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Ostprignitz-Ruppin Zeitzeugen und Gespenster in Neumühle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zeitzeugen und Gespenster in Neumühle
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00:16 09.02.2016
Manfred Neumann hat Spaß an Kultur und teilt ihn gern. Quelle: Christian Schmettow
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Alt Ruppin

Wenn die gedruckten Zettel erst einmal ausliegen, ist es eigentlich schon zu spät: „Ausverkauft“, sagt Manfred Neumann. Keimzeit am 12. März? „Aussichtslos.“ „Di Grine Kuzine“ am 12. Februar? „Völlig aussichtslos.“ Der Club der toten Dichter mit seinem neuen Charles-Bukowski-Programm am 14. und 15. April: Nun ja, es gibt ganz wenige Restkarten für den Donnerstagabend. Wenn der Hausherr jeweils um 20 Uhr im Kornspeicher Neumühle an der Alt Ruppiner Schleuse die Bühne freigibt für die Musiker, dann hat er inzwischen eigentlich immer ein volles Haus. 200 Menschen, inklusive Band und Ausschankpersonal – mehr darf er nicht hineinlassen. In der obersten Etage des Baudenkmals würden zwar noch mehr Menschen Platz finden, doch darunter würde die Atmosphäre leiden, ist Manfred Neumann überzeugt – selbst wenn es erlaubt wäre.

Auftrittswillige Musiker gehen dem Förderverein um Manfred Neumann und Katharina Franck nicht aus. Täglich bewerben sich fünf, sechs Bands per E-Mail um einen Platz auf der Bühne im Kornspeicher. Doch das Programm steht bereits weitgehend bis zum Jahresende.

Für den 29. April, einen Freitag, ist ein Konzert mit der Kreismusikschule geplant. Die unterstützt Manfred Neumann schon lange. 15 Jahre Bigband sind der Anlass des Konzertes unter der Leitung von Harald Bölk.

Auch in die Aequinox-Musiktage im März ist der Kornspeicher eingebunden. Am 19. und am 20. März ist dort jeweils um 11 Uhr das Hörstück „Die Abenteuer des Don Quichote“ mit Mechthild Großmann und der Lautten Compagney zu hören und zu sehen.

Der Kornspeicher ist nicht nur Möbellager sondern Kult-Location. Quelle: Christian Schmettow

Voraussichtlich von Juni bis August ist Sommerpause in Neumühle. „Für mich bedeutet jedes Konzert eine Woche Arbeit“, sagt Manfred Neumann, der sein Geld eigentlich als Möbelrestaurator verdient und den Kornspeicher auch noch für private Veranstaltungen herrichten muss – oder in diesem Jahr schon mal für eine CD-Aufnahme. Viele Musiker schätzen den Speicher für seine gute Akustik.

Im Spätsommer geht es dann weiter mit den Konzerten. Am 9. September wird die Fördervereinsvorsitzende Katharina Franck selbst singen – nicht auf Englisch mit den „Rainbirds“, sondern deutsche Texte mit ihrer neuen Formation „Die Gespenster“.

Im Oktober sind dann wahrscheinlich die „Brogues“ zu sehen. Die sechs Musiker aus Thüringen spielen Irish Folk auf die schnelle Tour mit Fiddle, E-Gitarre und modernen Rock-Elementen.

Es gibt auch Bands, die Manfred Neumann gern bei sich gezeigt hätte, die er aber nicht bekommen kann. Annenmaykantereit, zum Beispiel. Die Band um den beeindruckenden Sänger Henning May hat sich am Gymnasium in Köln-Sulz zusammengefunden und mit Straßenmusik begonnen – inzwischen füllt das Trio ausverkaufte Säle mit 5000 Zuhörern.

Für Oktober hatte Manfred Neumann eigentlich schon eine finnische Band gebucht, Puhti, doch die beiden Frauen werden in ihrer Heimat mit einem Preis geehrt und haben deshalb ihre Deutschland-Tournee verkürzt. Dem fiel auch der Auftritt in Neumühle zum Opfer – hoffentlich nur aufgeschoben auf 2017, sagt Manfred Neumann. Er ist begeistert von den vielen Dingen, die sich musikalisch derzeit in Skandinavien und auch in Estland tun. Davon soll man auch in Neumühle bald mehr hören.

Das Novemberkonzert lässt Manfred Neumann noch offen. Im Dezember wird es zudem den Weihnachtsmarkt geben.

Auch die Kino-Abende im Kornspeicher mittwochs um 20 Uhr werden fortgesetzt: Am 17. Februar ist der Film „Inside Llewyn Davis“ zu sehen. 2013 von den Coen-Brüdern gedreht, erzählt er die Geschichte eines erfundenen Folk-Musikers im New York der 1960er Jahre. Der Film gewann 2013 den Großen Preis der Jury in Cannes.

Am 6. April gibt es den nächsten Film: „Nach Wriezen“. Der holländische Regisseur hat 2013 drei Jugendliche begleitet, die in Wriezen inhaftiert waren und resozialisiert werden sollten.

Am 8. Juni ist dann das Zeitschnitt-Kino zu Gast in Neumühle. In der Zeitschnitt-Reihe geht es um Frauen und Film in der DDR.

Geschichtsträchtig ist auch die Lesung am 9. März. Thema: Der DDR-Militärstrafvollzug und die Disziplinareinheit in Schwedt. An dem Mittwochabend werden auch Zeitzeugen erwartet, unter ihnen der Neuruppiner Stadtverordnete Andreas Haake.

Neu im Kornspeicher Neumühle wird in diesem Jahr ein Café-Betrieb sein – erstmals am Ostersonntag und am Ostermontag und dann ab Mai regelmäßig an jedem Wochenende.

Von Christian Schmettow

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