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Ostprignitz-Ruppin „Xavier“ verwüstete Friedhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Xavier“ verwüstete Friedhof
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16:05 17.10.2017
Friedhofsverwalterin Monika Pehlgrim begutachtete am Dienstag mit Marko Heidinger von der Stephanus-Stiftung die Schäden. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Es ist zwar schon fast zwei Wochen her, dass das Sturmtief „Xavier“ über Wittstock hinwegfegte. Welche Schäden die Orkanböen in Wittstock und Umgebung hinterlassen haben, wird gegenwärtig immer noch bilanziert. So auch am Dienstag auf dem Teil des Friedhofs am Rote-Mühle-Weg, der der Evangelischen Kirche gehört. Friedhofsverwalterin Monika Pehlgrim begutachtete mit Fachleuten das Areal.

„Xavier hat zwölf starke Bäume auf dem Gelände entwurzelt und etliche Äste abbrechen lassen“, berichtete sie. Die Aufräumarbeiten dauerten bis Ende der Woche an, gut 60 Prozent seien aber geschafft. Dafür sind hauptsächlich die Mitarbeiter der Stephanus-Stiftung zuständig, die neben dem kirchlichen auch die kommunalen Friedhöfe in Wittstock bewirtschaften.

Ein toter Nadelbaum droht zu kippen. Die Stelle ist abgesperrt. Quelle: Christian Bark

Dass jetzt so viele Bäume fielen, sei „auch ein zum Teil hausgemachtes Problem“, sagte Marko Heidinger, Gruppenleiter der Garten- und Landschaftgestaltung der Stiftung. Viele Bäume seien von Grabstellenpächtern vor Jahrzehnten gepflanzt worden und nun vom Sturm beschädigt oder entwurzelt worden seien. „Deshalb besagt heute die Friedhofsordnung, dass auf und an den Gräbern keine Gewächse gepflanzt werden dürfen, die eine Höhe von 1,40 Metern überschreiten“, erklärte Heidinger.

Friedhof soll ohnehin umgestaltet werden

Es waren aber nicht nur diese nur wenige Jahrzehnte alten Gewächse, die den Sturm nicht überstanden haben – auch bereits tote Bäume wurden in Mitleidenschaft gezogen, wie Friedhofsverwalterin Monika Pehlgrim sagte. Bei einem halb entwurzelten toten Nadelbaum sei Gefahr in Verzug, weshalb sein Standort nicht nur mit einem Sperrband umgeben sei, sondern auch ein Fachmann von der Märkischen Baumpflege einen Blick auf die Schäden werfen musste.

„Viele Bäume hier sind weit über 100 Jahre alt“, sagte Landschaftsarchitektin Gabriele Kotte, die am Dienstag ebenfalls mit auf dem Friedhof war. Sie arbeitet seit Jahren an der Umgestaltung des Areals mit, war auch am Konzept für die ersten Urnengemeinschaftsanlagen beteiligt. Nach ihren Plänen sollen sich die Gräber künftig im zentralen Bereich des Friedhofs befinden. „Damit reagieren wir auf die Brachen“, erklärte sie. Denn gut ein Drittel der über 2400 Grabstellen seien nicht mehr verpachtet. Zu Gabriele Kottes Umgestaltungsplänen gehört auch die Abholzung einiger Bäume. „Da war die Natur in diesem Fall schneller“, sagte die Landschaftsarchitektin. Viel altes Gehölz hätte ohnehin entfernt werden müssen.

Gabriele Kotte (l.) dokumentierte die Schäden fotografisch. Quelle: Christian Bark

„Neben der Grabsteinkontrolle machen wir einmal im Jahr eine Baumbesichtigung“, informierte Monika Pehlgrim. Dann werde auch Totholz beseitigt. Nach „Xavier“ sei nun eine gesonderte Kontrolle nötig. Gabriele Kotte empfahl zudem, demnächst noch mal einen Gutachter über die Fläche gehen zu lassen. „Darüber werden wir im Friedhofsausschuss reden müssen“, entgegnete Monika Pehlgrim. Solange die Begutachtung sowie die Aufräumarbeiten andauern, kann der Friedhofsverwalterin zufolge noch keine Aussage über das finanzielle Ausmaß der Sturmschäden getroffen werden. „Soweit wir das bisher gesehen haben, sind aber keine Grabsteine in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagte Monika Pehlgrim.

Kaum Schäden auf kommunalen Friedhöfen

Lediglich einige Hecken hätten Schaden davon getragen. Gegen solche Schäden sei der allgemeine Teil des kirchlichen Friedhofs aber versichert, die verpachteten Grabstellen hingegen nicht. Was zudem mit dem zersägten Holz passieren soll, werde ebenfalls im Friedhofsausschuss entschieden.

Während Xavier auf dem kirchlichen Teil des Friedhofs allerhand Kleinholz hinterlassen hat, ist der direkt angrenzende kommunale Teil weniger in Mitleidenschaft gezogen worden, wie es aus der Stadtverwaltung heißt. Marko Heidinger, dessen Gruppen auch einen Teil dieses Friedhofs sowie jenen in der Rosa-Luxemburg-Straße bewirtschaften, bestätigte das. „Auf dem Friedhof Rosa-Luxemburg-Straße wurde mir von zwei entwurzelten Bäumen berichtet“, so der Gruppenleiter. Schlimmer habe es wohl den angrenzenden Park getroffen. Auch in den Ortsteilen hatte der Sturm auf den Friedhöfen gewütet. So war Xavier unter anderem Ein Teil der Friedhofsmauer in Christdorf zum Opfer gefallen (MAZ berichtete).

Von Christian Bark

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