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Ostprignitz-Ruppin Wolf reißt Schafe in Zempow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wolf reißt Schafe in Zempow
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12:11 29.04.2016
Eines der gerissenen Mutterschafe. Quelle: Privat
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Zempow

Offenbar ein Wolf hat in Zempow mehrere Schafe gerissen. Es geschah in der Nacht zum Dienstag. Da grub sich der Räuber unter einen Koppelzaun hindurch und stürzte sich auf eine kleine Schafherde. Die blutige Bilanz: Zwei von drei Muttertieren mit insgesamt sechs Lämmern starben. Außerdem fanden zwei Lämmer den Tod. Von einem von ihnen blieb lediglich noch ein Hinterlauf auf der Weide zurück. Damit überlebten lediglich vier Lämmer, die zum Teil auch verletzt wurden und erst etwa einen Monat alt sind. Wie sie den Verlust der Mutter verkraften werden, bleibe abzuwarten, sagt Besitzer Ulrich Schnauder. Fraglich sei auch, ob alle vier wieder gesund werden. „Bei zweien sieht es nicht so gut aus“, sagt Schnauder. Eines habe eine Verletzung am Kinn, das andere humpele. Möglicherweise könnten die Auswirkungen gravierender sein als es zunächst den Anschein hat. Aber immerhin bestehe Hoffnung.

Baby-Lämmer sind nun Flaschenkinder

Die kleinen Waisen würden nun mit der Flasche aufgezogen. Eine ungünstige Konstellation ergebe sich jedoch aus der Tatsache, dass die beiden getöteten Lämmer zum überlebenden Mutterschaf gehörten und die überlebenden Lämmer zu den toten Muttertieren.

„Wir sind schon sehr überrascht und auch schockiert. So etwas hat es auf unserer Weide bisher noch nie gegeben“, sagt Ulrich Schnauder. Gerade jetzt im beginnenden Frühjahr habe er nicht mit einer Wolfsattacke gerechnet, weil diese sonst eher im Winter vorkämen. Nun müsse man sich erst einmal neu sortieren. Es habe sich zwar um sogenannte Gebrauchsschafe, also keine seltene Rasse, gehandelt, aber die Vierbeiner machten den Kindern Spaß und hielten das Grün auf der Weide kurz. Sie befindet sich etwa 300 Meter hinter dem Dorf. Inzwischen spannte Ulrich Schnauder bereits eine Stromlitze, aber ob das wirklich mehr Sicherheit bringt, bezweifelt er. Deshalb hat er die verbliebenen Tiere nach dem jüngsten Angriff inzwischen nah ans Haus geholt.

Ein Wolf, vielleicht auch zwei

Laut dem Landesamt für Umwelt (LfU) gebe es auf der südöstlich von Zempow gelegenen Kyritz-Ruppiner Heide seit einigen Jahren Wolfsnachweise. Bislang werde von einem Einzeltier ausgegangen. Jedoch: „Das Vorkommen eines zweiten Wolfs scheint dort mittlerweile möglich. Einen entsprechenden Nachweis gibt es aber noch nicht“, teilte Sprecher Thomas Frey am Donnerstag dazu mit. 2015 und 2016 seien im Umfeld der Kyritz-Ruppiner Heide insgesamt drei Übergriffe auf Schafe „mit wahrscheinlichem Wolfshintergrund“ untersucht worden. Außerdem sei die Anwesenheit des Wolfes in der Region auch durch zwei überfahrene Tiere im Jahr 2015 dokumentiert. In Nord-Brandenburg gebe es einen besonders hohen Präventionsbedarf, so die Einschätzung.

Bessere Informationen gewünscht

Landwirt Wilhelm Schäkel von der Bioranch in Zempow findet den Vorfall „beunruhigend“, weil er sich so nah am Ort abspielte. Seit ein Wolf 2007 erstmals in der Region aufgetaucht sei, habe es bei seinen Schafen bislang einen Riss gegeben. Doch Schäkel vermutet, dass es sich bei dem jüngsten Fall womöglich gar nicht um „unseren“ Wolf handele, sondern um ein Tier aus Mecklenburg-Vorpommern. „Offenbar gibt es eine veränderte Situation. Ich wünschte mir, dass die Landwirte von offizieller Seite besser informiert würden.“

Von Björn Wagener

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