock statt. Dabei wurden aber auch Probleme besprochen.

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Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) im Gespräch mit Ehrenamtlern.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. „Ehrenamt ist nicht nur ein Hobby, sondern ein eine Lebenseinstellung. Ich könnte ohne die Feuerwehr gar nicht leben“, sagte Jennifer Dürkoop am Donnerstag in Wittstock. Die junge Frau, die die Kinderfeuerwehr „Floriangruppe“ in der Dossestadt leitet und Brandschutzerziehung in Schulen und Kitas übernimmt, sprach damit deutlich aus, was viele Helfer antreibt, wenn sie sich in ihrer Freizeit in verschiedensten Bereichen engagieren. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) lobte diese Einstellung und wünschte sich, dass sie von noch mehr Menschen gelebt würde. Denn ohne Ehrenamt wäre vieles, was die Gesellschaft ausmacht, schlicht unmöglich.

Offenes Ohr für Hinweise und Probleme

Das einmal deutlich auszusprechen und den vielen Aktiven aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin zu danken und gleichzeitig ein offenes Ohr für Hinweise und Probleme zu haben, dafür nahm sich Dietmar Woidke am Donnerstagabend rund zweieinhalb Stunden Zeit. Der Abstecher in Wittstock war Teil seiner „Zukunftstour Jugend“, auf der er den Fokus auf Unternehmen, Schulen und Ehrenamt legte.

Unter den elf Gästen war die Feuerwehr am stärksten vertreten. Kreisjugendfeuerwehrwartin Annette Staacks-Janke berichtete, dass 544 Kinder in der Jugendfeuerwehr organisiert seien. Die Anzahl sei relativ stabil, obwohl die Gesamtzahl von Jugendlichen im Kreis abnehme. Sebastian Giesert, Wehrführer im Amt Temnitz, sagte, man müsse sich von alten Strukturen lösen. „Es ist egal, wer in welcher Wache Dienst tut, es geht darum, Menschen zu helfen.“ Einig war man sich in der Runde, dass sich der Personalmangel in den Wehren noch verschärfen wird. Woidke erklärte, dass gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband über Mittel und Möglichkeiten zu diskutieren sei, um die Situation in den Griff zu bekommen. Die Feuerwehreinheiten in den Dörfern zählte Woidke landesweit zu den wichtigsten Stützen in der dörflichen Struktur.

Aktiv für suchtkranke Menschen

Doch es ging nicht nur um die Feuerwehr. Birgit Kanzler aus Freyenstein erzählte von ihrem Engagement in der 20-köpfigen Gruppe des Blauen Kreuzes, die sich um suchtkranke Menschen kümmert. Sie komme einmal wöchentlich zusammen. „Da braucht man nur wenig Geld, aber viel Zeit für andere Menschen. Man bekommt auf jeden Fall viel zurück.“ Außerdem ist Birgit Kanzler seit 30 Jahren Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. „Ehrenamt ist eine Herzensangelegenheit, entweder, man engagiert sich oder eben nicht.“

Karola Siewert aus Lindow ist in der Flüchtlingshilfe aktiv – und nicht nur sie. „Ohne die vielen Ehrenamtler würde bei uns in Sachen Flüchtlingen gar nichts laufen“, sagte sie. Wenn Flüchtlinge in Lindow oder Klosterheide ankommen und sich am nächsten Tag im Sozialamt in Neuruppin anmelden müssen, sei es für sie schwierig, die Fahrt dorthin zu meistern. „Das ist schon für Einheimische eine Herausforderung, aber wir können wenigstens die Schilder lesen.“

Verteilungsprozedere optimieren

Woidke sagte, dass sich die Situation rund um die Flüchtlingsaufnahme im Vergleich zum zweiten Halbjahr vergangenen Jahren 2015 ein gutes Stück verbessert habe. Demnächst solle die Verteilung auf die Kreise auch erst dann erfolgen, wenn die Aufnahmeverfahren für die Menschen abgeschlossen sind. Damit zum Beispiel Flüchtlingsfamilien, deren Kinder in der örtlichen Kita angemeldet sind, nicht ein Jahr später mitgeteilt bekommen, dass sie gar nicht bleiben dürfen. Um das zu gewährleisten, sollen bis Ende des Jahres in Brandenburg 10 000 Erstaufnahmeplätze geschaffen werden.

Minister auf Zukunftstour

Schulen, Unternehmen und Ehrenamt sind die drei Säulen, auf der die Zukunftstour Jugend basiert, bei der Ministerpräsident Dietmar Woidke die Hinweise, Gedanken oder Probleme junger Leute in den Fokus rückt.

Die Zukunftstour durch den Kreis Ostprignitz-Ruppin führte ihn am Donnerstag zunächst in die Puschkin-Oberschule nach Neuruppin und die Emsland-Stärke-Fabrik nach Kyritz.

Das Gespräch mit den Ehrenamtlern in Wittstock bildete den Abschluss. Mit dabei waren Annette Staacks-Janke (Feuerwehr), Jennifer Dürkoop (Feuerwehr), Birgit Kanzler (Suchthilfe und Kirche), Martin Osinski (Psychiatrie), Karola Siewert (Flüchtlingshilfe), Christian Appel (Feuerwehr), Sabine Ackermann (Feuerwehr), Martin Petras (Feuerwehr), Sebastian Giesert (Feuerwehr), Annalena Duckstein (Feuerwehr) und Lea Wolf (Feuerwehr).

 

Von Björn Wagener

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