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Wusterhausen Kino in der ehemaligen Dorfschule
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00:22 25.01.2019
Filmfan Andreas Hahm-Gerling hat in der alten Lögower Schule einen eigenen kleinen Kinosaal eingerichtet. Quelle: Alexander Beckmann
Lögow

Wenn Liebe zum Film auf Technikbegeisterung trifft, dann muss wohl so etwas herauskommen wie das Dorfkino, das Andreas Hahm-Gerling jetzt in Lögow eingerichtet hat. Dem „Filmpalast“ im Miniaturformat fehlt jedenfalls kaum ein Attribut seiner großen Vorbilder. Es ist alles da: schummriges Licht, die wandfüllende Leinwand samt Vorhang, bequeme Sitzreihen – hinten höher als vorn, Projektor, Kinoton, Popcorn-Maschine und Kaffeeausschank.

Eine enge Beziehung zum Film pflegt der 55-Jährige schon sehr lange. Schließlich hat er sogar mal Fotografie und Film studiert. Lange Zeit lief das aber mehr unter persönlicher Leidenschaft. Sein Geld verdiente Hahm-Gerling mit Journalismus und inzwischen mehr und mehr mit Webdesign.

Andreas Hahm-Gerling vor der alten Lögower Schule. Quelle: Alexander Beckmann

2007 kauften er und seine Partnerin, die in Neuruppin arbeitet, das alte Schulhaus an der Lögower Kirche von der Gemeinde. Über Jahre vermieteten sie den Fachwerkbau aus dem späten 17. Jahrhundert, in dem die Lögower Kinder noch bis Anfang der 1990er Jahre Werkunterricht erhielten. 2018 zog das Paar schließlich selbst dort ein.

Andreas Hahm-Gerling investierte einiges an Arbeit in den alten Bau. Vor allem ging und geht es ihm darum, dessen Geschichte zu erhalten. Die Türen sind nach wie vor ein buntes Sammelsurium aus verschiedenen Epochen und noch immer steht der Kachelofen aus Schulzeiten mitten im Haus und wird geheizt.

Das Kino Adlershof verkaufte seine Lautsprecher

„Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Dazu ist es zu schlicht“, berichtet Hahm-Gerling. „Aber wenn hier mal neue Fenster rein müssen, dann genau solche wie bisher.“

Im ehemaligen großen Klassenzimmmer frönt der Lögower nun in vollen Zügen seiner Leidenschaft. „Der Impuls kam, als ich ein Inserat gelesen habe, dass das Kino Adlershof seinen Lautsprecherbestand verkauft“, erzählt er und bekennt: „Filmton ist toll.“

Beim Ausbau des ehemaligen Klassenzimmers war vor allem jede Menge Technik unterzubringen. Quelle: Andreas Hahm-Gerling

All die Boxen so in dem vielleicht gut 30 Quadratmeter großen Raum unterzubringen, dass sie wirklich gut und filmgerecht klingen, erwies sich als gar nicht so einfach. „Spanplatten, Rigips und alles mehrfach verschraubt“, sagt Hahm-Gerling mit Stolz. Ergänzt wird die 13-kanalige Beschallungsanlage durch einen modernen Projektor, der Filme in Ultra High Definition auf die 3,20 Meter breite Leinwand strahlt. Technisch ist das Kino damit ganz auf dem Stand der Zeit.

Vor der Leinwand fühlt man sich ein wenig in die 60er oder 70er Jahre zurückversetzt. Jahrzehntealte Polstermöbel laden zum Lümmeln ein. Tischchen stehen für die Getränke bereit.

Inzwischen verströmt der Raum mit seinen Sitzreihen und der großen Leinwand eindeutig Kino-Atmosphäre. Quelle: Andreas Hahm-Gerling

Wenn allerdings mehr als acht Besucher kommen, müssen Stühle die Reihen ergänzen. Mehr als 16 Zuschauer lassen sich beim besten Willen nicht unterbringen. Das Ganze bewegt sich eben irgendwo zwischen Wohnzimmer und Mini-Filmtheater.

Andreas Harm-Gerling wünscht sich durchaus viele Besucher. Ab Februar will er sein „Dorfkino“ regelmäßig einmal pro Woche für jedermann öffnen.

Immer donnerstags ist Kinotag

Los geht es am Sonnabend, dem 16. Februar um 20 Uhr mit der Dokumentation „draußen“ über Obdachlose. Immer donnerstags folgen dann verschiedenste Genres vom Reisebericht „Egal was kommt“ bis hin zur Freddie-Mercury-Biografie „Bohemian Rhapsody“. Bis Ostern steht das Programm schon fest.

„Ich will nicht nur Filmkunst zeigen. Das soll auch Unterhaltung sein“, sagt Kinobetreiber Andreas Hahm-Gerling. Die Filme in Kino-Qualität gibt es dank einer Kooperation mit dem Filmverein Güstrow. Ganz ohne Eintrittsgeld wird das nicht funktionieren. Doch mit 6 Euro fällt es moderat aus.

Fotos aus der alten Dorfschule sollen ausgestellt werden

Der Lögower will mehr erreichen. Er plant, im Kino Fotos aus der alten Dorfschule auszustellen und stellt sich als das als „lockeren Dorftreff“ vor. „Hier wird man im Sommer auch mal sein Bier im Garten trinken können.“

Und wer das Kino mal für private Vorführungen, Spieleabende oder Feste mieten will, sei ebenso willkommen, versichert der Betreiber.

Andreas Hahm-Gerling sieht im Lögower Dorfkino durchaus Potenzial – auch was die weitere Ausgestaltung angeht. „So eine richtige alte Kinobestuhlung wäre noch toll.“ Es sieht ganz danach aus, als würde er da dran bleiben.

Das Lögower Dorfkino informiert im Internet unter www.dorfkinoloegow.de über sein Programm und weitere Details.

Von Alexander Beckmann

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