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Ostprignitz-Ruppin Den Wölfen ganz nah
Lokales Ostprignitz-Ruppin Den Wölfen ganz nah
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00:32 02.04.2018
Zootierpfleger Falk Knudsen mit den Besuchern am Fischottergehege Quelle: Stephanie Fedders
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Kunsterspring

Mitten im Wald hält Falk Knudsen an. Es ist beinahe dunkel, nur der Mond spendet ein wenig Licht. Dann heißt es „Taschenlampen aus!“ Keiner rührt sich. Die Spannung steigt. Knudsen ahmt den Ruf der Wölfe nach. Nichts passiert. Er wiederholt das Ganze. Jetzt antworten sie. Ein lautes Geheul ertönt. Drei Stimmlagen durcheinander. „Gleich sind sie da.“

Wolfsnacht im Tierpark Kunsterspring. Die erste in diesem Jahr. Mehr als 30 Neugierige haben sich am Donnerstagabend um 20 Uhr eingefunden. Sie wollen einen Besuch der etwas anderen Art erleben. Tiere sehen, die in der Dunkelheit erwachen. Und das sind nicht nur Wölfe.

Hungrige Waschbären Quelle: Stephanie Fedders

Als Falk Knudsen das Tor zum Tierpark öffnet, sind vor allem die jungen Gäste ganz ungeduldig. Familie Prange aus Linum hat die Enkelkinder Malte (8) und Jule (13) mitgebracht. Die beiden wohnen in Berlin und freuen sich auf ein ganz besonderes Ferienerlebnis. Aus Rheinsberg ist Hugo (8) in Begleitung seiner Kumpels Nils und Finn gekommen. Alle haben ihre Mützen tief ins Gesicht gezogen. Die Temperatur sinkt gen null Grad. Bevor es los geht, erklärt Falk Knudsen, was in den nächsten zwei Stunden geplant ist. „Wir werden heimische Tierarten durch Anwesenheit und Geräusche wahrnehmen“, erklärt der Zootierpfleger. Dann dreht er am Lautsprecher. Alle lauschen gespannt. Lauter werdendes Geheul ist zu hören. „Wenn wir Glück haben, wird uns unser Rudel so begrüßen.“

Zunächst geht es zu den Fischottern. Auf dem Weg dorthin nimmt Malte seine große Schwester an die Hand. Noch. „Otti“ und „Tilli“ warten schon. Gierig schnappen sie die Happen, die Knudsen ihnen zuwirft. Zur Fütterung gibt es Wissenswertes über die Tiere zu erfahren. Geduldig beantwortet der Fachmann Fragen. Das gleiche Bild einige Meter weiter bei den Iltisfrettchen. Hugo und seine Freunde stehen in der ersten Reihe am Gehege. Die flinken Tiere, eine „Männer-WG“, schnappen sich die Eintagsküken und machen sich aus dem Staub. „Vorräte anlegen“, erklärt Knudsen.

Der Waschbär frisst gleich aus der Hand. Quelle: Stephanie Fedders

Das könnte den Waschbären nicht passieren. Die Allesfresser, Findelkinder von Hand aufgezogen, machen sich über die Leckereien her, schnappen sich die Fleischhappen aus Knudsens Hand.

Weiter geht es hinein ins Gelände. Vorbei am Eulenwald mit dem imposanten Uhu-Pärchen. Einer zeigt seine Flugkünste, landet nur wenige Meter neben Hugo. „Voll cool“, findet er die Nacht im Tierpark, die langsam auf ihren Höhepunkt zusteuert.

Alle Taschenlampen sind auf den Boden gerichtet

Alle mitgebrachten Taschenlampen sind auf den Boden gerichtet. Wurzeln liegen quer über den Wegen. Es geht steil bergauf. Malte läuft jetzt vorneweg, seine Oma kommt kaum noch hinterher. Die Neugierde ist groß, wann sind wir bei den Wölfen?

Vorab noch ein kurzer Abstecher zu den Marderhunden, aber die haben keine Lust auf Abwechslung. Demonstrativ zeigt sich das Männchen nur von hinten. Dafür stinkt es hier gewaltig.

Zootierpfleger Falk Knudsen bei den Iltisfrettchen. Quelle: Stephanie Fedders

Falk Knudsens Signal an das Wolfsrudel zeigt Wirkung. „Aslan“ und „Juri“, die sich ein Gehege teilen, laufen unruhig am Zaun entlang. Knudsen ist froh, dass sie sich blicken lassen. 13 000 Quadratmeter groß ist das Gehege. Ein umgekippter Baum zeigt, wie der Orkan im Herbst gewütet hat. Er bleibt liegen. Jeder Eingriff ins Territorium sorgt für Unruhe. Als nach dem Sturm 100 Meter Zaun repariert werden mussten, haben die Tiere sofort reagiert und sich weit zurückgezogen.

Jetzt ist alles okay. Knudsen geht ins Gehege und verteilt Kalbfleisch. Er bleibt auf Distanz. Zum Schluss lässt sich auch noch „Solo“ blicken und bekommt seinen Anteil.

Es ist nach 22 Uhr, als alle den Rückweg antreten. Die Spannung fällt ab, für manche Kinder war es ein langer Tag. Wölfe so nah zu kommen, das war schon toll, sagt Hugo zum Schluss. „Aber am besten war doch der Marderhund, der uns sein Hinterteil gezeigt hat.“

Von Stephanie Fedders

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