Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Wusterhausen wird Teststrecke
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Wusterhausen wird Teststrecke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 14.07.2018
Voraussichtlich wird ein fahrerloser Kleinbus des französischen Herstellers Navya in Wusterhausen unterwegs sein. Quelle: Michael Gounon
Wusterhausen

Der öffentliche Nahverkehr in Wusterhausen wird voraussichtlich ab Oktober um eine Stadtlinie ergänzt, und zwar um eine ganz besondere: Erstmals im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll dabei ein autonom fahrender Bus zum Einsatz kommen.

Der auf knapp zwei Jahre angesetzte Testbetrieb ist Bestandteil des Modellvorhabens „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ des Bundesverkehrsministeriums. Seit vergangenen November bereitet eine Arbeitsgemeinschaft den Buseinsatz vor. Beteiligt sind unter anderem die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft ORP, die Technischen Universitäten Berlin und Dresden und die Regionalentwicklungsgesellschaft (REG) Nordwestbrandenburg.

Premiere im ländlichen Raum

Fest stand von Anfang an, dass es nicht reichen würde, einen Bus zu kaufen und losfahren zu lassen. Der fahrerlose Personentransport steht noch ganz am Anfang. Bundesweit gibt es bisher nur wenige Tests auf sehr überschaubaren Strecken. Das Ostprignitz-Ruppiner Forschungsvorhaben will klären, ob so etwas auch auf dem Land funktioniert, ob die Fahrgäste es akzeptieren und welche Voraussetzungen es dafür braucht.

„Unsere Forschungspartner haben im ganzen Landkreis 25 Strecken auf ihre Eignung geprüft“, berichtet Nicola Krettek, die das Projekt im Auftrag der Regionalentwicklungsgesellschaft betreut. Eine ganze Reihe von Kriterien seien zu erfüllen. Die Strecke solle nicht länger als etwa vier Kilometer sein. Sie müsse eine Ergänzung des bestehenden Nahverkehrsangebots bilden, ohne in Konkurrenz dazu zu treten. Das Tempo der Robo-Busse ist derzeit noch sehr begrenzt, was ihren Betrieb außerorts deutlich einschränkt. Deswegen sei beispielsweise Lindow vorerst nicht für den Test ausgewählt worden. „Da müssten wir auf die Landesstraße“, erklärt Nicola Krettek. Zudem spielten die Komplexität der Verkehrssituation und die zu erwartende Verkehrsdichte eine wichtige Rolle.

Lösung für ein typisches Problem

Und schließlich sollen bei all dem nützliche Erkenntnisse herauskommen. „Wir sind ja ein Bundesforschungsvorhaben“, betont die Projektbetreuerin. „Es geht immer auch um die Übertragbarkeit.“ Also brauche man als Testfeld ein typisches Problem wie beispielsweise den Supermarkt vor der Stadt, der gerade für ältere Einwohner schlecht zu erreichen ist.

Die Stadt Wusterhausen bietet für all diese Anforderungen offenbar recht gute Voraussetzungen. „Der Plan ist, dass der Bus vom Horstberg über die Seestraße, den Marktplatz und den Bahnhof bis zum Netto-Markt in der Berliner Straße die ganze Stadt erschließt“, berichtet Bürgermeister Roman Blank. Was am Ende wirklich realisierbar sei, bleibe abzuwarten. Aber: „Wir als Gemeinde wollen da gerne kooperieren.“

Im Oktober, so der Plan, soll der knapp zweijährige Testbetrieb aufgenommen werden. Der selbstfahrende Kleinbus des französischen Herstellers Navya für etwa ein Dutzend Fahrgäste ist schon bestellt.

Trotzdem bekennt Nicola Krettek: „Das ist zeitlich durchaus ambitioniert, weil noch verschiedene Genehmigungen eingeholt werden müssen.“

Auch für Behörden Neuland

Überhaupt erweisen sich Fragen der Verkehrssicherheit als echte Hürde. „Für die Genehmigungsbehörden ist das ja auch alles Neuland“, so Krettek. Noch fehle es schlicht an den Kriterien, um so eine Nahverkehrslösung zu bewerten. Das Modellvorhaben im Landkreis soll ja eben erst dazu beitragen, so etwas zu entwickeln.

So bemühen sich unter anderem Tüv und Dekra derzeit darum, die Risiken des autonomen Busses speziell für die Strecke in Wusterhausen zu bewerten. Einen ersten Ortstermin mit grundlegenden Absprachen gab es bereits. „Es muss aber noch konkretisiert werden, wie das alles im Einzelnen geregelt wird.“ Das reiche von der Festlegung der Haltestellen bis hin zu eventuellen Änderungen der bestehenden Verkehrsregelungen auf der Strecke.

Wusterhausener werden befragt

Die wird dazu in den nächsten Wochen noch exakt vermessen. Die Daten dienen dann auch zur Steuerung des Busses. Er fahre wie auf einer „digitalen Schiene“, erklärt Nicola Krettek. Ein Experte werde aber stets mit an Bord sein.

Die Wusterhausener werden noch vor der ersten Fahrt vom Projekt zu hören bekommen: Forscher der TU Dresden wollen eine Befragung zu Akzeptanz des neuen Verkehrsangebotes starten.

Von Alexander Beckmann

Nach der Sanierung wird das Rathaus von Wusterhausen wahrscheinlich eine andere Farbe haben: Statt beige soll es nach historischem Vorbild grau-ocker gestrichen werden.

10.07.2018

Das Parkfest in Nackel am Wochenende war ein kleiner Vorgeschmack auf die 700-Jahr-Feier des Ortes, die im Juli 2019 gefeiert wird. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen.

07.07.2018

Die Fachgruppe im Rathaus Wusterhausen und die Arbeitsgruppe „Bauhof“ können nicht mehr miteinander reden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sagen, dass ihr Fachwissen negiert wird.

07.07.2018