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Wusterhausen Zukunft des Bahnhofsgebäudes ist unklar
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11:57 21.01.2019
Der einst stolze Bahnhof steht unfertig da. Was aus dem Bau aus dem 19. Jahrhundert wird, ist unklar. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Was am 11. Dezember 1887 in Wusterhausen passierte, war technischer Fortschritt pur. Die Stadt bekam einen Anschluss an die Eisenbahn samt einem schmucken Bahnhof mit Gaststätte. Bis heute steht die Verbindung zwischen Neustadt an der Dosse und Meyenburg, an der in Wusterhausen Halt gemacht wird.

Das Bahnhofsgebäude hat damit nichts mehr zu tun. Die letzte Fahrkarte wurde hier im März 1994 verkauft. Der gelbe Klinkerbau steht entkernt da. Die Fenster sind vernagelt oder schwarze Löcher. Der Ortsname an der Front zum Bahnsteig bröckelt langsam aber stetig weiter.

Probleme, da der Bahnhof ein so genanntes Einzeldenkmal ist

Unübersehbar sind aber auch die Spuren, die zeigen, dass es Versuche gab, dem Verfall zu begegnen. Hinterlassen hat sie Anfang der 2000er Jahre ein zugezogener Bayer mit Visionen. Michael Rieder wollte im Gemäuer ein Kleinkunsttheater etablieren. Er hatte 2002 das gesamte Bahnhofsgelände gekauft und präsentierte ab 2003 im Biergarten neben dem Hauptgebäude in einem Zelt gut besuchte Veranstaltungen.

Die „Pufferzone“ sollte perspektivisch feste Wände um sich haben. Daraus ist nichts geworden. Die Umbaupläne scheiterten vor allem daran, dass der Bahnhof als Einzeldenkmal im Außenbereich liegt, was mit erheblichen Auflagen verbunden ist, die der Unternehmer nur schwer erfüllen konnte.

Michael Rieder an dem von ihm errichteten „Denk-mal“, mit dem er Mitte der 2000er Jahre ungerechtfertigte Bürokratie anprangern wollte. Quelle: Wolfgang Hörmann

Nach mehreren Jahren Bauzeit kam es zum Eklat zwischen der Unteren Baubehörde des Landkreises und dem Bauherren. Rückblickend spricht Michael Rieder von einer „Verhinderungsbehörde“. Und auch die Kommune sei nicht unschuldig am Zustand des Unfertigen, der jetzt anzutreffen ist. „Drei Bürgermeister haben es nicht geschafft, den Bahnhof planungstechnisch dem historisch Stadtzentrum anzugliedern“, sagt der Unternehmer, der seit mehr als 25 Jahren eine Beraterfirma für Landwirte betreibt, aktuell im Auftrag einer Service-Gesellschaft im Elb-Havel-Winkel.

Anlauf für Wohnungen und ein Café

Trotz mehrjährigen Stillstandes auf der Baustelle Bahnhof gab es im vergangenen Jahr einen erneuten Anlauf, das Areal an der B 5 seiner Nutzung zuzuführen, nun mit dem Ziel, nach Fertigstellung über ein Café und Wohnraum zur verfügen. Auch dieser Versuch, in dessen Vorfeld Michael Rieder nach eigenen Angaben 46 000 Euro investierte, ist gescheitert. Wieder sieht der Unternehmer bürokratische Hürden, die so hoch seien, dass er jetzt der Verwaltung offiziell mitteilte: „Ich bringe das Vorhaben nicht zu Ende“.

Das „Wie weiter?“ ist seitdem ein internes Thema im Rathaus, das mit der Sitzung des Bau- und Ordnungsausschusses am Dienstag, 22. Januar, erstmals öffentlich wird. Bei der Beratung, die um 19 Uhr in der Aula der Astrid-Lindgren-Grundschule beginnt, sieht ein Tagesordnungspunkt die „Entwurfsplanung Bereich Bahnhof“ vor.

Landesbetrieb will die B 5 erneuern

Dabei dürfte auch die Erneuerung der Bundesstraße 5 zwischen Kyritzer und dem Kreisverkehr am Ortsausgang von Wusterhausen ein Rolle spielen. Der Landesbetrieb Straßenwesen plant insbesondere an der Einmündung zur Innenstadt gegenüber dem Bahnhof erhebliche Veränderungen, die auch den öffentlichen Personennahverkehr betreffen. Dabei rückt das eingezäunte Bahnhofsumfeld – in der Vergangenheit immer mal wieder auch Schauplatz von kleinen Märkten – in den Fokus.

Vorstellbar ist hier eine Art „Mini-Busbahnhof“, der die Schließung von jetzt vorhandenen drei Haltestellen und die Konzentration an einem Sammelpunkt möglich macht. Auch Pkw-Parkplätze sind im Gespräch. Voraussetzung wäre der Verkauf. Michael Rieder steht dem aufgeschlossen gegenüber.

Bei der Sitzung des Fachausschusses ebenfalls in der Diskussion: Der Antrag der Fraktion FDP/UWG zur Aussetzung der Gebühren für Straßenausbauten, wofür Ende 2018 Anwohnern Bescheide zugestellt worden sind.

Von Wolfgang Hörmann

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