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Ostprignitz-Ruppin Woidke lobt einen Neuruppiner Macher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Woidke lobt einen Neuruppiner Macher
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00:26 07.10.2015
Martin Opitz erklärte Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde, Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landrat Ralf Reinhardt (v. l.) die neuen Wohnmodule für Flüchtlinge. Quelle: Misch Karth
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Neuruppin

Mit seinem Unmut hält der Unternehmer Martin Opitz nicht hinterm Berg. Er könnte mit seiner Firma in Neuruppin schnell Container aus Holz als Notunterkunft für Flüchtlinge liefern. Doch bis entschieden ist, ob die Firma zum Zuge kommt, vergehen Wochen. Die Bürokratie findet immer neue Vorschriften. Und dann müssen sich Mitarbeiter der Firma in Neuruppin noch auf offener Straße beschimpfen lassen, weil Opitz angeboten hat, etwas für Flüchtlinge zu tun. Martin Opitz ist sauer – und das ließ er am Freitag auch Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) wissen.

Woidke war zum 75-jährigen Firmenjubiläum nach Neuruppin gekommen. Am Nachmittag feierte die Firma Opitz mit geladenen Gästen, am Abend gab es ein Bürgerfest. Von Dietmar Woidke bekam Opitz viel Lob für sein wirtschaftliches und soziales Engagement: „Ohne Menschen wie sie wäre das Land Brandenburg nicht das, was es heute ist: modern, weltoffen, wirtschaftsstark und voller Optimismus.“

Mehrere hundert Gäste kamen zum Firmenjubiläum in die Halle. Quelle: Mischa Karth

In Köln hatte Martin Opitz’ Vater 1940 die Grundlage für die erfolgreiche Firma gelegt. Sie verdiente zunächst mit dem Bau der Reichsautobahn und von Bunkern, später mit dem Bau von Häusern, zunehmend aus Holz.

Anfang der 90er Jahre kam Martin Opitz mit seinem Betrieb nach Neuruppin. Die Firma wuchs rasch. Aus drei Mitarbeitern wurden knapp 70. Immer wieder investierte der Firmenchef. Neben seiner Produktionshalle in Treskow wurde am Freitag der Grundstein für eine weitere Halle für Holzelemente gelegt. Rund vier Millionen will Opitz dort investieren und 20 bis 30 Arbeitsplätze schaffen.

Produktionsstrecke könnte sofort gebaut werden

Sofort würde Martin Opitz auch Flüchtlinge einstellen. Mit ihrer Hilfe könnte er eine Produktionsstrecke seiner neu entwickelten Module für Notquartiere aufbauen. Drei bis vier Menschen könnten in den 18 bis 24 Quadratmetern großen „Flexihomes“ aus Holz leben. Die beheizbaren Container gibt es als Wohnraum mit sechs Quadratmetern pro Bewohner, aber auch als Küche oder Toilette. Sie lassen sich leicht kombinieren. Rund 15 000 Euro würde solch ein Modul kosten, die Mehrwertsteuer mitgerechnet. Etwa zehn solcher „Flexihomes“ könnten pro Tag entstehen, sagt Martin Opitz. Er hat sich auf eine Ausschreibung des Landkreises für Notquartiere beworben, schüttelt über die Vorgabe aber den Kopf: Warum müssen sich die Container an die Energieeinsparverordnung halten, obwohl sie nur kurzzeitig genutzt werden? Gilt wirklich die Campingplatzverordnung, nach der es untersagt wäre, mehrere Module aneinander zu bauen? Und warum dauert es so lange, bis die Kreisverwaltung eine Entscheidung trifft?

Dietmar Woidke stimmte Opitz bei vielem zu. Auch er forderte am Freitag den Abbau von bürokratischen Hürden, um schnell eine Lösung für die Unterbringung der vielen Flüchtlinge zu finden. Für ihn liegt darin eine Chance für ganz Brandenburg. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unser Land verändern müssen, um mit dieser Situation klarzukommen“, sagte der Ministerpräsident: „Nicht, nur um mit der Situation klarzukommen, sondern aus dieser Situation das zu machen, was wir draus machen können. Ich bin fest überzeugt, dass unser Land, wenn wir‘s gut machen, danach stärker sein kann und stärker sein wird.“ Doch dafür müssten sich alle engagieren, so Woidke.

Von Reyk Grunow

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