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Wusterhausen Kinder wünschen sich einen Moorsteg
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11:06 07.11.2018
Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf zeigte den Kindern beim Spaziergang, wie das Seeumfeld in Wusterhausen früher ausgesehen hat. Quelle: Sandra Bels
Wusterhausen

Einen Spielplatz als Schiff aber auch Blumen und Bäume, das wünschen sich Wusterhausener Kinder für das Seeumfeld. Sie haben ihre Ideen innerhalb des Projektes „Kinder schaffen Begegnungsorte“ zunächst aufgeschrieben und später gemalt.

Spaziergang am See

Allem voraus ging ein Spaziergang am See und durch den Volksgarten mit Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf und Museumsleiterin Katharina Zimmermann. Das war der Auftakt des Projektes, dass mehrere Monate andauern wird. Die Frauen zeigten den Hortkindern zum Beispiel die Reste der ehemaligen Bühne im Volksgarten. Dabei erfuhren die Schüler, dass eine neue Bühne an der Stelle zu bauen unangebracht ist. Der Grund: Ein jüdischer Friedhof befindet sich darunter.

Interessant war auch die Geschichte vom Fischerhaus, dass einst auf der Wiese im Volksgarten stand. „Es wurde abgebaut und in der Kyritzer Straße wieder errichtet“, erklärte Melanie Füllgraf. Sie erzählte den Schülern auch, dass es einst einen Pavillon am Seeufer gab. Die Kinder erfuhren, dass ein ähnlicher Unterstand wieder aufgebaut werden soll. „Dann haben wir ein Stück von früher zurück geholt“, so Melanie Füllgraf.

Dicker Ordner mit alten Bildern

Sie hatte einen Ordner Bilder dabei, auf denen zu sehen war, wie es einst am Seeufer aussah. Fotos von der Freilichtbühne, aber auch vom Fischerhaus und vom Pavillon waren dabei. Es fanden sich aber auch Bilder von den so genannten „Utkieks“ am Seeufer. Das sind kleine Inseln, von denen man einen ganz besonderen Blick auf Wusterhausen hat. Von einem „Utkiek“ ist zum Beispiel die Kirche zu sehen.

Die Kinder spazierten am Seeufer entlang in Richtung Seemühle und hatten das Glück, einen Blick in eins der bunten Bootshäuser werfen zu dürfen. Über den Weg am Ufer entlang erfuhren sie von Katharina Zimmermann, dass er auf einem Deich liegt, der schon sehr alt ist, und hinter dem sich mit der Zeit ein Sumpfgebiet gebildet hat. Prompt kamen erste Ideen dafür auf. Stege zu bauen, auf denen man über das Sumpfgebiet gehen und sich die Pflanzen anschauen kann, gehörten dazu.

Weitere Stationen waren die Seemühle und das Wasserrad

Weitere Stationen waren der so genannte Rentnersteg, die Seemühle und das Wasserrad, dass jedoch derzeit still steht, weil es repariert werden muss. Und so ganz nebenbei erfuhren die knapp 20 Kinder, dass sie nun sogar noch ein Stück gepilgert sind. Denn der Weg, den sie gegangen waren, ist unter anderem Teil des Jakobsweges und des Weges nach Bad Wilsnack. Die Spaziergänger machten sich unterwegs eifrig Notizen. Wer noch nicht schreiben konnte, skizzierte seine Ideen mit dem Bleistift.

Die ersten Notizen wurden schon am See gemacht. Quelle: Sandra Bels

Eine Woche später zeigte sich dann, wie vielfältig die Ideen der Schüler von der 1. bis zur 4.Klasse waren. Sie hatten ihre Wünsche am Ende der zweiten Herbstferienwoche in Farbe zu Papier gebracht. Dazu gehörten eine größere Wasserrutsche, ein Volleyballfeld, renovierte Umkleidekabinen und Tretboote mit Rutsche für das Strandbad, Bänke und Fahrradständer, die Reparatur des Riesen-Schach-Spiels, ein Moorsteg und ein Hochstand zur Baumbeobachtung. Überrascht hatten die Kinder damit, dass sie sich mehr Mülleimer im Seeumfeld wünschten. „Das zeigt uns, dass ihnen die Sauberkeit in ihrer Umgebung am Herzen liegt“, so Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf im Nachgang.

Gelungener Projektauftakt

Sie schätzt den Auftakt des Projektes als gelungen ein. Grundlage für die umfassende Beteiligung von Kindern bei der Gestaltung des Seeumfeldes ist eine Änderung der Kommunalverfassung. Demnach sind bei Vorhaben auch Vorschläge der Jüngsten einzuholen und zu berücksichtigen. Die Stadt habe zwar bereits ein Konzept für das Seeumfeld. Das wurde jedoch ohne die Beteiligung von Kindern erstellt, so Melanie Füllgraf.

Nach dem Projektauftakt stand fest, dass die Beteiligung der Jüngsten die Gestaltung des Seeumfeldes positiv beeinflussen wird. Bisher gibt es dort noch nicht so viel für Kinder, was sich nun aber ändern soll. Erste Projekte könnten laut Bauamtsleiterin bereits in den nächsten Haushalt eingeplant werden. Das Projekt soll daher im kommenden Jahr fortgesetzt werden. „Ich finde toll, welch gute Ideen ihr habt und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit euch“, bedankt sich Bürgermeister Philipp Schulz bei den Kindern.

Gruppenfoto am Mühlrad: Leider stand das Rad still. Es muss repariert werden. Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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