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Zirkus „Humberto“ startet in neue Saison

Wittstock Zirkus „Humberto“ startet in neue Saison

Seit 25 Jahren lockt der Zirkus „Humberto“ in die Manege. Am Donnerstag, 9. März, beginnt in Wittstock die Jubiläumssaison. Und das aus gutem Grund, denn der Familienzirkus hat sein Winterquartier seit 21 Jahren in der Dossestadt. Unter dem Motto „Menschen, Tiere, Sensationen“ halten die Artisten wieder viele Überraschungen bereit.

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Ex-Freundin schlägt mit der Faust zu

Die Russischen Kamele posieren vor der Kamara um die Rangordnung.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Joschi Ortmann jongliert mit den Zahlen. Kein Problem für ihn, denn für den Chef vom Zirkus „Humberto“ gehört Jonglieren zum Alltag: Der Zirkus feiert gerade das 25-jährige Jubiläum, Joschi Ortmann wird demnächst 60 Jahre und die Geburt seines fünften Enkelkindes steht ebenfalls bevor.

Unter dem bewährten Motto „Menschen, Tiere, Sensationen“ startet der Zirkus am Donnerstag, 9. März, um 16 Uhr in die Jubiläumssaison. Bereits um 9 Uhr erleben Kita- und Schulkinder eine Sondervorführung, auch das gehört zu den Traditionen.

Bis November stehen 32 Stationen quer durch Mecklenburg auf dem Programm.Bei allen Showeffekten und schillernden Kostümen hält Ortmann am traditionellen Zirkus fest. Darunter versteht er die Auftritte der Menschen und Tiere, gewürzt mit Artistik, Clownerie und Jonglage. Der Zirkus engagiert jedes Jahr bis zu fünf Gastartisten. Pferde, Russische Kamele, Wasserbüffel, Banteng- oder Watussirinder reihen sich in der Manege ein. „Wir möchten beim zweistündigen Programm Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern“, sagt Ortmann. Feuerspiele und Licht sorgen für zusätzliche Atmosphäre.

Beim Zirkus „Humberto“ heißen alle Ortmann

Beim Zirkus „Humberto“ heißen alle Ortmann: Gino, Daniela, Joschi, Carmen, Carlo und Roberto.

Quelle: Christamaria Ruch

Die Aufgaben im Familienunternehmen sind klar verteilt: Joschi Ortmann ist für die geschäftliche Seite zuständig, seine Frau Carmen kümmert sich an jedem Auftrittsort um alle organisatorischen Fragen und die beiden Söhne Roberto und Gino halten im Zirkuszelt die Fäden zusammen. Der 30-jährige Roberto Ortmann ist für die Feinabstimmung des Programms sowie für Licht- und Tontechnik zuständig, während der 29 Jahre alte Gino den Auf- und Abbau und die Tiere koordiniert.

Zuhause in Wittstock

„Wittstock ist unser Zuhause“, sagt Carmen Ortmann. Neigt sich eine Zirkussaison im November dem Ende entgegen, steuert die gut 20-köpfige Truppe Wittstock an. Bis Anfang März bestimmt dann die Winterpause den Alltag. Dennoch haben sie alle Hände voll zu tun – vom Versorgen der Tiere, Einstudieren der neuen Darbietungen bis hin zu Reparaturen am Fuhrpark.

Heizkosten, Versicherungen oder Standortmiete müssen trotz der langen Durststrecke im Winter bezahlt werden. Das gehört zum Drahtseilakt. Denn seit der politischen Wende 1989 entfällt für alle Zirkusunternehmen der Anspruch auf kulturelle Förderung. Die Geldeinnahmen laufen in der auftrittsfreien Zeit fast gegen Null. Aus diesem Grund baut „Humberto“ im Winter immer wieder das Hüpfburgenland in großen Hallen auf.

Roberto Ortmann sorgt für Nervenkitzel

Roberto Ortmann sorgt für Nervenkitzel.

Quelle: Christamaria Ruch

1995 ebnete Eberhard Albert aus Dossow dem Zirkus den Weg zum festen Winterquartier in Wittstock. Deutschlandweit gibt es gut 500 Zirkusse, „80 Prozent davon haben kein eigenes Winterquartier“, sagt Joschi Ortmann. Dieser Ankerplatz auf dem Gelände der Agrargesellschaft Wittstocker Bauernhof ist für „Humberto“ wie ein Sechser im Lotto. „Wir sind dafür unseren Freunden und Unterstützern so dankbar“, sagen Carmen und Joschi Ortmann. Der feste Platz hat auch viele praktische Vorzüge. „Wir haben hier unsere Hausärzte, unser Enkel Carlo geht in die Waldringschule und die Post kann zugestellt werden“, zählt Carmen Ortmann einige Beispiele auf. Und: „Meine Eltern liegen hier auf dem Friedhof.“ Carmen und Joschi Ortmann haben den Zirkus seit Generationen im Blut. „Die Enkelkinder sind die 7. Zirkusgeneration“, sagt Joschi Ortmann.

„Vor einigen Jahren hatten wir Ängste um den Fortbestand“, räumt der 59-jährige Zirkusdirektor ein. Denn die Probleme auf den Tourneen nehmen zu: Für jeden Standort muss eine ausreichend große Fläche gefunden werden, Werbekosten steigen und regelmäßig werden bis zu 1000 Reklameschilder auf der Tour zerstört. In fast jeder Stadt erfolgt eine Kontrolle vom Veterinäramt. Außerdem muss schon eine Woche im Voraus das Tierfutter nachgewiesen werden. Im Gegenzug läuft Joschi Ortmann oftmals den Behörden hinterher, um die Kaution für den angemieteten Platz zurück zu bekommen. Doch ans Aufhören möchte niemand in der Familie denken. „Wir können nichts anderes als Zirkus“, sagt Carmen Ortmann. „Das ist unser Leben, ohne Zirkus fehlt etwas.“

Vorstellungen bei „Humberto“ auf dem Bleichwall in Wittstock: Am Donnerstag, 9. März, um 16 Uhr ist Premiere. Am Freitag, 10. März, um 16 Uhr, am Sonnabend, 11. März, um 15 und 18 Uhr sowie am Sonntag, 12. März, um 14 Uhr.

Von Christamaria Ruch

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