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Ostprignitz-Ruppin Wustrau feiert einen Querdenker
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wustrau feiert einen Querdenker
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02:17 14.10.2015
Im echten Leben hatte Landrat Zieten (Ingo Lamprecht) keine Frau. Bei der Festveranstaltung erschien er aber mit Dame. Quelle: Frauke Herweg
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Wustrau

Fontane konnte ihn nicht leiden. Zwar gestand er dem ersten Landrat des Kreises Ruppin, Friedrich Christian Ludwig Emil Graf von Zieten, zu, ein guter Landwirt und Financier gewesen zu sein. Doch ansonsten hatte er über den eigenwilligen Grafen wenig Gutes zu berichten. Selbst gegen Zietens Sammlung „vaterländischer Altertümer“ ätzte er: „Selber eine Curiosität hat er es über die Curiositätenkrämerei nicht hinausgebracht.“

250 Jahre wäre Friedrich Christian Ludwig Emil Graf von Zieten am 6. Oktober geworden. Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang im Wustrauer Schloss klang am Sonntag die große Veranstaltungsreihe aus, zu der Wustrau in diesem Sommer geladen hatte. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt würdigte in einer Ansprache das Engagement des Heimat- und Kulturvereins Wustrau-Altfriesack, der Gemeinde und des Brandenburg-Preußen Museums. Lange Zeit habe Zieten im Schatten seines ungleich bekannteren Vaters, dem Husarengeneral Hans Joachim von Zieten, gestanden. „Mit Ihrem Engagement helfen Sie, dass dieses Bild sich wandelt.“

Landrat Zieten hatte eine skurrilen Humor

Zieten hinterließ in Wustrau, aber auch in der Region zahlreiche Spuren. Den riesigen Unterkiefer eines Walfisches, der noch heute neben der Kirche steht, hatte der Naturliebhaber Zieten nach Wustrau gebracht. Einige im Schlosspark verstreute Grabsteine zeugen von dem skurrilen Humor des Landrates. Als einmal der König nach Wustrau kam, zeigte er ihm einen Findling mit einer fehlerhaften Ecke. „Wer einmal darunter liegen wird, der hat noch viel mehr Fehler“, soll er gesagt haben. Für Pfarrerin Ute Feuerhack ein Indiz für Zietens Selbstironie. Sich an das Erbe Zietens zu erinnern, sei wichtig, so Ute Feuerhack in ihrer Predigt. „Es hat etwas sehr Heilsames, wenn wir uns klar werden, was wir behalten wollen.“

Vom Äußeren her unscheinbar, doch auch weitblickend, eigenwillig, verantwortungsvoll in seinen Entscheidungen für den Kreis und vielseitig interessiert – so beschreiben die Festredner den einstigen Grafen und Schlossherren. Friedrich der Große taufte ihn, ihm hatte er seinen ersten Vornamen zu verdanken. Kein leichtes Erbe.

Wustrau feierte den Festtag zu Ehren Zietens in historischen Kostümen. Ortsvorsteher Ingo Lamprecht schlüpfte in den schwarzen Frack Zietens. Mit ihm feierten das gräfliche Paar, Fontane und auch der damalige Pastor. Eigentlich, so Lamprecht, hätten sich die Wustrauer den Namenszusatz „Zietendorf“ schon in diesem Jahr zum Zieten-Jubiläum gewünscht. „Das hat leider nicht geklappt“, so Ingo Lamprecht. „Im nächsten Jahr wird es dann etwas werden.“

Von Frauke Herweg

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