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Wusterhausen Mehr Ausbildung in kürzerer Zeit
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00:22 25.01.2019
Lukas Schulz (r.) lernt beim Bauunternehmen HTK in Wusterhausen einen Beruf und studiert bald parallel dazu. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Das „duale Studium“ gibt es in der Berufsausbildung schon lange: Unternehmen unterstützen Nachwuchskräfte mit einer Anstellung beim Erwerb des Hochschulabschlusses. Vor allem dem Fachkräftemangel in den technischen Fächern versucht die Wirtschaft damit seit Jahren etwas entgegenzusetzen.

Nun erreicht das Modell auch den kaufmännischen Bereich. Seit dem vergangenen Herbst bietet die Bildungsgesellschaft Prignitz in Kooperation mit regionalen Unternehmen erstmals das duale Studium der Betriebswirtschaft an und kombiniert es zudem mit einer Berufsausbildung.

Ein junger Breddiner probiert es aus

Vier Teilnehmer zählt das Projekt bisher. Einer von ihnen ist Lukas Schulz aus Breddin. Er lernt nach seinem Abitur seit dem vergangenen August beim Wusterhausener Bauunternehmen HTK (Gesellschaft für Hoch-, Tief- und Kulturbau) den Beruf des Industriekaufmanns.

„Ich wollte auf jeden Fall hier in der Region bleiben“, erklärt der 18-Jährige. Die Idee eines Studiums parallel zur Berufsausbildung habe ihn von Anfang an interessiert. „Ich habe mich ein bisschen umgeguckt und bin auf die HTK gestoßen.“

HTK hofft auf bleibenden Erfolg

Als Assistent der HTK-Geschäftsführung ist auch Matthias Golm überzeugt, eine gute Wahl getroffen zu haben. „Wir schicken unseren Nachwuchs schon seit fast 20 Jahren zum Studieren. Das hat sich einfach bewährt.“ Die Kombination von Berufsausbildung und Studium habe den Vorteil, dass die Auszubildenden aus der Region kommen und hoffentlich auch dableiben. „Außerdem wachsen die jungen Leute von Anfang an ins Unternehmen rein.“

Bei der Bildungsgesellschaft Pritzwalk geht man davon aus, mit dem Vorstoß in den kaufmännischen Bereich eine Marktlücke zu füllen. „Die Jugendlichen haben auf Messen immer nach Betriebswirtschaftslehre gefragt. Aber wir hatten da nichts“, berichtet Lothar Nagel von der Bildungsgesellschaft.

Lehre und Studium teilweise parallel

Doch auch in diesem Fach werde mittlerweile der Nachwuchs knapp. „Wir wollen den Betrieben in relativ kurzer Zeit zu Fachkräften verhelfen.“

Das gemeinsam mit der Technischen Universität Wildau entwickelte Ausbildungsmodell bringt vor allem einen Zeitgewinn. Innerhalb von nur zwei Jahren absolvieren die Teilnehmer die klassische Berufsausbildung zum Kaufmann diverser Fachrichtungen inklusive IHK-Abschluss.

Parallel beginnen sie im zweiten Ausbildungsjahr das Bachelor-Studium der Betriebswirtschaft an der Technischen Hochschule Brandenburg, das sie dann als Facharbeiter berufsbegleitend über insgesamt sieben Semester fortsetzen.

„Für die Jugendlichen ist es vorteilhaft“, findet Lothar Nagel. „Sie sind beim Studium wirtschaftlich abgesichert. Und ich denke, in nur viereinhalb Jahren Berufs- und Studienabschluss zu haben, ist auch ein Anreiz.“

Firma investiert in ihre Zukunft

Zudem erklärt HTK-Mitarbeiter Matthias Golm: „Wir bilden ja nur nach unserem Bedarf aus.“ Schließlich trage das Unternehmen einen großen Teil der Ausbildungskosten. „Aber die Chancen auf Übernahme sind gut.“

Die Bildungsgesellschaft will ihr Modell ausbauen und hofft auf mehr Resonanz aus der Wirtschaft. „Ab Anfang August bieten wir das duale Studium auch im Maschinenbau und in der Automatisierungstechnik an. Da suchen wir noch junge Leute, die sich für so etwas interessieren.“

Von Alexander Beckmann

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