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Wusterhausen Arbeitsagentur wirbt für Behinderte
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01:15 06.12.2018
Hotelier Marcel Hankel ist mit Mitarbeiterin Katja Oesterle zufrieden. Ihr gesundheitliches Handicap ist für ihn nicht ausschlaggebend. Quelle: Alexander Beckmann
Bantikow

In der Küche des „Hotels am Untersee“ in Bantikow fühlt sich Katja Oesterle richtig wohl. „Meine Oma hat gesagt: Man muss auch mal Glück im Leben haben. Diese Arbeitsstelle hier ist wie ein Sechser im Lotto.“

Sechs Monate lang war die 22-jährige auf Stellensuche, bevor sie im Frühsommer in Bantikow fündig wurde. Dabei hatte sie durchaus eine Berufsausbildung – als Beiköchin – und wollte ernsthaft arbeiten. Doch eines erwies sich als Hindernis: Aufgrund einer Erkrankung gilt die junge Frau als schwerbehindert.

Der Chef ist sehr zufrieden

Im Hotel gehört nun das Frühstücksbüffet zu ihren Aufgaben. „Mit liegt das Dekorieren und Garnieren“, sagt Katja Oesterle. Hotelchef Marcel Hankel ist zufrieden: „Wir hatten von Anfang an keine Probleme miteinander. Sie musste in der Hauptsaison ja gleich voll ran. Aber das hat sie gut hinbekommen.“

Für Hankel ist es längst Alltag, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Drei seiner 25 Mitarbeiter leben und arbeiten mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Doch ganz generell ist das längst keine Selbstverständlichkeit. Das betonte Berlind Stümer, die beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Neuruppin unter anderem für Rehabilitationsfragen verantwortlich ist, angesichts der aktuellen „Aktionswoche für Menschen mit Behinderungen“.

Vorbehalte gegenüber Behinderten

„Viele Arbeitgeber sehen ja, wenn sie das Wort ,Behinderter’ hören, einen blinden Rollstuhlfahrer vor sich“, sagt Berlind Stümer. Den allermeisten Betroffenen sei ihr Handicap aber gar nicht auf den ersten Blick anzumerken. Oft gehe es lediglich um im Laufe des Lebens erworbene gesundheitliche Defizite, die die Leistungsfähigkeit in bestimmten Belangen einschränken oder Anpassungen des Arbeitsplatzes erfordern. Die meisten Betroffenen verfügen durchaus über eine gute Ausbildung.

Trotzdem haben Schwerbehinderte es deutlich schwerer als andere, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Deshalb appelliert die Arbeitsagentur aktuell: „Schwerbehinderte können aufgrund ihrer guten Qualifikation und ihres hohen Engagements zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen.“

Arbeitsagentur unterstützt Firmen

Zudem versucht man, es den Arbeitgebern möglichst leicht zu machen. Die Agentur zahlt beispielsweise einen Eingliederungszuschuss, übernimmt also einen Teil des Arbeitslohns. „Es gibt auch die Möglichkeit einer Probebeschäftigung, bei der wir für drei Monate 100 Prozent der Kosten zurückzahlen“, erklärt Berlind Stümer. Ebenso kann die Anschaffung spezieller Arbeitsgeräten gefördert werden. Finanziert wird all dies unter anderem mit der Ausgleichsabgabe, die Unternehmen zahlen, wenn sie nicht die gesetzlich vorgeschriebene Quote erfüllen: Unter je 20 Mitarbeitern soll mindestens einer mit Behinderung sein.

Hotelier Marcel Hankel ist überzeugt, mit seinen behinderten Mitarbeitern einen guten Griff getan zu haben. Er nimmt es pragmatisch: „Prinzipiell stehen unsere Türen für jeden offen, der arbeiten will.“

Von Alexander Beckmann

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