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Wusterhausen bewertet sein Vermögen

Gemeindevertreter beschließen Eröffnungsbilanz Wusterhausen bewertet sein Vermögen

Die Gemeindevertreter von Wusterhausen haben die vom kreislichen Rechnungsprüfungsamt geprüfte Eröffnungsbilanz der Gemeinde als Grundlage für die doppische Haushaltsführung beschlossen. Besonders schwierig war dafür die Bewertung von Kunst.

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Die Bewertung der Flussschiffer bereitete der Verwaltung Kopfzerbrechen.

Quelle: Sandra Bels

Wusterhausen. Die Liquidität der Gemeinde Wusterhausen ist gut. „Die Eröffnungsbilanz bietet eine solide Grundlage für die doppische Haushaltsführung“, sagt Kämmerer Tobias Kaminski. Er vermutet aber, dass es künftig immer schwieriger werden wird, den Haushalt auszugleichen. „Deshalb sollten wir uns für 2016 Gedanken über ein freiwilliges Haushaltssicherungskonzept machen“, so der Kämmerer. Dieses Resümee zog er bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung, als über die vom Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin bestätigte Eröffnungsbilanz der Gemeinde abgestimmt werden sollte. Die Gemeindevertreter nahmen den Beschluss ­darüber bei einer Enthaltung an.

Tobias Kaminski hatte zuvor ein paar Eckdaten der Eröffnungsbilanz genannt und erklärt, warum ihre Erstellung so lange dauerte. So wurde zunächst im Jahr 2007 der Kauf der Finanzsoftware ausgeschrieben. Im Jahr 2008 holte sich die Gemeinde externe Hilfe für die Erstellung. 2009 entstand die Inventur- und Bewertungsrichtlinie zur Erfassung des Vermögens und der Schulden der Gemeinde. Die Richtlinie konkretisiert die Vorgaben des kreislichen Rechnungsprüfungsamtes und des Bewertungsleitfadens vom Land Brandenburg.

Streusalz ist der größte Posten im „Vorratsvermögen“

Zwei Jahre später begann die Gemeinde mit der Bewertung und Bilanzierung des Vermögens. Grundsätzlich wurden die Belege zur Bewertung herangezogen. Waren keine Originalbelege mehr vorhanden, wurde nach einem Ersatzverfahren bewertet. Dabei bereiteten den Mitarbeitern zum Beispiel die „Flussschiffer“ einiges an Kopfzerbrechen. „Wir fragten uns, wie man wohl ein Kunstwerk bewerten soll“, so Kaminski. Nennenswert fand er auch den größten Posten im Vorratsvermögen. „Es ist Streusalz“, sagte der Kämmerer. Allein die Prüfung der Eröffnungsbilanz dauerte mit Unterbrechungen wegen Abstimmungen und Abarbeitungen von Fehlern von März 2014 bis Mai 2015, so der Kämmerer. „Für uns war das absolutes Neuland. Wir sind ja keine Buchhalter“, sagte er. Die Erstellung erfolgte ohne zusätzliches Personal. „Es war ein großes Projekt mit bescheidenen Mitteln“, so Kaminski.

4151 Anlagegüter sind erfasst, bewertet und bilanziert worden. Dazu kommen weitere 1607 Anlagegüter, die zwar erfasst und inventarisiert, aber nicht aktiviert wurden. Der Grund: Ihre Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten liegen zwischen 150 und 2000 Euro.

Ein Anker für die neue Haushaltsführung

René Wettstädt, Leiter des kreislichen Rechnungsprüfungsamtes, empfahl den Gemeindevertretern, den Beschluss zu fassen. Sein Fazit nach der Prüfung: „Vermögen und Schulden der Gemeinde Wusterhausen wurden ordnungsgemäß dargestellt.“ Korrekturen könnten innerhalb von vier Jahren eingearbeitet werden. Das Rechnungsprüfungsamt habe die Eröffnungsbilanz stichprobenartig geprüft, Korrekturvorschläge gemacht und Wünsche mit der Gemeinde besprochen. Das Ziel, die tatsächlichen Vermögens- und Schuldenverhältnisse abzubilden, sei erreicht worden. Wettstädt dankte allen beteiligten Verwaltungsmitarbeitern für die Zusammenarbeit und das Engagement bei der Erstellung der Eröffnungsbilanz. In Sachen Haushaltssicherungskonzept pflichtete er Kaminski bei.

Die Eröffnungsbilanz ist laut Wettstädt der Anker für die doppische Haushaltsführung, in der sich die Gemeinde seit fünf Jahren befindet. Denn das Land hatte gefordert, dass alle Gemeinden bis zum 30. Juni 2011 den Beschluss über die bestätigte Eröffnungsbilanz zu fassen haben. Das sei laut Wettstädt aber nicht realisierbar gewesen. „Ich kenne keine Kommune, die das geschafft hat“, sagte er.

Von Sandra Bels

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