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Ostprignitz-Ruppin Zauber der Operette
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zauber der Operette
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00:18 04.10.2017
Beim Donauwalzer ging es nicht nur musikalisch hoch her. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Bereits der Auftakt ist ein Feuerwerk. Ein weißes, das nach Frühling duftet: Die Kleider der Frauen flattern duftig-zart in der Luft voller Geigen, die Tänzerinnen taumeln beflügelt in die Arme der Herren – allesamt schmuck in Frack und Kummerbund, mit üppigen Spitzenjabots am Hemd. Was könnte passender sein, als den „Zauber der Operette“ mit dem unsterblichen Donauwalzer des Königs zu eröffnen?

Donauwalzer und Fledermaus, Kaiserwalzer und Zigeunerbaron: Beim „Zauber der Operette“ verzauberten die Musiker und Tänzer des Gala Sinfonie Orchesters Prag das Neuruppiner Publikum – bereits zum siebten Mal

„Ein besonderer Tag – wir sind wieder in Neuruppin“, schmeichelt Moderator Rolf Hartge und das Publikum lacht zum ersten Mal. Knapp 400 Gäste sind am Samstagnachmittag in Neuruppins Pfarrkirche gekommen, um sich dem Operettenreigen hinzugeben, den das Gala Sinfonie Orchester Prag, dazu sechs Tänzer und drei Sänger bestreiten. Obschon, fährt Hartge fort, das Ganze einem Weg nach Canossa glich. „Von Magdeburg nach Neuruppin: sieben Baustellen“, stöhnt er. Das Navi – ja, er gehöre zu den Neureichen – habe ihn dann durch Brandenburger Landstriche gelotst, in denen anscheinend noch nie ein Mensch gewesen sei. Dann das rettende Ortsschild von Neuruppin. „Endlich zu Hause“, schmeichelt Hartge weiter. Dann der Schock: Baustelle. Das Publikum kriegt sich kaum wieder ein. Auch danach nicht, denn Hartge kündigt einen Solisten an: den Orchester-Kapellmeister und Sologeiger Wenzel Plasil, der mit einem Stück eines rumänischen Komponisten aufwartet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Violinisten in den Wahnsinn zu treiben. Plasil – Typ André Rieu, nur ein paar Jahre älter – geigt das Publikum um die Fasson: Er sirrt wie ein hungriger Zikadenschwarm. Bravourös und seelenruhig, ohne jedwede Fisimatenten, spielt er das halsbrecherische Stück.

Moderator Rolf Hartke schmeichelt dem Publikum

Auch die drei Sänger haben es in sich: Yanis Wavrilow ist die kokette Brünette mit der Rose, die sie dem schneidigen Tenor Mario Papian galant unter die Nase fächelt wie eine Schnüffelprobe im Chemieunterricht. Klar, was nun folgt. „Schenkt man sich Rosen in Tirol“, schmettern beide von süß bis bombastisch. Publikumsliebling ist Leanan de Montiel: Die kurvige Soubrette mit dem vollbrüstigen Sopran schmeißt nicht nur die betörende Adele-Arie aus der „Fledermaus“ in den Saal. Sie neckt und kokettiert auch ins Publikum, bezirzt hier einen Herrn und drückt da einem anderen – im lebensfrohen Überschwang – einen Schmatzer auf die Glatze. Das kommt gut an im Saal. Genauso wie die beiden Tänzer, die sich aus dem Publikum ein paar Damen greifen und sie vor und auf der Bühne im Walzer kreiseln lassen, bis denen fast schwindlig wird. „Wenn ich Sie tanzen sehe, behaupte ich mal: Neuruppin liegt an der Donau“, tönt Hartge und setzt nach: „In anderen Städten holen sich die Tänzer ja oft einen Korb und sind geknickt. Ich habe sie getröstet: Bald sind wir in Neuruppin.“ Klar, das ist aufgesetzt, aber wirkt zuverlässig. Der Saal ist gut drauf.

Leanan de Montiel flirtet dafür mit den Herren aus der ersten Reihe

Hartge wird auch nicht müde, das Publikum mit Informationen zu den Stücken und zu den Komponisten zu füttern, gerade zum Walzerkönig Johann Strauß. Der sei schon weltberühmt gewesen, bevor er seine erste Operette schrieb – nur Dank der Walzer und Polkas. Anlass genug für eine flammendrot getanzte Tritschtratsch-Polka.

Für den Zigeunerbaron wird Hartge selbst zum Sänger: Er hat nicht nur Sprechstimme, er hat auch Tenor. „Gibt ja sonst keinen im Ensemble, der die Arie singen will“, rechtfertigt er seinen gelungenen Auftritt als Schweinefürst. Anmutig-anspruchsvoll dagegen de Montiels Arie der Saffi. Einmal mehr ist das Publikum hingerissen. Und kommt kaum zum Atemholen. Schon erklingt der nächste Walzer.

Von Regine Buddeke

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