Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Bürgermeister widerspricht Gemeindevertretern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Bürgermeister widerspricht Gemeindevertretern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 13.07.2018
Die „AG Bauhof“ der Wusterhausener Gemeindevertretung beriet ausführlich über die technische Ausstattung. Am Ende blieb es bei Meinungsverschiedenheiten. Quelle: Matthias Anke
Anzeige
Wusterhausen

Die Diskussion um die technische Ausstattung des kommunalen Bauhofes ist für den Wusterhausener Bürgermeister Roman Blank noch nicht vom Tisch.

Bei ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause hatten die Gemeindevertreter entgegen der Verwaltungsempfehlung entschieden, noch einmal über 15 000 Euro für die Reparatur des 14 Jahre alten Bauhof-Unimogs auszugeben. Wegen eines Getriebeschadens ist die Universalmaschine derzeit nicht einsetzbar.

Reparaturen ohne Ende?

Das Rathaus hatte hingegen für eine Neuanschaffung plädiert. Schließlich seien in den vergangenen Jahren bereits rund 23 000 Euro in Reparaturen des Fahrzeugs gesteckt worden – ein Ende sei nicht abzusehen. Die Verwaltung sieht in einem Traktor für 190 000 Euro die langfristig günstigere Lösung. Ganz anders als die fünfköpfige „Arbeitsgruppe Bauhof“ der Gemeindevertretung.

Das Gremium warf der Verwaltung kürzlich generell vor, seine vernünftigen Vorschläge zur Arbeitsweise des Bauhofes nicht zu berücksichtigen. Peter Weller (Wählergemeinschaft Ländlicher Raum) erklärte: „Wir scheinen mit unterschiedlichen Sprachen zu sprechen. Unser Fachwissen wird negiert.“ Die Verwaltung mache, was sie will.

Verschwendung von Steuergeld

Bürgermeister Roman Blank bleibt jedoch bei seiner Auffassung. Gegenüber der MAZ stellte er klar: „Die Verwaltung hält den Reparatur-Beschluss für kontraproduktiv.“ Das betreffe nicht nur den Unimog des Bauhofes, sondern auch die Absicht, einen 32 Jahre alten Anhänger für voraussichtlich 5000 Euro instand setzen zu lassen, statt einen neuen zu beschaffen.

Es bestehe die Gefahr, dass sich diese Ausgaben für veraltete Technik nicht auszahlt, die Arbeit des Bauhofes leidet und dass Steuergeld verschwendet werde, warnt der Bürgermeister.

Roman Blank widerspricht zugleich Vorwürfen, die Verwaltung lege die Strategie des Bauhofes im Alleingang fest. Gerade auch die Pläne für die technische Ausstattung seien „mit der AG Bauhof bis ins Detail besprochen und von dieser für gut befunden“ worden.

Anforderungen wachsen

Man habe dabei angestrebt, Geräteträger und Anbaugeräte so zu beschaffen, dass die Bauhofmitarbeiter ihre Aufgaben so effizient und flexibel wie möglich erfüllen können – von der Straßenreinigung über die Grünpflege bis zum Winterdienst.

Es gehe darum, die Abstände zwischen den Einsätzen zu verkürzen und vielleicht weitere Aufgaben wie die Gossenreinigung oder die Laubentsorgung zu übernehmen. „Für neue Anforderungen brauchen wir kluge Ideen und vor allem zuverlässige Technik.“

Erfahrung sollte zählen

Roman Blank erinnert daran, dass die „AG Bauhof“ gebildet worden sei, „um komplexe Sachverhalte für die Beschlussfassungen zu erläutern und dann entsprechende Empfehlungen auszusprechen.“ Er hoffe auf Anregungen für mehr Effizienz und bessere Dienstleistungen. „Ich wünsche mir für die Zukunft aber auch, dass die Meinungen und Hinweise der Mitarbeiter des Bauhofs – die teilweise seit über 20 Jahren tagtäglich die Technik einsetzen – von Gemeindevertretern nicht vom Tisch gewischt werden.“

„Die Verwaltung war immer bereit, einen sachlichen Dialog auf Augenhöhe zu führen“, betont der Bürgermeister. Er schlägt vor: „Für die künftige Arbeit wäre ein erster Ansatz, dass die Arbeitsgruppe nicht mehr im stillen Kämmerlein tagt, sondern öffentlich.“

Von Alexander Beckmann

Modellprojekt des Bundesverkehrsministeriums an der Dosse: Der landesweit erste fahrerlose Bus soll ab Oktober das Wusterhausener Stadtgebiet erschließen und wichtige Forschungsergebnisse liefern.

14.07.2018

Nach der Sanierung wird das Rathaus von Wusterhausen wahrscheinlich eine andere Farbe haben: Statt beige soll es nach historischem Vorbild grau-ocker gestrichen werden.

10.07.2018

Das Parkfest in Nackel am Wochenende war ein kleiner Vorgeschmack auf die 700-Jahr-Feier des Ortes, die im Juli 2019 gefeiert wird. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen.

07.07.2018
Anzeige