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Ostprignitz-Ruppin Arbeitslose: der erwartete Anstieg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Arbeitslose: der erwartete Anstieg
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18:16 31.01.2019
Neuruppins Arbeitsamtschefin vertraut den Stärken des Arbeitsmarktes. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen in der Region ist im Januar im Vergleich zum Dezember um etwa zehn Prozent gestiegen. Gleichwohl zeigte sich Cornelie Schlegel, die Chefin der Neuruppiner Arbeitsagentur, gestern bei der Präsentation der neuesten Daten in Neuruppin wenig besorgt. „Im Januar steigt regelmäßig die Zahl der Arbeitslosen.“

Von Insolvenzen nicht beunruhigt

Schlegel verwies auf die Vorjahre. Demnach gab es 2016 einen Anstieg von gut elf Prozent und 2017 sowie 2018 von jeweils gut acht Prozent. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der regionale Arbeitsmarkt einbricht“, betonte Schlegel. Vielmehr hätten sich in den vergangenen Tagen schon viele Firmen gemeldet, weil sie Mitarbeiter einstellen wollten. Das betrifft laut Schlegel sowohl sogenannte Saisonberufe bei der Forst, im Bau und der Tierwirtschaft als auch im Bereich Lager, Logistik und Verkehr.

Die Zahlen auf einen Blick

In Ostprignitz-Ruppin waren im Januar offiziell 3854 Frauen und Männer arbeitslos. Das sind 306 weniger als vor einem Jahr, aber 443 mehr als im Dezember. Die Quote stieg auf 7,4 Prozent.

Den prozentual größten Anstieg gab es dabei im Altkreis Kyritz – dort galten im Januar 122 Menschen mehr erwerbslos als im Dezember. Damit stieg die Quote um 1,1 Punkte auf 8,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Altkreis Neuruppin betrug der Anstieg 0,8 Punkte (auf 7,0 Prozent), im Altkreis Wittstock stieg die die Quote um 0,7 Punkte auf 7,6 Prozent.

In der Prignitz gibt es ein ähnliches Bild: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Menschen um 258 auf 3338. Das sind 362 mehr als noch im Dezember. Die Quote stieg auf 8,4 Prozent.

Der Anstieg fiel in beiden Altkreisen mit jeweils 0,9 Punkten gleich hoch aus. Im Bereich Pritzwalk stieg die Quote damit auf 7,6 Prozent, im Bereich Perleberg auf 8,8 Prozent. Zum Vergleich: In Berlin liegt die offizielle Arbeitslosenquote aktuell bei 8,1 Prozent.

Die geringste Quote im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur, die für vier Landkreise zuständig ist, hat Oberhavel mit 5,5 Prozent, gefolgt vom Havelland (5,9 Prozent) sowie Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. av

„Der Arbeitsmarkt ist wirklich robust“, so Schlegel. Dabei habe der Bund seine Zuschüsse für geförderte Projekte weiter zurückgefahren, so dass es im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur fast 550 weniger Menschen gibt, die seit Januar nicht in Projekten beschäftigt sind. Selbst die Insolvenz von zwei Firmen, Unimet in Neuruppin und Alu-Druckguss in Brieselang (Havelland), beunruhigt die Agenturchefin nicht sonderlich. Der Arbeitsmarkt werden die Beschäftigten der beiden Betriebe „aufsaugen wie einen trockenen Schwamm.“

Deutliche Lohnunterschiede mit Berlin

Immer mehr Firmen sind laut Arbeitsagentur bereit, Zugeständnisse bei der Wahl ihrer Mitarbeiter zu machen. Zugleich stehe die Behörde bereit, Mitarbeiter zu qualifizieren, betonte Schlegel. Zahlen dazu nannte sie aber nicht.

Klar ist, dass es teilweise weiter große Lohnunterschiede zwischen Berlin und Brandenburg gibt. Bei einer Fachkraft im Gastgewerbe beträgt die Differenz laut Arbeitsagentur monatlich gut 70 Euro, bei Altenpflegern etwa 245 Euro und bei den Gesundheits- und Krankenpflegern sogar mehr als 300 Euro im Monat. „Die Lohnfrage wird sich in der Region verstärken“, so die Agenturchefin. Jedoch registriere sie gerade bei höheren Gehaltsgruppen, dass es vielen nicht allein um die Höhe ihres Verdienstes gehe, sondern auch um ein möglichst gutes Betriebsklima.

Von Andreas Vogel

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