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Wusterhausen steigt aus, Neustadt zögert

Tourismusverein in der Krise Wusterhausen steigt aus, Neustadt zögert

Nachdem die Gemeinde Wusterhausen ihren Zuschuss für den Tourismusverein gestrichen hat, erwägt nun auch das Amt Neustadt auf die Zahlung zu verzichten. Der in Kyritz, Wusterhausen und Neustadt tätige Verein sieht sich damit in ernsten Schwierigkeiten. Für Januar ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung geplant.

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Der Tourismusverein organisierte die beliebten 48-Stunden-Aktionen, mit denen viele Gäste in die Region gelockt wurden.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Die Entscheidung der Gemeinde Wusterhausen vom Dienstag, dem Tourismusverein Kyritz, Wusterhausen, Neustadt (Dosse) ab 2016 keinen Zuschuss mehr zu gewähren, sorgt beim Verein für ernste Mienen. Der Beschluss bedeutet eine Lücke von 18 000 Euro im Jahresetat.

„Die erste Auswirkung ist, dass wir für Januar eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden“, kündigt die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke als Vorsitzende an.

Der Wusterhausener Beschluss bringt den Verein in eine Zwickmühle. Erst 2013 hatten Kyritz, Wusterhausen und das Amt Neustadt entschieden, ihren Zuschuss von bislang 1,50 Euro je Einwohner auf drei Euro aufzustocken. „Es war uns beim Neustart wichtig, dass wir uns fachlich auf eine solide Basis stellen“, erinnert Nora Görke. „Die Arbeit des Vereins lässt sich nicht allein durch MAE-Kräfte erledigen.“ Anfang 2015 steckte das Amt Neustadt allerdings zurück und reduzierte seinen Beitrag wieder.

„Bisher hat es gerade so gereicht“, schätzt Geschäftsführerin Doreen Wolf ein. Das Geld sei vor allem fürs Personal verwendet worden. Zwei Tourismus-Fachleute – Patty Schadwald und Benoit Chiron – werden beschäftigt. „Aber die haben ja auch die Leistungen des Vereins gebracht“, meint Nora Görke und nennt als Beispiele das Urlaubsjournal, Messeauftritte, die 48-Stunden-Aktionen, Radwanderkarten und die Besetzung des Tourismusbüros in Kyritz.

Die Stadt Kyritz hält am Zuschuss fest

Die Wusterhausener Absicht, sich bei der Tourismusförderung ganz auf den Tourismusverband Prignitz, die Arbeitsgemeinschaft „Historische Stadtkerne“ oder das Gestüt zu stützen, sieht Geschäftsführerin Doreen Wolf skeptisch: „Die machen schon eine gute Arbeit. Aber eben auf einer anderen Ebene.“ Ein lokales Tourismusbüro beispielsweise lasse sich so sicherlich nicht betreiben. Die Stadt Kyritz halte an ihrem jährlichen Zuschuss für den Tourismusverein fest, betont Nora Görke. „Ich finde das nach wie vor wichtig, auch wenn es keine klassische Pflichtaufgabe ist. Die 27 000 Euro sind aus meiner Sicht eine gute Wirtschaftsförderung.“ Die Stadt unterstütze dies nicht umsonst auch mit eigenem Personal.

Dass die Arbeit des Verein in den vergangenen drei Jahren wieder deutlich mehr Zuspruch erhält, zeige sich auch an den steigenden Mitgliederzahlen. Allein in diesem Jahr habe man 13 neue Mitglieder aufgenommen. Nun sind es 81. Zu Beginn des neuen Jahres werden zudem zwei MAE-Kräfte („Ein-Euro-Jobber“) ihre Tätigkeit aufnehmen.

Im Neustädter Amtsausschuss war der Wusterhausener Schritt am Mittwoch beim Haushaltsbeschluss Thema. Der Ausschuss versah den Tourismuszuschuss von 1,50 Euro je Einwohner mit einem Sperrvermerk. Die Auszahlung ist damit offen. Man wolle gleich Anfang Januar das Gespräch mit den Vereinsmitgliedern im Amtsbereich suchen, kündigt Amtsdirektor Dieter Fuchs an. „Dann entscheiden wir.“

Von Alexander Beckmann

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