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Wusterhausen Der Roboter-Bus ist da
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Der Roboter-Bus ist da
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00:23 19.04.2019
ORP-Chef Ulrich Steffen (r.) nahm den fahrerlosen Bus in Wusterhausen in Empfang. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Beim Anfahren lässt das Gerät immer ein kleines „Pling“ ertönen. Wie eine Straßenbahn. Es sieht auch ein bisschen so aus, wenn man nur von vorne draufguckt. Unter dem schlichten weißen Blech stecken sechs Sitz- und einige Stehplätze sowie so ziemlich das neueste, was die Fahrzeugtechnik zu bieten hat.

Voraussichtlich im Frühsommer soll der autonom fahrende Kleinbus den Testbetrieb in Wusterhausen aufnehmen. Seit anderthalb Jahren wird der Einsatz vorbereitet. Am Montag traf das Fahrzeug des französischen Hersteller Easy Mile endlich in der Stadt ein.

Erste Fahrt erst in einigen Wochen

Der Chef der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft ORP Ulrich Steffen zeigte sich verhalten optimistisch: „Jetzt können wir zumindest sagen: Er ist da.“ Dass der Bus schon in den nächsten Tagen auf der Straße zu erleben sein könnte, schloss Steffen aus.

Denn der Einsatz eines solchen Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr ist nach wie vor Neuland. Zwar fahren Busse dieses Typs bereits testweise auch in Deutschland, doch bisher nur auf abgesperrten Strecken.

Im Inneren zeigt sich das Hightech-Gefährt ausgesprochen schlicht. Quelle: Alexander Beckmann

Für den Wusterhausener Versuch war eine lange Reihe von Sonder- und Ausnahmegenehmigungen nötig. Schon die Beschaffung des Fahrzeugs hatte sich etwas verzögert. Die vergangenen Monate verbrachte es auf einem Testgelände in der Lausitz. „Da wurde das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft“, berichtet Ulrich Steffen.

Jede Menge „Papierkram“

Nun begutachte der Landesbetrieb Straßenwesen die Unterlagen, um dann hoffentlich eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung der Teststrecke im Wusterhausener Stadtzentrum zu erteilen. Mit dieser Ausnahmegenehmigung könne man dann beim Landkreis die Kfz-Zulassung beantragen. Im nächsten Schritt werden Experten des Herstellers den Bus dann für die Strecke programmieren. Voraussichtlich nach Ostern wird er dafür erstmals auf Wusterhausener Straßen zu sehen sein.

Ganz fahrerlos wird der Einsatz auch danach übrigens nicht erfolgen. Zwar sollen Computer im Fahrzeug den Fahrer ersetzen – das ist ja das langfristige Ziel der Entwicklung, doch für die Tests unter realen Bedingungen wird schon aus Sicherheitsgründen stets ein geschulter Mitarbeiter mit im Fahrzeug sitzen.

Forschungsprojekt läuft seit anderthalb Jahren

Im November 2017 begann der Modellversuch für den Einsatz autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Das Bundesverkehrsministerium stellt dafür rund zwei Millionen Euro bereit.

Der Testbetrieb des Roboterbusses ist nur ein Teil des Forschungsvorhabens, an dem neben der Busgesellschaft ORP auch die Regionale Entwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg sowie die Technischen Universitäten Berlin und Dresden beteiligt sind.

Die Barrierefreiheit gehört zum Konzept. Quelle: Alexander Beckmann

Im vergangenen Sommer fiel nach ausführlichen Untersuchungen die Wahl auf Wusterhausen als Erprobungsort. Vorteil ist dort, dass der Bus auf einer geeigneten Streckenlänge das Stadtzentrum und einen Verbrauchermarkt verbindet, ohne echten Überlandverkehr bewältigen zu müssen. Das ist beim derzeitigen Stand der Technik schon wegen der geringen Geschwindigkeit des Fahrzeugs nicht zu realisieren.

Technik und Mensch sind Untersuchungsgegenstand

Der Versuch wird von Forschern begleitet, die beispielsweise die Akzeptanz der Bevölkerung für das neue Verkehrsmittel untersuchen wollen. In Wusterhausen gab es zu dem Zweck bereits Bürgerbefragungen. Auch die künftigen Fahrgäste des Busses sollen Gelegenheit bekommen, ihre Erfahrungen und Meinungen beizutragen.

Noch wird der Bus mit einer großen Fernbedienung bewegt. Bald soll er sich allein orientieren. Quelle: Alexander Beckmann

Seine ersten Meter auf Wusterhausener Pflaster legte der „Easy Mile EZ10“ am Montag noch ferngesteuert zurück. Sein Weg führte vom Transporter in eine Scheune, die zur Garage umfunktioniert und dafür unter anderem mit einer Ladestation ausgestattet wurde.

Von Alexander Beckmann

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