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Wusterhausener Seemühle unterm Hammer

4000 Quadratmeter-Areal am Klempowsee wird im Juni versteigert Wusterhausener Seemühle unterm Hammer

Die Seemühle in Wusterhausen wird versteigert. Das 4141 Quadratmeter große Gelände am Klempowsee gibt es zum Schnäppchenpreis, denn das Startgebot liegt bei 75000 Euro. Dazu gibt es fünf Gebäude, aber auch Auflagen des Denkmalschutzes. Mehrere Interessenten waren in der Vergangenheit kurzfristig wieder abgesprungen.

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Das historische Mühlengebäude wurde bis vor vier Jahren noch bewohnt.

Quelle: MAZ

Wusterhausen. Die Seemühle in Wusterhausen kommt am 21. Juni unter den Hammer. Den Auftrag für die Versteigerung hat die Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft als Eigentümerin des 4141 Quadratmeter großen Geländes mit den fünf Gebäuden dem Auktionshaus Karhausen erteilt. Das Startgebot beträgt 75000 Euro. Das Mühlrad wird nicht mit versteigert.

Die Auktion findet an einem Sonntag statt und beginnt um 11 Uhr. Interessenten sind im BESL Meistersaal am Potsdamer Platz in der Köthener Straße 38 von Berlin willkommen. Eine Teilnahme ist auch telefonisch oder mit schriftlichem Bietungsauftrag möglich, so Matthias Knake von der Geschäftsleitung des Auktionshauses. Er sagt auch, dass Besichtigungen nach Absprache möglich sind.

Interessenten haben schon oft über Kauf verhandelt

Mehrere Interessenten hatten in der Vergangenheit mit der Wohnungsbaugesellschaft über den Kauf der Seemühle verhandelt. Ein Vertrag kam nicht zustande. Warum die Interessenten abgesprungen waren, das konnte Annette Kleinke, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft, nicht genau sagen. Es hätten mehrere Faktoren mitgespielt, wohl auch der Denkmalschutz, sollen Interessenten ihr gegenüber gesagt haben. In allen Gesprächen sei es aber um gemischte Nutzungen privat und geschäftlich gegangen, zum Beispiel mit Pferden oder als Pension.

Die Gemeinde Wusterhausen hatte die Seemühle Mitte 2014 zum Verkauf ausgeschrieben. Das Objekt gehörte, bevor die Kommune Eigentümer wurde, den Eheleuten Paul und Minna Brabandt, die längst verstorben sind. Die Seemühle ‒ das Mühlenhaus hat 440 Quadratmeter Wohnfläche ‒ ist ein sanierungsbedürftiges Wohnhaus und Einzeldenkmal und hat diverse Nebengebäude, die teilweise ebenso Einzeldenkmale sind. Die Fischerhütte hat etwa 90 Quadratmeter. Es gibt weitere Nebengebäude. Zu haben ist ebenfalls ein Speicher, dessen Dachgeschoss ausgebaut werden kann. Im Exposé findet man den Hinweis, dass die Gebäude einfach ausgestattet sind, Feuchtigkeitsschäden haben und stark sanierungsbedürftig sind.

Seezugang bleibt öffentlich

Knake weist darauf hin, dass der Seezugang öffentlich ist. Die Errichtung einer Steganlage sei in Abstimmung mit der Gemeinde und den zuständigen Behörden möglich, ist aber vom Auktionshaus nicht geprüft worden. Knake sagt: "Alternativ können Liegeplätze beim benachbarten Wassersportverein angemietet werden." Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Wusterhausen ist die Fläche als Sondergebiet Freizeit und Erholung dargestellt. Im Haus gibt es Wasser- und Stromanschlüsse. Im Fischerhaus liegt ein Gasanschluss, der derzeit stillgelegt ist.

Die Seemühle selbst ist 1780 gebaut worden. Der Wusterhausener Ingenieur Günter Kerfin kennt sich ein bisschen mit ihrer Geschichte aus. Er sagt, dass der See früher fast bis zum Bahnhof reichte. Alte Karten zeigen das. Ab 1750 wurde dann mit umfangreichen Entwässerungsmaßnahmen begonnen. Ein Seewall staute das Wasser und entzog es dem Sumpf. So wurde das Gebiet, auf dem heute die Seemühle steht, trockengelegt. Von seinem Vater weiß Günter Kerfin, dass der letzte Überlebende der Familie Brabandt Anfang der 1930er Jahre als Eigentümer des Grundstücks selbiges der Stadt überschrieben haben soll. Ein 100-jähriges Pflegerecht der Gräber der Brabandts soll die Stadt im Gegenzug dafür unter anderem gewährt haben. Die Gräber befinden sich noch heute auf dem Friedhof. Auf einem Grabstein ist zu sehen, dass der Mühlenbesitzer C. Brabandt am 10.Oktober 1817 geboren wurde und am 16. November 1872 verstarb. Auf der anderen Tafel ist der Mühlenbesitzer Paul Brabandt verewigt, der am 6.Januar 1851 geboren wurde und am 9.Mai 1925 verstarb.

Mühlengebäude wurde lange bewohnt

Das historische Mühlengebäude aus Fachwerk war bis vor vier Jahren bewohnt. Etwa seit den 1920er Jahren wurde es als Wohnraum genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten zum Beispiel Flüchtlinge darin. Der Anbau mit dem Mühlrad musste Anfang der 90er Jahre der Restaurierung des Giebels an der Klempnitz weichen. Früher wurde mit Wasser, seit dem vorigen Jahrhundert auch mit Dampfkraft gemahlen.

Informationen: Exposés erhalten Interessenten beim Auktionshaus Karhausen unter 030/8 90 48 56 oder per E-Mail an die Adresse info@karhausen-ag.de.

Von Sandra Bels

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