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Ostprignitz-Ruppin Wolfgang Seidel fertigt Lampenschirmgestelle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wolfgang Seidel fertigt Lampenschirmgestelle
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00:17 17.10.2016
Echte Familienarbeit: Das Gerüst für diese Lampe hat Wolfgang Seidel angefertigt, die Bespannung stammt von seiner Schwester. Quelle: Anja Schael
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Gantikow

Lampenschirmgestellmacher. Ein sperriges Wort für das, womit sich Wolfgang Seidel aus Gantikow beschäftigt. Früher in Berlin als Selbstständiger mit zeitweise bis zu zwei Angestellten tätig, geht er dieser Leidenschaft heute noch für drei bis vier Stunden täglich nach. „Für Kunden, die ihre individuellen Lampenschirme so woanders nicht bekommen. Dabei fertige ich nur das Gerüst an. Den Bezug übernehmen die Kunden meistens selbst“, sagt Wolfgang Seidel.

Es sind überwiegend Designer, die die Schirme beziehen und dann exklusiv verkaufen. Aber auch Geschäftsinhaber, die individuelle Lampenschirme suchen, Künstler und Privatpersonen gehören ebenso zu seiner Kundschaft. Wandleuchten, Leuchten für ein Stelzentheater und leuchtende Raumteiler, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Gab es früher viele Geschäfte in Berlin, in denen Kunden Lampenschirme in Auftrag geben konnten, kommen sie heute zu ihm, weil er einer der wenigen Hersteller sei, der noch individuelle Aufträge bearbeitet. Von seinen Kunden bekommt er Skizzen mit den gewünschten Formen und Maßen, die er dann umsetzt.

Wolfgang Seidel bei der Herstellung eines Lampenschirmgestells. Quelle: Anja Schael

Einmal in der Woche fährt der Rentner nach Berlin und liefert seinen Kunden die gewünschte Ware. Seit inzwischen 50 Jahren ist er in diesem Gewerbe tätig und kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen er von seiner Arbeit gut leben konnte. Damals hat er, auch aufgrund der großen Nachfrage, zehn bis zwölf Stunden täglich gearbeitet. „Ich war halt schneller als die anderen und habe auch günstiger hergestellt.“ Große ­Firmen haben regelmäßig bei ihm ­bestellt, Kunden hatte er sogar aus Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Aber auch für Film- und Theaterproduktionen konstruierte er ­viele Lampenschirme: „Früher war das eine gut laufende Branche. Damals war die ganze Beleuchtungstechnik noch eine andere als heute. Heute haben sie ihre Halogenlampen und -scheinwerfer, da brauchen sie ­keine Lampenschirme mehr“, sagt Wolfgang Seidel.

Vor 20 Jahren ist der Berliner mit seiner Familie nach Gantikow ­gezogen und fertigt seitdem von zu Hause aus. Gänzlich zur Ruhe setzen möchte er sich aber nicht.

Nach der Lehre im Bergbau gearbeitet

Sein Beruf macht ihm nach wie vor Spaß, auch wenn viele Arbeiten längst Routine sind. Aber immer wieder mal gibt es auch eine ­Bestellung, die knifflig ist und ihn vor neue Herausforderungen stellt.

Nach der Lehre arbeitete Wolfgang Seidel einige Jahre im Ruhrgebiet im Bergbau und in einem Berliner Kraftwerk, bevor er als Selbstständiger in seinen Lehrberuf zurückkehrte.

Die allseits bekannte Durststrecke, die nahezu jeder Unternehmer zu Beginn erfährt, gab es bei ihm nicht. „Ich hatte ja während meiner Angestelltenzeit nebenbei immer mal wieder Lampenschirme gebaut und so die Leute kennengelernt, die später meine Kunden wurden. Das Schöne an diesem ­Beruf war auch, dass ich für die Selbstständigkeit kein großes Startkapital für Maschinen und Material ­benötigte.“ Eine Maschine zur Arbeitserleichterung hatte er sich 1967 dennoch anfertigen lassen. Mit dieser arbeitet er noch bis heute.

Von Anja Schael

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