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Wucher an der Wohnungstür

Neuruppin Wucher an der Wohnungstür

Ein dubioser Schlüsseldienstler soll zwei Wohnungsinhaber mit Mondpreisen abgezockt haben und steht deshalb vor Gericht. Die Fälle, bei denen die Staatsanwaltschaft von Wucher spricht, ereigneten sich in Neuruppin und Bad Belzig.

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Ärger mit dem Schlüsselnotdienst.

Quelle: Allianz

Neuruppin. Am Neuruppiner Amtsgericht beginnt am 21. März ein Prozess gegen einen dubiosen Schlüssel-Notdienstler, dem Wucher vorgeworfen wird. Der 38-Jährige mit Wohnsitz in Köln soll in Neuruppin und in Bad Belzig Wohnungsbesitzer Mondpreise für die Wohnungstüröffnung in Rechnung gestellt haben. Der Angeklagte habe „die individuelle Schwächesituation der beiden Geschädigten ausgenutzt“ sowie seine Opfer genötigt und betrogen. In einem Fall nahm er sich sogar – weil der Wohnungsbesitzer nicht genug Bargeld im Haus hatte – Goldschmuck als „Pfand“ mit.

Den vierfachen Preis verlangt

Der erste Fall ereignete sich im Dezember 2014 in Neuruppin. Der Wohnungsinhaber hatte telefonisch den Schlüsselnotdienst angefordert. Daraufhin erschien der 38-jährige Kölner und gab sich als Mitarbeiter eines örtlichen Schlüsseldienstes aus, was aber gelogen war. Er öffnete, ohne das Schloss auswechseln zu müssen, die Tür und forderte 485 Euro. Laut Staatsanwaltschaft lag der geforderte Betrag bei mehr als dem Vierfachen des üblichen Betrages, der für eine Türöffnung im Schlüsselnotdienst verlangt wird.

Im zweiten Fall war der Mann noch dreister. In der Nacht zum 19. Dezember 2014 rief ein Mann aus Bad Belzig telefonisch den Schlüsselnotdienst und machte so Bekanntschaft mit dem Kölner. In beiden Fällen ist noch unklar, wie der 38-Jährige an die Notrufe kam.

Schmuck als „Pfand“ mitgenommen

Er wechselte das Schloss aus und verlangte 806 Euro. Der Wohnungsinhaber hatte so viel Geld nicht im Hause und bot an, 300 Euro zu zahlen und gut 500 Euro überweisen zu wollen. Davon wollte der dubiose Schlüssel-Notdienstler aber nichts wissen. Er sah sich, ohne um Erlaubnis zu bitten, in der Wohnung des Belzigers um, spazierte auch durch Badezimmer und Schlagzimmer und nahm eine Kette, zwei goldene Ringe und zwei Ohrringe einfach mit – als Pfand, wie er sagte. Auch hier habe der Mann eine „weit über dem Wert seiner Leistung liegende Gegenleistung“ verlangt, heißt es in der Anklage. Für den Prozess, der unter dem Vorsitz des Amtsgerichtspräsidenten Frank Jüttner abgehalten wird, sind sechs Zeugen geladen.

Die öffentliche Verhandlung findet am Dienstag, 21. März, ab 13 Uhr in Saal 111 des Amtsgerichtes Neuruppin statt.

Von Kathrin Gottwald

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