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Ostprignitz-Ruppin Wuthenow kämpft für seinen Dampfersteg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wuthenow kämpft für seinen Dampfersteg
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10:52 27.02.2018
Die Dampferanlegestelle in Wuthenow müsste saniert werden, doch die Stadt hat dafür kein Geld. Sie will den Steg lieber verkaufen. Quelle: Peter Geisler
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Wuthenow

Was sich die Neuruppiner da ausgedacht haben, kommt für die Wuthenower nicht infrage. Der Ortsbeirat lehnt es ab, die einstige Dampferanlegestelle an der Lanke zu privatisieren. Der Steg soll wieder hergerichtet werden, das war bei der Beratung am Mittwoch ganz klar. Offen blieb nur, ob die Stadt ihn unbedingt wieder so herrichten muss, dass große Schiffe anlegen können.

Im Dezember hatten die Stadtverordneten von Neuruppin beschlossen, alle Stege der Fahrgastschifffahrt an den Tourismusservice Bürgerbahnhof zu übertragen; er betreibt inzwischen auch die Schiffe in Eigenregie, deren Betrieb früher in den Händen der Stadtwerke lagen. Der Bürgerbahnhof ist künftig für alle Anlegestellen verantwortlich – außer für die in Wuthenow.

Dort halten schon länger keine Ausflugsdampfer mehr, weil es zu wenig Nachfrage bei den Fahrgästen gibt, heißt es aus dem Rathaus. Außerdem habe ein Gutachter schon 2016 festgestellt, dass die Anlegestelle nicht mehr sicher ist. Ein Bauzaun versperrt den Zugang zum Steg deshalb.

Der Blick vom Steg in Wuthenow über die Lanke und den Ruppiner See nach Neuruppin Quelle: Reyk Grunow

Ursprünglich wollte die Stadt Neuruppin den Steg schon vor einem Jahr sanieren lassen. Doch dazu kam es nicht. Nachdem die Fahrgastschifffahrt kein Interesse mehr daran hat, schlägt das Bauamt eine andere Lösung vor: Die Anlegestelle könnte in private Hände übergeben werden. Für die Stadt wäre das am billigsten.

Schon im Bauausschuss Anfang Februar hatte es erheblichen Widerstand gegen den Plan gegeben. Der Steg dürfe nicht einfach so aufgegeben werden, fanden die Ausschussmitglieder einstimmig. Er soll erhalten werden und müsse öffentlich zugänglich bleiben.

Ortsvorsteher Axel Noelte fürchtet, dass private Nutzer den Steg mit einem Tor versperren würden. Das kommt für ihn überhaupt nicht infrage. Schon jetzt gebe es in Wuthenow kaum noch einen Weg, der ans Wasser führt.

Vom Ordnungsamt kommt Rückdeckung für Wuthenow

„Man sollte die wenigen öffentlichen Zugänge zum See überhaupt nicht mehr privatisieren“, sagt Noelte. Etwa 20 Bürger waren am Mittwoch in den Ortsbeirat gekommen; alle stimmten Noelte zu. Nirgends sonst sei es möglich, einen Blick auf Neuruppin samt Klosterkirche, Altstadt und Therme zu werfen.

Bei Wanderern und Radlern ist der Steg als Aussichtspunkt sehr beliebt. Jeden Tag halte jemand an, bestätigen Anwohner.

Axel Noelte ist Ortsvorsteher von Wuthenow Quelle: Peter Geisler

Unterstützung bekommt der Ortsbeirat aus dem Ordnungsamt der Stadt. Das plädiert in einem Schreiben dafür, den Zugang zum See öffentlich zu erhalten. Nur dort habe die Feuerwehr im Notfall Zugang zum Wasser.

Die nächste Stelle, an der es möglich wäre, Wasser aus dem See zu pumpen, ist 600 Meter entfernt am Ende der Dorfstraße. „Und an der Badewiese kommt die Feuerwehr mit schweren Fahrzeugen gar nicht bis ans Wasser“, sagt Ortsbeiratsmitglied Peter Lenz aus Erfahrung. Große Löschfahrzeuge könnten den See innerhalb des Dorfes nur an der Dampferanlegstelle erreichen.

Noelte: Verein könnte vielleicht Pflege des Stegs übernehmen

Dass der Bürgerbahnhof den Steg nicht braucht, ist für den Wu­thenower Dieter Nürnberg auch keine Argument. „Wir hatten in den vergangenen Jahren schon viele Betreiber der Fahrgastschiffe“, findet er: Wer sage denn, dass ein anderer Betreiber in der Zukunft nicht in Wuthenow wieder anlegen wolle?

Noelte könnte sich vorstellen, dass ein Verein als Hilfe für die Stadt künftig vielleicht Unterhalt und Pflege des Stegs übernimmt – aber nicht die Sanierung; um die müsste Neuruppin sich selbst kümmern.

Das letzte Wort dazu haben die Stadtverordneten. Am Montag, 26. März, steht das Thema zunächst aber auf der Tagesordnung des Neuruppiner Hauptausschusses. Der berät ab 18.30 Uhr im Rathaus.

Von Reyk Grunow

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