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Woidke gratulierte Naturwächtern in Lindow

Lindow Woidke gratulierte Naturwächtern in Lindow

Abzusehen war 1991 keineswegs, dass die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu so einer Erfolgsgeschichte wird, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Freitag in Lindow. Damals starteten 200 Menschen in der ganzen Mark ihre ABM als Ranger: Das war der Anfang der Naturwacht Brandenburg, die jetzt 25 Jahre ihres Bestehens feierte.

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Vera Luthardt von der Hochschule Eberswald nahm die Gäste in Lindow auf eine Zeitreise zu den Anfängen und zur Zukunft der Naturwacht mit.

Quelle: Celina Aniol

Lindow. Den Hut, der ihm als erstem und bisher einzigem Ehren-Ranger der Naturwacht einmal verliehen wurde, hätte er wirklich mitbringen sollen, gab Dietmar Woidke am Freitag kleinlaut zu. „Um ihn vor Ihnen zu ziehen“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident zu den etwa 160 Gästen an der Lindower Landessportschule. „Die Frauen und Männer der Naturwacht schaffen den Spagat: Sie schützen die Natur und bringen sie zugleich – zum Beispiel durch Führungen – vielen Menschen nahe. Das ist Naturschutz mit den Menschen. Sie bewahren das Erbe unseres einzigartigen Systems der Großschutzgebiete.“

Vor genau 25 Jahren begann die Geschichte der Naturwacht in Brandenburg, die bei der Naturwacht-Festveranstaltung als eine einzigartige Erfolgsstory präsentiert wurde. Begonnen hatte sie 1991 zunächst als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im großen Stil für zwei Jahre und 200 Menschen in ganz Brandenburg, skizzierte Vera Luthardt von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde in einem Abriss der Naturwacht-Geschichte. Die meisten der ersten Ranger waren schon vorher als Ehrenamtler in der Natur unterwegs. Es gab aber auch viele Quereinsteiger, die der Arbeitslosigkeit entkommen wollten. Schnell stellte sich heraus, dass diese Menschen, die anfangs vor allem Gebietskontrollen, Besucherlenkung oder kleinen Instandsetzungsarbeiten durchführten, auf Dauer benötigt werden – und, dass sie fortgebildet werden müssen, um ihre wachsenden Aufgaben gut erfüllen zu können. Seit Mitte der 90er Jahre wurden sie zu staatlich anerkannten Natur- und Landschaftspflegern ausgebildet. 1997 schlüpfte die Naturwacht unter das Dach der Landesstiftung Naturschutzfonds Brandenburg.

43 Ranger sind seit der ersten Stunde 1991 dabei

Heute arbeiten 92 Ranger für die Naturwacht in insgesamt 15 Großschutzgebieten des Bundeslandes, zu denen ein Naturpark, drei Biosphärenreservate und elf Naturparks gehören. 43 Mitarbeiter sind seit der ersten Stunde dabei. Das Spektrum ihrer Tätigkeiten sei deutlich gewachsen, so Vera Luthardt. In diesem Jahr wurde der Rahmenvertrag zwischen dem Umweltministerium und der Landesstiftung abgeschlossen, der die Arbeit der Naturwacht bis zum Jahr 2020 absichert. Caroline Schilde, Umweltstaatssekräterin und zugleich Stiftungsratsvorsitzende des Naturschutzfonds, betonte, dass das Land aber auch danach die Ranger brauche, die eine Mittlerfunktion zwischen der Natur und den Menschen einnehmen und Konflikte zum Beispiel zwischen Naturinteressen und wirtschaftlichen Bestrebungen lösen. Damit die Organisation weiterhin gut aufgestellt bleibt, sei aber ein Generationenwechsel notwendig, mahnten Schilde, Luthardt und Woidke an. Um den immer anspruchsvolleren Aufgaben gerecht werden zu können, hat die Hochschule Eberswalde vor Kurzem eine Zusatzausbildung zum Schutzgebietsbetreuer aufgelegt.

Es sei ein schwieriger Prozess in einer schwierigen Zeit gewesen, die Naturwacht Anfang der 90er Jahre in der Mark mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit zu installieren, erinnerte sich Dietmar Woidke. Viele beäugten damals diese Idee äußerst skeptisch. Sie befürchteten, dass durch zu viel Naturschutz die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen gehemmt werden könnte. Am Ende sei es den Rangern aber gelungen, aus den Naturschutzgebieten, die anfangs bloß das Tafelsilber der deutschen Einheit darstellten, Brandenburger Tafelsilber zu machen, sagte der Ministerpräsident. Er hat seinen Ranger-Hut übrigens nicht in eine Asservatenkammer abgeschoben, sondern direkt zu Hause verwahrt.

Von Celina Aniol

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