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Wusterhausen Vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl
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00:20 04.08.2018
Der Wahlausschuss tagte mit Britta Klöß, Martina Vogel, Petra Branderhorst, Jürgen Gottschalk, Ralf Hohmann und Elke Ball (von links). Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Wenn am 30. September an die 5000 Wahlberechtigte der Großgemeinde Wusterhausen einen neuen Bürgermeister bestimmen, dann haben sie die Qual der Wahl. Seit Dienstagabend steht fest, dass es vier Kandidaten gibt.

Das ist das Ergebnis der Sitzung des Wahlausschusses, die deren Vorsitzender Jürgen Gottschalk Punkt 17 Uhr im Alten Laden des „Herbst’schen Hauses“ eröffnete. In den vergangenen Tagen hatten die Mitglieder die eingegangenen Vorschläge geprüft und sie ohne Abstriche für rechtmäßig befunden.

Das sind die vier Kandidaten

Es kandidieren in der Reihenfolge auf dem Stimmzettel: Roman Blank mit dem Mandat der SPD sowie die Einzelkandidaten Philipp Schulz (parteilos), Roland Schütze (parteilos) und Torsten Stürmer (AfD). Amtsinhaber Roman Blank war laut Kommunalwahlgesetz davon befreit, Unterstützerunterschriften beizubringen. Für die Einzelkandidaten mussten sich jeweils 36 Bürger aus der Großgemeinde (doppelte Anzahl der Gemeindevertreter) im Rathaus als Befürworter ihres Favoriten in Listen eintragen. Das klappte bei allen problemlos.

Einzelkandidaten brauchten Unterstützerunterschriften

Torsten Stürmer hatte am 5. Juni als Erster aus dem Quartett seinen Wahlvorschlag eingereicht. Für ihn unterschrieben 52 Befürworter. Roland Schütze folgte am 19. Juni und hatte 49 Unterstützer an seiner Seite. Philipp Schulz kam am 23. Juli ziemlich spät in die Runde. Immerhin blieben da nur noch zwei Tage, um genug Rückenwind für die Kandidatur zu entwickeln. Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis – 74 Unterzeichner. Die Bewerbung von Roman Blank stammt vom 17. Juli.

Das Ergebnis der Sitzung wird nun ortsüblich in den Schaukästen bekannt gemacht. Wie jeder der vier Kandidaten den Wahlkampf gestaltet, ist seine Sache. Die Verwaltung werde zum Beispiel bei geplanten öffentlichen Veranstaltungen in den Ortsteilen organisatorische Unterstützung geben, versprach Jürgen Gottschalk. Er konnte die Sitzung des Wahlausschusses bereits nach 26 Minuten beenden.

Das sind die Kandidaten:

Roman Blank

Roman Blank, geb. am 9. Juli 1972, Volljurist, SPD.

Roman Blank, SPD. Quelle: Wolfgang Hörmann

Bürgermeister Roman Blank leitet die Verwaltung seit dem 1. November 2010. Eine zweite Wahlperiode hat er fest im Blick.

Blank geht mit dem Mandat seiner Partei ins Rennen, um dieses Ziel zu erreichen. Es ist die SPD.

Die vergangenen acht Jahre hätten für die Menschen in der Großgemeinde viel Positives gebracht, vor allem bei der Entwicklung der Infrastruktur und im sozialen Bereich, schätzt Blank ein. Dafür stünden unter anderem die Sanierung der Kindertagesstätte in Nackel und Arbeiten in der Wusterhausener Kita „Regenbogen“. Sie dauern zurzeit noch an.

„Vorangekommen sind wir auch in anderen Ortsteilen, so bei der Dorferneuerung in Barsikow“, sagt Blank. Mit dem Bau der Verbindung zwischen Trieplatz und Dessow sei man dem Ziel einen Schritt näher gekommen, dass „jedes Dorf wenigstens eine vernünftige Straße hat“.

Bei den Themen Straßenneubau und -unterhaltung gebe es aber noch Reserven. Roman Blank wohnt in Blankenberg.

Philipp Schulz

Philipp Schulz, geb. am 12. September 1986, Verwaltungsfachwirt, parteilos, Einzelkandidat.

Philipp Schulz, Einzelkandidat. Quelle: Wolfgang Hörmann

Er habe „lange und gründlich überlegt“, ob er sich für die Kandidatur um das Bürgermeisteramt bewerben sollte, sagt der 31-Jährige, sich dann nach Beratung innerhalb der Familie eine Woche vor Meldeschluss dafür entschieden. Das sei aus „freien Stücken“ geschehen, wenngleich es auch ein aufmunterndes Gespräch mit der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Astrid Hohmann (Ländlicher Raum), gegeben habe. Beide sind Kollegen im Dezernat II der Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin.

Letzter Auslöser für das Einreichen des Wahlvorschlags sei die kürzlich erschienene Anzeige in der MAZ gewesen, die noch einmal auf die Bürgermeisterwahl hingewiesen hatte.

Käme Schulz ins Amt, würde er sich für mehr Bürgernähe und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Gemeindevertretung einsetzen, das Ehrenamt würdigen und Senioren unterstützen. Schwerpunkte sieht Philipp Schulz unter anderem im Straßenbau und in der Umsetzung einer für alle zumutbaren Friedhofssatzung. Philipp Schulz wohnt in Neustadt.

Roland Schütze

Roland Schütze, geb. am 6. April 1960, Verwaltungsfachangestellter, parteilos, Einzelkandidat.

Roland Schütze, Einzelkandidat. Quelle: Wolfgang Hörmann

Mit Roland Schütze will ein Mann Chef im Rathaus werden, der dort kein Unbekannter ist. Der 58-Jährige war von 1991 bis 2017 Leiter des Bauhofs der Großgemeinde. Er ist bis heute Angestellter der Verwaltung, seit dem 1. Februar dieses Jahres mit einem „ruhenden Arbeitsverhältnis“. Wie es sich damit verhält, dazu werde er sich zu „gegebener Zeit“ äußern.

Einen Pluspunkt für sich sieht der Kandidat darin, dass er „die Gemeindeverwaltung mit ihren Stärken und Schwächen“ kennt und „weiß, was verbessert werden muss“.

Im Falle einer Wahl würde Roland Schütze das große Miteinander anstreben. Gemeint ist die Zusammenarbeit der Verwaltung mit den Bürgern, den Gewerbetreibenden, ehrenamtlich Tätigen, Vereinen, der Kirche und allen Ortsvorstehern. Bürgerfragestunden und regelmäßige Ortsbegehungen hält er für wichtig.

Roland Schütze ist langjähriger Vorsitzender des Angelvereins „Petri-Jünger“ Wusterhausen sowie Mitglied im Angelverein Bückwitz. Sein Wohnort ist Wusterhausen.

Torsten Stürmer

Torsten Stürmer, geb.: 17.2.1966, selbstständiger Kfz-Meister, AfD, Einzelkandidat.

Torsten Stürmer, AfD, Einzelkandidat Quelle: Wolfgang Hörmann

Eines stellt Torsten Stürmer sofort klar: Die Lokalpolitik steht bei ihm über der Parteipolitik. Deshalb kann er auch nicht verstehen und findet es unverantwortlich, dass er samt Familie nach Bekanntwerden seiner Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters – zumeist anonym – beleidigt und bedroht worden ist.

Stürmer ist seit vier Jahren Mitglied der Gemeindevertretung. Er gilt dort als streitbarer Geist. Mit Marco Schimpke (Bürger für Bürger/BfB), bildet er eine Fraktion. Reibungspunkte sind häufig die Arbeit der Verwaltung und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.

Bürgermeister werden will er, „weil die bisherige Führung hier meinen Ansprüchen nicht genügt. Ich wünsche mir eine Gemeinde, in der Innovationen eine Rolle spielen. Ich vermisse das Wir-Gefühl“, sagt der selbstständige Kfz-Meister.

Er misst dem verantwortungsvolleren Umgang mit der Umwelt und einer besseren Einbeziehung der Dörfer große Bedeutung bei. Torsten Stürmer wohnt in Wusterhausen

5000 Menschen sind wahlberechtigt

Dem 1. Wahltag am 30. September könnte ein zweiter folgen. Für eine mögliche Stichwahl wurde der 14. Oktober bestimmt.

Etwa 5000 Wahlberechtigtewird es geben. Die genaue Anzahl steht erst kurz vor der Wahl fest. Auch wer 16 ist, darf seine Stimme abgeben.

Drei der Kandidaten hatten Vertrauenspersonen mit zur Sitzung des Wahlausschusses gebracht. Roman Blank: Christine Krieger, Jürgen Teuffert; Philipp Schulz: Astrid Hohmann; Torsten Stürmer: Ulrike Levecke, Uta Wange.

Vertrauenspersonen sind nicht zwingend vorgeschrieben.

Von Wolfgang Hörmann

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