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Wusterhausen Gemeinde kauft das leerstehende Bahnhofsgebäude in Wusterhausen
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00:21 20.04.2019
Wusterhausens Bürgermeister Philipp Schulz (links) hat die Schlüssel von Michael Rieder übergeben bekommen. Quelle: Verwaltung
Wusterhausen

Es war fast so wie bei einem Wohnungswechsel: Nachdem geklärt ist, wo Frischwasser ankommt, die Leitungen für das Abwasser liegen und der Sicherungskasten für den Strom steht, wechseln Schlüssel die Besitzer. Allerdings hatte das Ganze eine andere Dimension, als Wusterhausens Bürgermeister Philipp Schulz (parteilos) am Dienstag von Michael Rieder das wichtige Utensil entgegen nahm, das zur Bahnhofstür und dem Gelände drum herum gehört.

Bustaschen neben der Bundesstraße geplant

Auf dem Bahnhofsumfeld sollen künftig Buskunden gefahrlos ein- und aussteigen können. Quelle: Wolfgang Hörmann

Den Weg dafür frei gemacht hatten die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am 26. Februar, als sie der wichtigen Investition zustimmten. Der Erwerb des Bahnhofsgeländes einschließlich Gebäude machte es erst möglich, einen Verknüpfungspunkt für den öffentlichen Personennahverkehr zu bauen. Er kann drei Bushaltestellen aufnehmen, die gegenwärtig unmittelbar oder nahe der viel befahrenen B 5 liegen.

Außerdem sollen Parkplätze für Pendler entstehen. Dem Bürgermeister war im Februar der Auftrag erteilt worden „alle in diesem Zusammenhang notwendigen Arbeiten vorzubereiten und umzusetzen“. Das ist nun geschehen.

Gut besuchte Kleinkunstbühne

Michael Rieder kann mit seinem Bahnhof abschließen. Er hatte große Pläne, kaufte 2002 das Areal und präsentierte ab 2003 nicht nur Biergarten-Gemütlichkeit, sondern in einem Zelt gut besuchte Kleinkunst. Die „Pufferzone“ machte sich einen Namen. Sie sollte perspektivisch feste Wände um sich haben. Daraus ist nichts geworden.

Das Bahnhofsgebäude. Quelle: Wolfgang Hörmann

Nach mehreren Jahren Bauzeit kam es zum Eklat zwischen der Unteren Baubehörde des Landkreises und ihm. Rückblickend sprach Michael Rieder schon mal von einer „Verhinderungsbehörde“. Und auch die Kommune sei nicht unschuldig am Zustand des Unfertigen, der jetzt anzutreffen ist.

„Drei Bürgermeister haben es nicht geschafft, den Bahnhof planungstechnisch dem historisch Stadtzentrum anzugliedern“, kritisierte der Unternehmer, der seit mehr als 25 Jahren eine Beraterfirma für Landwirte betreibt, aktuell im Auftrag einer Service-Gesellschaft im Elb-Havel-Winkel.

Stillschweigen über den Kaufpreis

Über den Kaufpreis, den die Gemeinde an den Verkäufer zahlt (und der noch nicht geflossen ist), wird offiziell Stillschweigen bewahrt. Allerdings sind im Haushaltsplan der Gemeinde für 2019, der erst im März beschlossen wurde, 150.000 Euro für den Bahnhof eingestellt worden. Davon zu bestreiten seien aber neben dem Preis auch die Aufwendung für den Notarvertrag, die Grunderwerbssteuer, Versicherungsleistungen, Sicherungsaufgaben des Grundstücks und weitere Nebenkosten, so Kämmerer Tobias Kaminski gegenüber MAZ.

Bei den weiteren Planungen sind das Landesamt für Bauen und Verkehr sowie die Kompetenzstelle Bahnhof im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg einbezogen. Kontaktaufnahmen zur Gemeindeverwaltung hat es bereits gegeben.

Trotz mehrjährigen Stillstandes auf der Baustelle Bahnhof gab es im vergangenen Jahr einen erneuten Anlauf, das Areal sinnvoll zu nutzen, nun mit dem Ziel, nach Fertigstellung über ein Café und Wohnraum zur verfügen. Auch dieser Versuch, in dessen Vorfeld Michael Rieder nach eigenen Angaben 46 000 Euro investierte, ist gescheitert.

Letzte Konsequenz war nun die Schlüsselübergabe am Dienstag.

Von Wolfgang Hörmann

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