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„Zauberer der Smaragdenstadt“ feiert Premiere

Theatersommer Netzeband „Zauberer der Smaragdenstadt“ feiert Premiere

Wenn schon böse, dann bitte richtig. Bei Regisseurin Christine Hofer dürfen die Hexen und der Menschenfresser aus „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ richtig böse sein. Sonst macht es schließlich keinen Spaß sie zu besiegen. Gelacht werden darf natürlich auch. Am Sonntag feiert das Familienstück des Netzebander Theatersommers Premiere.

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Elli (Daria Monciu.) trifft auf ihrer Reise sonderbare Weggefährten – auch auf die Vogelscheuche Scheuch (Uschi Schneider).

Quelle: Peter Geisler

Netzeband. Eines war schon früh klar: „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ würde in der Inszenierung von Christine Hofer eine Drehbühne haben müssen. Nur eine sich schnell drehende Scheibe würde die abenteuerliche Reise des Mädchens Elli und die vielen Ortswechsel zeigen können. „Das ist ein Stationsdrama – man soll dabei sein können“, sagt Hofer.

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„Gibt es noch Zauberer?“, fragt das Mädchen Elli. Am nächsten Morgen erwacht sie in einem unsagbar schönen Land, weit weg von zu Hause. Wie es weiter geht, erfahren die Zuschauer im neuen Kinder- und Familienstück des Theatersommers Netzeband. „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ ist die erste Neuproduktion dieser Spielzeit.

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Am Sonntag wird das Familienstück des diesjährigen Netzebander Theatersommers seine Premiere feiern. Es wird Hofers erste Inszenierung im Gutspark sein. Festival-Mitbegründer Frank Matthus und Schauspielerin Uschi Schneider hatten die Berlinerin nach Netzeband geholt. Den „Zauberer der Smaragdenstadt“ zu inszenieren, war Hofers eigener Wunsch. „Es ist eins der Bücher, das ich als Kind verschlungen habe“, sagt die 42-Jährige. „Ich habe viele schöne Erinnerungen daran.“

Ein Sturm weht das Mädchen Elli ins Zauberland

Die Geschichte des Mädchens Elli, das durch einen Sturm vom grauen Kansas in ein wunderschönes Zauberland geweht wird, faszinierte sie damals. „Immer wieder konnte man in dieses Zauberland hineingehen“, sagt Hofer, die in Berlin geboren und in Brandenburg aufgewachsen ist. „Das war doch das Subversive.“ Am Ende der Reise wird es Elli gelingen, nach Hause zurückzukehren. Auch das gefiel Hofer damals. „Diese Freiheit und diese Möglichkeit zurückzukommen.“

Mit dem „Zauberer der Smaragdenstadt“ hatte Alexander Wolkow 1939 seine Version des „Zauberers von Oz“ geschrieben. Auch fast 80 Jahre später könne die Zauberwelt, in der alle Begrenzungen der Realität außer Kraft gesetzt scheinen, Menschen begeistern, so Hofer. Die große Reise und Ellis Begegnungen mit der Vogelscheuche ohne Verstand, dem Eisernen Holzfäller ohne Herz und dem feigen Löwen – „das ist einfach ein großer dramatischer Stoff.“

Seit gut drei Wochen probt das Ensemble im Netzebander GutsparkProfessionelle und semiprofessionelle Schauspieler haben die Rollen der Zauberland

Seit gut drei Wochen probt das Ensemble im Netzebander Gutspark.Professionelle und semiprofessionelle Schauspieler haben die Rollen der Zauberland-Bewohner übernommen.

Quelle: Peter Geisler

Die Bühnenfassung des Stücks schrieb Hofer selbst. Früh saß sie mit Ausstatter Dirk Seesemann – auch er ein Netzeband-Neuzugang – zusammen, um die Möglichkeiten der grünen Bühne auszuloten. Inzwischen proben die professionellen Darsteller seit drei, die semiprofessionellen Schauspieler seit zwei Wochen. Mit 16 Darstellern spielt das bislang größte Ensemble im Gutspark. Die Stimmung sei großartig, so Hofer. „Alle wollen was erreichen.“

Kinderbuch-Klassiker in Netzeband



„Der Zauberer der Smaragdenstadt“ erschien 1939 erstmals in der Sowjetunion. Es ist eine Nachdichtung des amerikanischen Kinderbuches „Der Zauberer von Oz“ und zugleich Auftakt einer ganzen Reihe von Zauberland-Büchern. Die deutsche Erstausgabe erschien 1964 und war vor allem in der DDR sehr beliebt.

Christine Hofer absolvierte zunächst eine Ausbildung als Schauspielerin, bis sie 2001 ein Regiestudium an der Berliner Ernst-Busch-Schule begann. Ihre Inszenierung von Euripides’ „Iphigenie in Aulis“ erhielt den Kulturpreis der Stadt Bensheim. Seit 2006 arbeitet sie als freiberufliche Regisseurin. Sie inszenierte unter anderem am Berliner Maxim-Gorki-Theater und am Deutschen Theater. Die 42-Jährige lebt mit ihrer Familie in Berlin.

feiert am Sonntag, 3. Juli, im Netzebander Gutspark Premiere. Weitere Aufführungen am Sonntag 10. Juli, Sonnabend, 16. Juli, Sonntag, 17. Juli, Sonntag, 24. Juli, Sonntag, 31. Juli, Sonntag, 7. August, Sonntag, 14. August sowie am Sonntag, 21. August. Die Aufführungen beginnen jeweils um 15 Uhr. Karten bei der Touristinfo Rheinsberg unter Tel.  033931/3 49 40. Informationen zu anderen Inszenierungen unter www.theatersommer-netzeband.de.

Hofer, die an der Berliner Ernst-Busch-Schule Regie studierte, inszenierte unter anderem in Berlin, Magdeburg, Chemnitz, Neuss, Krefeld, Göttingen und Rostock. Von den Freiheiten, die das Netzebander Festival bietet, ist sie angetan. „Man kann hier Sachen realisieren, die man sonst nicht so bekommt“, sagt Hofer. Die Drehbühne etwa – sie war nach einem Gespräch mit Cheftechniker Marc Hermann kein Problem. Erleichternd auch, dass die Bühne, die erst vor kurzem im Gutspark aufgebaut worden ist, einfach unter den Bäumen stehen bleiben konnte. Das ganze vergangene Wochenende konnte das Ensemble so durchproben.

Hofer inszeniert ein Stück voller absurd-komischer Einfälle

Wer bei den Proben dabei sein durfte, sah ein Stück voller absurd-komischer Einfälle und poetischer Details. Die Käuer, die Bewohner des Blauen Landes, bekamen einen charmanten Sprachfehler verpasst. Die Vogelscheuche Scheuch, die „keine Grütze unter der Mütze“ hat, ist herrlich naiv, aber zu keinem Zeitpunkt lächerlich. Und der feige Löwe ist ein Rockstar von liebenswerter Eitelkeit.

Auch wenn der „Zauberer der Smaragdenstadt“ ein Kinderbuch ist – verniedlichend ist Hofers Inszenierung nicht. Dazu nimmt sie ihre Figuren viel zu ernst. Die bösen Hexen Bastinda und Gingema und auch der Menschenfresser dürfen bei Hofer richtig böse sein. „Sonst macht es ja auch keinen Spaß, sie zu besiegen“, sagt Hofer lachend.

An Wolkows Smaragdenstadt-Büchern gefiel Hofer auch, dass „die Figuren so schön erzählt sind“. „Wolkow hat sich einfach viel Zeit genommen, sie zu entwickeln und Spannung entstehen zu lassen.“ Auch die schlagfertigen Dialoge, die frechen Sprüche der Tiere beeindruckten sie als Kind. „Er hat keine Kindchensprache verwendet“, sagt sie.

Auch die Zuschauer dürfen grüne Brillen tragen

Wolkows Zauberland ist ein knallbuntes Universum. Hinter den Weltumspannenden Bergen liegen das Blaue, das Rosa, das Violette das Gelbe und das Smaragdenland. Wie wunderbar grün es dort ist, erleben nicht nur Bewohner und Besucher des Smaragdenlandes, sondern auch die Zuschauer in Netzeband. „Es wird grüne Brillen geben“, verspricht Hofer. „Für alle – natürlich auch fürs Publikum.“

Von Frauke Herweg

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