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Zelt-Abenteuer mit Wigald Boning

Kyritz Zelt-Abenteuer mit Wigald Boning

Wie Dauerregen die Moral verdirbt und warum man bei Sturm besser nicht unter Bäumen zeltet, das erklärte der Autor und Comedian Wigald Boning am Freitag bei einer Lesung in Kyritz. Rund 200 Zuhörern bescherte er einen vergnüglichen Abend – und schlief statt im Zelt im Hotelbett.

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Autor Wigald Boning mit der Bücherfee, hier Bibliothekarin Juliane Koark.

Quelle: Renate Zunke

Kyritz. Hat er nun sein Zelt in Kyritz aufgeschlagen oder nicht? Wigald Boning, Komiker und Moderator, der am Freitagabend Gast des „Literarischen Bilderbogen“ war, schrieb jedenfalls noch morgens in aller Frühe über Facebook: „Heute lese ich im ,Waldschlösschen Kyritz’ aus meinem neuen Buch ,Im Zelt’ vor. Bin bereits auf dem Weg. Mittagessen, Zeltaufbau, kurz frisch machen und um 19.30 Uhr geht’s los.“

Drei mögliche Plätze für das Zelten hatte Karin Kloke, Chefin des kreislichen Medienzentrums, Boning im Vorfeld offeriert: auf ihrem Grundstück, allerdings in der Nähe eines Hühnerhofes, auf einem Campingplatz in der Umgebung, oder auf dem Gelände des Hotels Waldschlösschen. Dort war im Auftrag des Verlages bereits ein Zimmer für Wigald Boning reserviert worden. Hotelbetreiber Ivonne Schwarzer und Jens Wodzinski-Schwarzer hätten aber wohl auch kein Problem damit gehabt, dem Gast noch extra ein Zelt aufzuschlagen. Immerhin weiß man seit Erscheinen seines Buches „Im Zelt“, dass Boning gern draußen schläft: auf Campingplätzen, in Gärten und Parks, auf Dächern und Balkonen, sogar in einem Flussbett.

Das warme Bett muss verlockend gewesen sein

Aber das im Waldschlösschen reservierte Zimmer muss für den 49-Jährigen dann wohl doch sehr verlockend gewesen sein. Sein Zelt, obwohl im Gepäck, hatte der Autor jedenfalls zu Beginn seiner Lesung noch nicht aufgestellt. Sollten sich beim Freiluft­fanatiker im Hotelzimmer dann nachts doch klaustrophobische Ängste eingestellt haben, dürfte ihm als Option ja noch die Terrasse vor dem Hotelzimmer geblieben sein.

Als „Draußenschläfer“ hat der Grimme- und Echo-Preisträger Erfahrungen gesammelt, in seinem Buch nachzulesen. So weiß man nun, dass sich ein rotes Zelt fürs Wildcampen weniger eignet, man in einer Sturmnacht nie unter Bäumen zelten sollte, eine Woche Dauerregen die Moral gewaltig sinken lässt und Waschhäuser auf Campingplätzen ihre Tücken haben. Auf lustige Weise hat sich Boning diesen und anderen Themen gewidmet. Sein Zelt sei so klein, dass er es liebevoll Walmagen nennt, verriet er seinen Zuhörern am Freitagabend in Kyritz.

Nachtsport und Läusespray

Es waren etwa 200 Leute, die ins Waldschlösschen gekommen waren, um den bekannten Comedian und Moderator live zu erleben. Wigald Boning, 1967 in Wildeshausen geboren, ist außerdem als Komponist, Musiker und als Autor tätig. Vor „Im Zelt“ erschienen von ihm die Bücher „Bekenntnisse eines Nachtsportlers“, „In Rio steht ein Hofbräuhaus“, „Die Geschichte der Fußleiste und ihre Bedeutung für das Abendland“ sowie „Butter, Brot und Läusespray“.

Ein weiteres „sportliches Buch“ ist geplant, ließ Wigald Boning am Freitagabend wissen. Darin würde auch Kyritz eine Rolle spielen. Vielleicht aus diesem Grund? Wigald Boning erzählte zu Beginn der Lesung seinem Publikum, dass er, im Juli auf der B 5 von Hamburg nach Berlin unterwegs, ganz frühmorgens durch Kyritz geradelt sei. Im Stadtgebiet sei ihm ein frecher Fuchs hinterhergelaufen, was er zuerst lustig fand. Als sich das Tier aber immer forscher näherte, habe er an Tollwut gedacht. „Die Situation war sehr beklemmend und ich habe mich erst auf der Höhe Nauen davon erholt“, verriet Wigald Boning.

Er war am Tag nach der Veranstaltung voll des Lobes für sein aufmerksames und inspirierendes Kyritzer Publikum. Auch das ist im Netzwerk Facebook nachzulesen. Hätte er es nach der Lesung nicht so eilig gehabt, von der Bühne zu kommen, wäre ihm das Kyritzer Publikum sicher auch als interessiert und wissbegierig in Erinnerung geblieben. So mancher Zuhörer hätte gern noch Fragen beantwortet bekommen.

Von Renate Zunke

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