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Wusterhausen Dritte Kandidatenrunde zur Bürgermeisterwahl
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Dritte Kandidatenrunde zur Bürgermeisterwahl
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16:58 13.09.2018
Torsten Stürmer, Roland Schütze, Philipp Schulz und Roman Blank (v.l.n.r.) stellten sich den Fragen des Publikums. Quelle: Matthias Anke
Lögow

Beim dritten Wahlforum der Kandidaten zur Wusterhausener Bürgermeisterwahl am Mittwochabend in Lögow glichen die Themen weitgehend den bisher erfolgten Runden in Barsikow und Schönberg. Vor allem die personelle Situation und technische Ausstattung des Bauhofes prägten erneut weite Teile der Diskussion unter den Einwohnern und dem von der SPD nominierten Amtsinhaber Roman Blank sowie den Einzelkandidaten Roland Schütze, Philipp Schulz und Torsten Stürmer.

Unweigerlich kam wieder die Sprache auf Roland Schütze als früheren Bauhofleiter, der doch vieles schon längst hätte besser machen können. „Ich bin ausgebremst worden, bekam weder die Technik noch das Personal, das dafür notwendig ist", sagte er. Nachfragen, was es mit seinem ruhenden Arbeitsverhältnis auf sich hat, blockte er erneut ab: „Ich durfte nicht mehr.“ Warum, blieb unerklärt. „Es würde mir rechtlich auf die Füße fallen.“ Bürgermeister Roman Blank, zwei Stühle neben ihm, runzelte die Stirn.

Mehr als 50 Gäste lockte das dritte Forum zur Wusterhausener Bürgermeisterwahl in das Gemeindehaus nach Lögow. Quelle: Matthias Anke

Die Situation wurde auch auf mehrfache Nachfrage von Albrecht Gottschalk als früheren Ortsvorsteher von Nackel nicht besser. Er wollte wissen, was Schütze „denn die vergangenen zehn Jahre gemacht“ hat. „Na, ich war dann im Bereich Straßenunterhaltung.“ Mehr nicht. Zuvor hatte er auch bei dieser dritten Runde zur Vorstellung seiner Person in diesem voll besetzten Lögower Gemeindehaus durchweg vom Blatt abgelesen.

Weitaus lockerer ging dagegen Torsten Stürmer die Runde an. Er kam wieder frei redend ohne Vorlage aus. Von seinem AfD-Hintergrund fiel an dem Abend kein Wort. „Ich möchte neue Akzente in der Gemeinde setzen“, sagte Stürmer. Und er betonte erneut seine Absicht, die Verwaltungsarbeit grundlegend zu verändern.

Die Vision von einer weiterführenden Schule für Wusterhauen

Gefragt, wer denn welche Ideen für die Alte Schule in Wusterhausen hat, die derzeit als Ausweichquartier für das zu sanierende Rathaus fungiert, überraschte Stürmer mit einer „Vision“, wie er sagte: Wusterhausen könnte eines Tages wieder eine gemeinschaftliche Schule bis zur zehnten Klasse haben. Gleichwohl war allen klar, dass solche Entscheidung auch in naher Zukunft nicht in der Hand der Gemeinde liegt.

Zudem konnte Bürgermeister Roman Blank einmal mehr aufklären: „Das Gebäude wird nicht wieder leer stehen“, sagte er mit Blick auf ein längst vorhandenes Nachnutzungskonzept. Demnach ist etwa das Museumsdepot darin vorgesehen. Und überhaupt sei so vieles längst in Arbeit. Doch obwohl Blank mehrfach auf das alles hinwies, was gemacht wird, er etwa das Gemeindeentwicklungskonzept anführte, oder obwohl er für jede Kritik an seiner Verwaltung eine Erklärung parat hatte, wurden ihm seine Ausführungen als „schlichter Rechenschaftsbericht“ angekreidet.

Kandidat Schulz kann derzeit auf jede Menge Unterstützung setzen

Wie viel Unmut dem Amtsinhaber offensichtlich entgegenschlägt, verdeutlicht kaum ein anderer Kandidat wie Philipp Schulz. Der seit Mittwoch nun 32 Jahre alte Beschäftigte der Landkreisverwaltung ist parteilos, wohnt statt in Wusterhausen in Neustadt und darf seit dieser Woche trotzdem auf die Hilfe von der Wählergemeinschaft Ländlicher Raum, Linken und CDU zählen.

Schon die meisten Unterstützerunterschriften zur Kandidatur in der kürzesten Zeit von allen erhalten zu haben, machte ihn nach eigener Aussage „baff“. Dieses „starke Zeichen“ habe ihn weiter ermutigt, Bürgermeister in dem Ort werden zu wollen, in dem er 25 Jahre lang lebte – und er sich am Ende aber vergeblich um ein Grundstück bemühte. In der Debatte um mangelndes Bauland brachte Schulz nun ein „Heimkehrer-Konzept“ ins Gespräch. Bestimmter Flächen müsse sich die Verwaltung bewusst annehmen.

Bei seiner Vorstellung sprach er frei und konzentriert. Auf Bedenken, politische Unterstützer von heute könnten ihm dafür später viel abverlangen, reagierte er professionell. Man solle nicht zuerst das Schlechte unterstellen. „Das sind alles gewählte Vertreter. Sie wollen die Gemeinde voranbringen“. Und: „Um etwas zu bewegen, braucht man Mehrheiten.“

Mehr Rückkopplung von der Verwaltung zum Bürger gefordert

In der Verwaltung ließe sich einiges optimieren. „Es würde schon helfen, wenn der Eingang von Post bestätigt wird. Man hat man sonst immer das Gefühl, die Dinge werden nur ausgesessen“, empfahl Karin Gülde aus Nackel. Ein anderer sagte: „Die Verwaltung ist wie ein schwarzes Loch.“ Und egal, wer die Wahl gewinnt: „Sie werden sich an genau dieser Arbeit messen lassen müssen.“

Zuletzt wünschte jemand dem Wahlsieger einfach nur „ein glückliches Händchen“ beim Verteilen der Mittel aus dem Gemeindehaushalt. Denn am Ende sei stets klar: Es gibt nur ein bestimmtes Budget, mit dem gearbeitet werden kann. Entscheidend sei „das Wie“.

Die vierte und letzte Runde beginnt nächsten Mittwoch, 19. September, um 19 Uhr in der Dosse-Halle in Wusterhausen.

Von Matthias Anke

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