Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Duo Ilse und Margarete mischt Alten Laden auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Duo Ilse und Margarete mischt Alten Laden auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 03.04.2019
Die Witwen Margarete und Ilse zeigen in Wusterhausen, was sie drunter tragen. Quelle: Frauke Borchardt
Wusterhausen

 Die Gäste im „Alten Laden“ von Wusterhausen hatten am Samstagabend Damenbesuch. Für knappe zwei Stunden war die Galerie im Herbst’schen Haus ein Mini-Theatersaal mit gut 40 besetzten Stühlen.

Eine richtige Bühne gab es zwar nicht, dafür aber zwei Küchenstühle, mehrfach überlackiert in allerlei Farben, deren Reste an allen Ecken und Kanten ins Scheinwerferlicht drängten. „Der Lack ist eben ab“, hieß es dann auch im Stück „Stunde um Stunde“. Und das war durchaus mehrdeutig gemeint.

Von Epoche zu Epoche, von Diktatur zu Diktatur

Denn Margarete und Ilse, dargestellt von Daniela Dörfel und Chady Seubert vom „Theater Vogelfrei“, traten als gebrechliche Ladys vor ihr Publikum, leise auf Socken und in Filzpantoffeln schlurfend, gebeugt und auch sonst vom Leben schwer gezeichnet. Sie schlürften Überlebenstee und sinnierten über ihr Leben. Margarete, die einstige Kuhflüsterin und Ilse, die mal einen Laden hatte, glitten, laut denkend immer wieder von Epoche zu Epoche, von Diktatur zu Diktatur.

Gesungen wurde auch, Daniela Dörfel (li.) als Margarete und Chady Seubert als Ilse. Quelle: Frauke Borchardt

Das war anrührend und komisch zugleich. Und überraschend – dann zum Beispiel, wenn die beiden Witwen nach dem Schlachtruf „Nieder mit der Schwerkraft, es lebe der Leichtsinn“, die Morgenmäntel fallen ließen und sich in Liebestötern und Stützstrümpfen halbnackig machten.

Mitbewohner der Gattung „Er, Sie oder Es“

Denn es ging auch darum, trotz der zumeist trauten Zweisamkeit, einen Mitbewohner der Gattung „Er, Sie oder Es“ zu gewinnen. Schließlich trugen die Apfelbäume am Haus reiche Früchte, die runter mussten, und auch sonst war allerhand zu tun. Die Zuschauer hatten diesbezüglich von einer Annonce gehört.

Schlussvorhang, der Tag ist vorbei, die Frauen legen sich zur Ruh. Quelle: Frauke Borchardt

Das Spiel ging dann so, dass sich schließlich alle im Raum als potenzielle Bewerber fühlen durften, männlich bevorzugt, bitte nicht zu alt. Denn eines machten die Witwen auch klar: ihre Erinnerung an den geliebten Mann stirbt nimmer. Dass aus dem Duo am Ende doch kein Trio wurde, lag vielleicht am Angebot. Das Publikum nahm es nicht krumm und applaudierte.

Von Wolfgang Hörmann

Eine geführte Exkursion entlang der Dosse von Wusterhausen bis zur Mündung in die Havel zog mehr als 50 Teilnehmer an. Bodendenkmalpfleger Manfred Teske gab einen interessanten Einblick in die Geschichte.

31.03.2019

Ein Spaziergang durch Fontanes Leben: Die Rezitatorin Christel Weimar stellte im Wusterhausener Literatur-Café den rund 60 Besuchern die heitere Seite des Dichters vor.

28.03.2019

In Nackel steht im Juli die 700-Jahr-Feier an und das Dorf putzt sich schon jetzt heraus. Aktuell lässt die Gemeinde für über 230.000 Euro das Gelände rund ums Nackeler Gemeindezentrum herrichten.

30.03.2019