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Wusterhausen Autonomer Bus kommt wohl erst ab Februar
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Autonomer Bus kommt wohl erst ab Februar
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14:06 08.11.2018
Solch ein Modell eines fahrerlosen Kleinbusses soll in Wusterhausen im realen Straßenverkehr getestet werden. Quelle: Rudolf Simon
Wusterhausen

So klein, dass man ihn nicht sieht, ist der autonom fahrende Elektrobus, der etwa ab Oktober durch Wusterhausen fahren sollte, dann doch nicht. Sein Einsatz hat sich schlicht verzögert, wie Nicola Krettek von Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG) jetzt mitteilt.

Vor fast genau einem Jahr war der Startschuss für das Forschungsvorhaben gefallen, an dem neben der REG auch die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft sowie Technischen Universitäten Berlin und Dresden beteiligt sind. Ziel ist es, die Möglichkeiten des fahrerlosen Personentransports im Straßenverkehr praktisch auszuloten. Fast zwei Millionen Euro stellt der Bund dafür bereit.

Etwa 25 Strecken im Landkreis wurden geprüft

In den zurückliegenden Monaten haben sich die Projektteilnehmer vor allem mit der Vorbereitung des Buseinsatzes befasst. Etwa 25 Strecken im Landkreis wurden auf ihre Eignung für die noch sehr junge Technik geprüft. Die Wahl fiel im Sommer schließlich auf Wusterhausen.

Großen Aufwand erforderte die behördliche Abstimmung. Schließlich sind fahrerlose Autobusse – selbst ganz kleine – unter anderem in der Straßenverkehrsordnung bislang schlicht nicht vorgesehen. Rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte waren zu berücksichtigen. Experten des Dekra wurden einbezogen und begleiten das Projekt weiter. Ausnahmegenehmigungen wurden erteilt. Amtlicherseits erwarte man nun keine ganz großen Hürden mehr, sagt Nicola Krettek.

Der Bus soll in den nächsten Wochen eintreffen

Als unerwartet langwierig erwies sich hingegen die Beschaffung eines geeigneten Fahrzeugs. Das Angebot ist äußerst überschaubar. Die Verhandlungen mit einem ersten Anbieter scheiterten. In den nächsten Wochen soll nun ein autonomer Shuttlebus des französischen Herstellers Easymile eintreffen. Die bisher nur in einer Stückzahl von einigen Dutzend produzierten Fahrzeuge sind beispielsweise für die Deutsche Bahn in Birnbach und auf dem Gelände der Berliner Charité im Einsatz – dort allerdings nicht auf ganz normalen Straßen.

Diesen Versuch will man zwei Jahre lang in Wusterhausen unternehmen. „Das Fahrzeug muss erst mal da sein, damit die Strecke einprogrammiert werden kann“, erklärt Nicola Krettek das weitere Vorgehen. „Das soll wahrscheinlich noch in diesem Jahr geschehen.“ Voraussetzung sei, dass der Winter nicht allzu hart zuschlägt. „Dann werden die Stewards geschult“, kündigt Nicola Krettek an. Ganz ohne fachkundige Begleitung werde der Bus nicht fahren – schon aus Gründen der Sicherheit.

Spätestens ab Januar geht es auf die Straße

Voraussichtlich werden die Wusterhausener dem kleinen Fahrzeug also spätestens ab Januar auf der Straße begegnen. Im Februar werde es dann hoffentlich auch für Passagiere verfügbar sein, so Nicola Krettek.

Als Einsatzgebiet habe man derzeit das Stadtzentrum zwischen Marktplatz, Bahnhof und Supermarkt im Blick. Noch vorbereitet werde eine Streckenerweiterung in die Seestraße.

Die Wusterhausener werden demnächst auf jeden Fall Post bekommen. „Die TU Dresden will noch in diesem Jahr ihre erste Befragung in Wusterhausen starten“, erklärt Nicola Krettek. Die Forscher untersuchen bei dem Projekt die Akzeptanz autonomer Fahrzeuge in der Bevölkerung.

Von Alexander Beckmann

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