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Wusterhausen Wissenschaftsshow in der Bibliothek
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14:29 12.09.2018
Joachim Hecker begeisterte nicht nur sein junges Publikum. Auch die Erwachsenen staunten bei seinen Experimenten. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

So was gab’s ja noch nie! Schnee bei Sonnenschein und 20 Grad im Schatten! Schnee am 12. September auf dem Hof des Wusterhausener Wegemuseums! Und der wurde verteilt an eine lärmende, staunende, jubelnde Kinderschar, mit der Kelle verteilt in stinknormale Plastiktüten.

Die 3. und 4. Klassen der Astrid-Lindgren-Grundschule Wusterhausen waren hin und weg von dem, was sie am Mittwoch zwischen Frühstück und Mittagessen erlebten. Das diesjährige Bibliotheksfest innerhalb der Veranstaltungsreihe „Literarischer Bilderbogen“ bot wahrhaftig tolle Überraschungen.

Der kommt in die Tüte. Kunstschnee aus dem Eimer verteilte Karin Kloke mit der Kelle. Quelle: Wolfgang Hörmann

Es knallte, wenn Luftballons über Flammen platzten oder Überraschungseier mittels zuvor erzeugtem Unterdruck aus einer Plastikrohr-Kanone abgefeuert wurden. Über ein Mikrofon konnten die Kinder ihre „Kopftöne“ hören, zum Beispiel, wenn sie Chips oder Zwieback knabberten.

Stürme der Begeisterung

Ein ums andere Mal reichten sich Wissenschaft und Nonsens die Hände und lösten Stürme der Begeisterung aus. All das schaffte der Mann im hellgrünen Sakko, der mit seinem jungen Publikum nach Belieben spielte.

Kerstin Jonas hatte Joachim Hecker nach gelungener Premiere im vergangenen Jahr erneut eingeladen. „Das war damals so toll, den Mann mussten wir einfach wieder holen“, so die Bibliotheksleiterin. Eine über Strecken völlig losgelöste Kinderschar bestätigte, dass ihr ein Volltreffer gelungen war.

Besonders die Kinder, hier der 3. Klassen, hatten jede Menge Spaß. Quelle: Wolfgang Hörmann

Joachim Hecker, 1964 in Mainz geboren, lebt mit Frau, Tochter und Hund in Dortmund. Von Haus aus ist er studierter Elektrotechnik-Ingenieur und arbeitet seit 20 Jahren als Wissenschaftsredakteur beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Seit zehn Jahren tourt er mit Wissenschaftsshows durch die Lande.

Nach dem Motto: „Wer etwas verstehen will, der sollte es im wahrsten Sinne des Wortes auch begreifen können“, erklärt er Zuhörern eine Welt der scheinbaren Wunder.

Denn natürlich konnte der Gast aus dem Ruhrpott nur zum Schnee-Mann werden, weil er die Chemie auf seiner Seite hatte. „Superabsorber“ - eingesetzt in Babywindeln und überall da, wo Flüssigkeiten störend wirken - ist ein Pulver, das Wasser bindet und sogar zu künstlichen Schneekristallen werden lassen kann.

Verblüffende Experimente

Der Autor zahlreicher Bücher über Experimente mit verblüffenden Methoden avancierte eindeutig zum Star des gestrigen Festes. Es gab dabei aber noch mehr zu erleben - Stationen, die alles unter das Motto stellten „Entdecke Deine Sinne“. Hier wurde gerochen, geschmeckt, getastet.

Und natürlich stand die Tür zur Bibliothek sperrangelweit offen. Kerstin Jonas konnte sich auf viele Helfer verlassen, die zum Gelingen des Vormittags beitrugen. Dazu gehörten Mitglieder vom Kulturverein, Landfrauen, Lesepaten, Lehrerinnen. Für ihr Kuchen backen, Getränke ausschenken, Stationen betreuen nahmen sie wie immer nichts. Den Spaß an der Überraschung nach Experimenten, die man so nicht alle Tage sehen kann, hatten aber auch die Großen umsonst.

Von Wolfgang Hörmann

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