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Zoff über die erhöhte Kulturförderung

Neuruppin Zoff über die erhöhte Kulturförderung

Ab 2017 will der Kreis Ostprignitz-Ruppin 10 000 Euro mehr als bisher für die Kulturförderung ausgeben. Dennoch gibt es Streit. Der Grund: Mehr als die Hälfte des Etats von nun 120 000 Euro soll nach Rheinsberg fließen, diese Regel soll vorerst bis 2019 gelten. CDU-Mann Jaap ist dagegen. Er will, dass mehr Geld für andere Projekte bleibt.

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Gestritten wird auch bei der Kammeroper – am liebsten jedoch auf der Bühne, wie in diesem Jahr unter anderem bei der Oper „Tosca“.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Obwohl der Landkreis im nächsten Jahr erstmals 120 000 Euro für die Kulturförderung bereitstellen will – das sind immerhin 10 000 Euro mehr als in diesem Jahr – gibt es Streit. Der Grund: Bis 2019 soll mehr als die Hälfte des jährlichen Budgets nach Rheinsberg gehen.

Mit den 52,5 Prozent sollen die Musikkultur Rheinsberg und das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum gefördert werden. „Die Einrichtungen haben damit Sicherheit für ihre Veranstaltungen und können längerfristig planen“, sagte Amtsleiterin Anke Somschor am Donnerstagabend beim Bildungsausschuss in Neuruppin. Zudem käme der Kreis damit den Abgeordneten entgegen, die seit Jahren darauf drängen, dass der Vergabemodus der Zuschüsse geändert wird. Demnach soll bei dem Etat zwischen dauerhaften Zuschüssen für Institutionen wie Kammeroper, Musikakademie und Literaturmuseum sowie für einzelne Veranstaltungen und Projekte unterschieden werden.

Linke: Rheinsberg genießt deutschlandweite Ausstrahlung

Gleichwohl stieß der Vorschlag auf Widerspruch. „Der Landkreis besteht nicht zu 52,5 Prozent aus Rheinsberg“, sagte CDU-Mann Ulrich Jaap. Schließlich sind das 63 000 Euro. „Mir ist das zu viel.“ Der Dabergotzer hält einen verlässlichen Zuschuss von maximal 40 000 Euro für Literaturmuseum und die Musikkultur Rheinsberg, die Kammeroper und Musikakademie betreibt, für vertretbar. „Die Kultur in Ostprignitz-Ruppin ist so vielschichtig.“ Da müsse auch mehr Geld für andere Projekte bleiben, sagte Jaap.

Mit dieser Meinung stand der CDU-Mann jedoch allein da. „Rheinsberg ist ein kultureller Leuchtturm, der deutschlandweite Ausstrahlung genießt“, sagte die Kyritzerin Rita Büchner (Linke). Da zudem mehr Geld für die Kulturförderung als bisher zur Verfügung stehe, gebe es eine große Chance, dass damit ebenfalls viele andere Projekte unterstützt werden könnten. In eine ähnliche Kerbe schlug Karsten Mohnke. Der sachkundige Einwohner aus Flecken Zechlin verwies darauf, dass die anderen Förderer von Kammeroper und Musikakademie ihren Zuschuss kürzen würden, wenn der Landkreis seine Förderung für diesen Leuchtturm beschränke. Das aber würde den Kulturstandort Rheinsberg insgesamt gefährden. Schließlich erhält die Musikkultur jährlich vom Land einen Zuschuss von mehreren 100 000 Euro. Hinzu komme, dass der Kreis Gesellschafter der Musikkultur Rheinsberg sei. Damit stehe der Landkreis auch in einer Verantwortung, sagte Sabine Ehrlich (SPD) aus Neustadt. „Wir sollten dort fördern, wo wir Leuchttürme haben.“ Dieser Sicht folgte der Bildungsausschuss. Lediglich CDU-Mann Jaap stimmte dagegen. Das letzte Wort haben die Kreistagsabgeordneten am 6. Oktober.

Bisher änderte sich der Zuschuss von Jahr zu Jahr

Schon in den vergangenen Jahren war das Gros der Kulturförderung des Kreises stets nach Rheinsberg geflossen. Der jeweilige Zuschuss variierte jedoch von Jahr zu Jahr. So erhielten Kammeroper und Musikakademie Rheinsberg zusammen im Jahr 2012 sogar 65 500 Euro vom Landkreis, 2013 jedoch nur 49 000 Euro. In diesem Jahr liegt der Zuschuss bei 52 000 Euro. Etwas anders sieht es beim Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum aus. Es wurde von 2012 bis 2014 mit je 7000 Euro gefördert. 2015 erhielt das deutschlandweit einmalige Museum 9500 Euro, in diesem Jahr 9000 Euro.

Von Andreas Vogel

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