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Zeitzeugenrunde bei Kaffee und Kuchen

Groß Haßlow Zeitzeugenrunde bei Kaffee und Kuchen

Wenn die Dorfchronik Lücken aufweist, wie die in Groß Haßlow, gibt es eine einfache Lösung, diese zu schließen: Fragen. In diesem Fall sollen die Senioren aus Groß und Klein Haßlow sowie Randow aus ihren Erinnerungen erzählen. Was der Chronik so manche Ergänzung bringen könnte, hat aber noch einen anderen Zweck, der enorm wichtig für die Dorfgemeinschaft ist.

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Regina Kaschull kümmert sich zunächst provisorisch um die Ortschronik. Die Senioren sollen Fakten und Ereignisse ergänzen.

Quelle: Christian Bark

Groß Haßlow. Etwas erschrocken war Regina Kaschull schon, als sie im vergangenen Herbst gemeinsam mit dem Ortsbeirat die Chronik für die Dörfer Groß und Klein Haßlow sowie Randow durchstöberte. „Sie war seit zehn Jahren nicht mehr ordentlich geführt worden“, berichtet Kaschull.

Das sei auf den Gesundheitszustand des bis dahin tätigen Ortschronisten zurückzuführen gewesen. „Da musste was passieren“, sagt Regina Kaschull, die seit diesem Zeitpunkt über die Wittstocker Beschäftigungsgesellschaft als „Mädchen für alles“ für die drei Dörfer zuständig ist.

Auch in Glienicke gibt es einen Chroniknachmittag

Auch in Glienicke gibt es einen Chroniknachmittag.

Quelle: Christian Bark

So nahm sie sich der Chronik an und stellte fest, das bestehende Lücken rasch durch die noch lebenden Zeitzeugen gefüllt werden könnten. „Wenn wir jetzt nicht damit anfangen, wird einiges in Vergessenheit geraten“, betonte auch Groß Haßlows Ortsvorsteher Wolfgang Ramin auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend. Als Beispiel nannte er Unklarheiten über den Tod der auf einem Soldatenfriedhof ruhenden Rotarmisten. „Einer erzählt, sie wären nach dem Genuss grüner Äpfel gestorben, ein anderer sagt, sie seien erschossen worden“, berichtete Ramin.

Ortschronist gesucht

Um solche und andere Fragen zu klären, sollen die Haßlower Senioren zu Wort kommen. „Auf der jüngsten Weihnachtsfeier habe ich gemerkt, dass ein unheimlicher Redebedarf besteht“, sagt Regina Kaschull. Der soll künftig in gemütlichen Kaffeerunden jeden Monat gestillt und dabei die Chronik bedarfsweise ergänzt werden. Getreu nach dem Motto: Was früher der Dorfkonsum für einen Klönschnack gewesen war, soll heute das Bürgerhaus sein. „Wer alte Fotos oder Schriftstücke hat, kann sie gerne mitbringen“, sagt Kaschull. Sie selbst wolle wichtige Erinnerungen notieren. Weil aber ihre Stelle über die Beschäftigungsgesellschaft vorerst nur bis November laufen wird, suche sie dringend Unterstützung bei der Chronikergänzung. „Vielleicht findet sich ja auch ein neuer Dorfchronist“, hofft Regina Kaschull.

Ähnlich Beispiele, die Bürger aktiv in die Ortschronikgestaltung einzubeziehen gibt es beispielsweise in Glienicke. Dort findet ein solcher Chroniknachmittag einmal im Jahr statt. „Das stärkt auch das Gemeinschaftgefühl im Dorf“, sagt Organisatorin Ingrid Blüschke vom Förderverein für die Glienicker Kirche.

Der Chroniknachmittag soll ab März jeden zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 17 Uhr im Bürgerhaus Groß Haßlow stattfinden. Die erste Kaffeerunde spendiert der Heimatverein Haßlower Land.

Von Christian Bark

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