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Ostprignitz-Ruppin Wurzeln schlagen am Tornowsee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wurzeln schlagen am Tornowsee
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00:18 24.02.2017
Abenteuer pur – sich im hohen Gras wie die Indianer anzuschleichen, erfordert schon etwas Übung. Quelle: Privat
Neuruppin

Die Natur umgibt uns, sie ist Teil eines großen Ganzen, zu dem auch die Menschen gehören. Dennoch ist sie vielen von uns fremd geworden und oftmals wird der Wald nur noch genutzt, um dort Müll abzuladen. Für nachfolgende Generationen Ein Verhalten, das wohl recht bedenklich ist, denkt man an nachfolgende Generationen. Um so wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche lernen, auf einen bewussten Umgang mit der Natur zu achten, sie wertzuschätzen und zu bewahren.

Sich mit allen Sinnen der Welt da draußen zu öffnen und die Natur sinnvoll zu erleben, das ist für Wieland Woesler zur Lebensaufgabe geworden. Seit sieben Jahren betreibt er eine Wildnisschule bei Mirow in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich wollte vom schulischen Lernen wegkommen. Sich Wissen anzueignen ist wichtig, aber um eine Beziehung zur Natur herzustellen, muss man sie auch erleben“, sagt der Pädagoge. „Im Alter von sechs bis 12 Jahren sind Schüler noch offen für Vieles und man kann gut spielerisch mit ihnen an die Dinge heran gehen.“

Spiele und Lieder sind Bestandteil der Naturerfahrung

Der Morgen im Wildniscamp beginnt mit einem Begrüßungskreis, Spiele und Lieder sind Bestandteil der Naturerfahrung. Jahreszeiten oder das Erntedankfest werden mit einbezogen, denn schließlich ist Wald mehr als die Summe seiner Bäume. Er bietet viele Gaben der Natur, sorgt für gesunde Luft und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Die kleinen Gäste sollen die Vielfalt des Waldes visuell aber auch geschmacklich kennen lernen. Sie sammeln Kräuter, knabbern Bucheckern und bauen Laubhütten. Das Wetter ist dabei egal. „Kinder sind toll“, sagt Wieland Woesler. „Es stört sie überhaupt nicht, wenn es regnet.“ Starre Programme gibt es in seinem Wildniscamp nicht, die unmittelbare Erfahrung der Natur und der Gemeinschaft stehen im Vordergrund. Die Gruppenleiter verstehen sich eher als Begleiter, denn als Lehrer.

Rehe oder Füchse werden beobachtet

Auch die Fantasie der Kinder ist gefragt. Ein Hang oder eine Wasserpfütze können zum Runterrutschen oder Moddern animieren. „Da muss man dann flexibel reagieren“, sagt der 46-jährige Chef der Wildnisschule. „Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass immer etwas passiert.“ Und so gibt es dann nach einer Schlammschlacht auch wieder die leisen Momente, in denen die Kinder sich vorsichtig anschleichen, um ein Reh oder kleine Füchse an einer Höhle zu beobachten. „Wichtig ist es, den Kindern einen Raum zu geben, in dem sie ihre Erfahrungen machen können, aber auch einen Rahmen“, sagt Wieland Woesler. Das Austesten der eigenen Grenzen schafft Selbstvertrauen, auch Feuer machen und schnitzen ist erlaubt. Ein Jagdgewehr schnitzen und Krieger spielen ist natürlich besonders beliebt, aber auch Kunstwerke aus Naturmaterialien können entstehen. Wer Lust hat, baut eine kleine Stadt für die Kröten.

In den Oster-, Sommer- und Herbstferien bietet die Wildnisschule Seenland Kindern die Möglichkeit, die heimische Natur neu zu entdecken. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin ist das Forsthaus Rottstiel am Tornowsee der Anlaufpunkt für Wildnis-Camper. Eine Woche – von morgens bis abends – begleiten Pädagogen die Teilnehmer und führen sie auf die richtige Fährte. Sie unternehmen Streifzüge durch den Wald lesen Spuren und sammeln Schätze, die dann auf der Wiese am Tornowsee ausgebreitet werden – Knochen, Federn, Pilze, Kräuter oder Gräser. Begleitet werden die Kinder auf ihren Entdeckungstouren von der Wildnispädagogin Kristin Henning aus Rohrlack.

Montessori-Schüler mit Waldcamp-Erfahrung

Zehn Jahre war Wieland Woesl als Erzieher in Hamburg tätig, bevor er sich zum Wildnispädagogen ausbilden ließ und den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Ich habe Natur- und Wildniskurse besucht, mir aber auch vieles selbst angeeignet“, erzählt er. „Oft habe ich mich stundenlang an einen Ort gesetzt und einfach nur beobachtet, was um mich herum geschieht. So wurde meine Neugier geschürt. Wieland Woesler möchte gern vielen Kindern diese Erfahrungen ermöglichen. „Ich könnte mir vorstellen, mit Schulen zu kooperieren. Die Kinder der Neuruppiner Montessori-Schule haben bereits erste Waldcamp-Erfahrungen gesammelt und auch die Zusammenarbeit mit der Oberförsterei Neuruppin klappt hervorragend.

Zum Ende des Camps treffen sich Schüler, Eltern und Betreuer noch einmal beim Abschlusskreis. Am Feuer erzählen die Kinder ihre Erlebnisse. „Der Kontakt zu den Eltern ist uns sehr wichtig“, sagt Wieland Woesler. Schließlich sollen sie auch ein Gefühl dafür bekommen, welche Erfahrungen das Camp ihren Kindern bietet.

Wildnis erleben mit Groß und Klein

In diesem Jahr findet das Camp am Forsthaus Rottstiel in den Osterferien: vom 10. bis 14. April, in den Sommerferien: vom 31. Juli bis 4. August und in den Herbstferien vom 23. bis 27. Oktober statt.

Die Betreuung der Schüler erfolgt täglich von neun bis 17 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 150 Euro pro Woche, für Geschwisterkinder 130 Euro. Verpflegung bringen die Kinder selbst mit.

Die Mindestteilnehmerzahl beträgt bei den Ferienkursen 12 Kinder. Eine Gruppe, die von zwei Erwachsenen betreut wird, besteht maximal aus 20 Kindern.

Die Wildnisschule Seenland bietet auch Klassenreisen, Pilgerwanderungen und Kanutouren.

Die Weiterbildung Wildnispädagogik für Erwachsene erfordert eine Projektarbeit und wird mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Weitere Informationen erteilt die Wildnisschule unter der Nummer 039833 /277366 oder im Internet unter info@wildnisschule-seenland.de.

Von Cornelia Felsch

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