Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Zu Besuch im Wittstocker Kartenhaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zu Besuch im Wittstocker Kartenhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 01.04.2016
Günter Schmidt auf der Couch, die immer wieder auch zur Werkbank wird. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Werbung ist manchmal süß. Oben prangt das Laga-Logo, darunter steckt ein Schokoriegel in einer passenden Hülle. Schokolade gibt’s aber auch in einem Briefchen mit Glitzerband. Oder wie wäre es mit einem Notizblock, der mit einem passenden Schriftzug daran erinnert, dass Wittstock 2019 die Landesgartenschau ausrichten wird? Erdacht, entworfen und hergestellt hat diese Gimmicks Günter Schmidt aus Wittstock. Und das sind nur seine jüngsten Kreationen.

Bei Touristen sind solche Magnete mit Motiven der bereisten Region sehr beliebt. Günter Schmidt hat schon unzählige Exemplare hergestellt. Quelle: Björn Wagener

Die kleine Wohnung in der Schützenstraße entpuppt sich als Fundus diverser Dinge rund ums Fotografieren, Kreieren und Produzieren. Immer wieder fallen dabei Schriftzüge auf, in denen Städtenamen wie Wittstock oder Kyritz vorkommen. Der Fleiß und Einfallsreichtum des 63-Jährigen geht dabei in die verschiedensten Richtungen. Günter Schmidt hat in den vergangenen zehn Jahren nicht nur tausende Ansichtskarten entworfen und umgesetzt, unzählige Geschenkkärtchen, Lesezeichen, Kalender, Magnete mit Stadt-Motiven oder Leporellos hergestellt und historische Drucksachen reproduziert.

Einzigartige Silhouette Wittstocks

Stolz ist er auf eine Silhouette Wittstocks, die es in Realität in dieser Form zwar nicht gibt, die aber die fünf wichtigsten historischen Gebäude samt ihrer Türme in der Innenstadt vereint. Außergewöhnlich viel Aufwand habe zudem ein von ihm selbst gestaltetes Buch verursacht, das alle jemals in

Besonders aufwendig war dieses Buch, das alle historischen Münzen und Pokale, die in Wittstock im Umlauf waren, darstellt und beschreibt Quelle: Björn Wagener

Wittstock herausgekommenen historischen Münzen und Pokale zusammenfasst – eine Arbeit im Auftrag der Wittstocker Numismatiker. „Das Papier gibt es heute gar nicht mehr. Das ist wirklich schade.“ Allein das Drucken einer einzigen Seite habe viereinhalb Minuten gedauert. „Das war eine Heidenarbeit.“ Auch Eintrittskarten oder Plakate, die in Wittstock Veranstaltungen ankündigen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Günter Schmidts Werk. Er hat es aufgegeben, alles zählen zu wollen, was er je hergestellt hat. Zum Glück verfügt er auch über eine kleine Garage, denn allein in der Wohnung hätten all die Sachen keinen Platz.

Die Couch als Werkbank

Es beginnt fast immer auf der Couch im Wohnzimmer. An dem Tisch davor erledigt Günter Schmidt all das, wofür andere womöglich ein Atelier oder zumindest ein Arbeitszimmer nutzen würden. Ansonsten gibt es lediglich eine kleine Ecke mit einem Computer. Der Wittstocker hat zwar ein Gewerbe angemeldet, geht das Ganze aber eher unkonventionell an. „Die Ideen kommen meist einfach so. Wenn mir etwas gefällt, mache ich es und schaue dann, ob es jemand haben will.“ Deshalb gibt es einige seiner „Fotosachen“ zwar in der Touristinformation in Wittstock oder im Besucherempfang für den Archäologischen Park in Freyenstein, aber vieles verschenke er auch oder behalte es einfach. „Wenn jemand etwas haben will, bitte, aber ich laufe niemandem hinterher“, sagt Schmidt. Er weiß, dass heute kaum mehr jemand Geld für handgearbeitete vermeintliche Kleinigkeiten wie Kühlschrank-Magnete oder Ansichtskarten ausgibt. „Die schreiben doch alle nur noch SMS.“

Rund 50 000 Karten verkauft

Doch das macht Schmidt nichts aus. Auch wolle er sich nicht unter Druck setzen. Schließlich habe er seine Rente und sei deshalb nicht darauf angewiesen, etwas verkaufen zu müssen. „Es genügt mir, meine Ausgaben

Alle Fotos, die Günter Schmidt für seine Arbeiten verwendet, macht er selbst. Quelle: Björn Wagener

wieder herein zu bekommen und vielleicht eine kleine Anerkennung zu erhalten.“ Die Arbeit mache ihm Spaß. „Man kann ja nicht nur Fernsehen.“ Immerhin habe er seit 2007 rund 50 000 Karten verkauft. Vor etwa zwei Jahren seien etliche seiner Arbeiten im BBM-Markt in Wittstock ausgestellt worden. Wittstock, sagt Günter Schmidt, fehle ein Ort an zentraler Stelle, an dem Mitbringsel und ähnliche Kleinigkeiten angeboten werden könnten. Er würde es gut finden, wenn es wie früher wieder einen Kiosk auf dem Marktplatz gäbe.

Günter Schmidt wurde in Pritzwalk geboren, wuchs in Kyritz auf und lebt heute in Wittstock. Er ist von Hause aus Diplom-Agraringenieur und arbeitete nach der Wende als Vertreter für Gewürze. Die Leidenschaft fürs Gestalten und Fotografieren entdeckte er, nachdem er sich 2006 eine Digitalkamera gekauft hatte. Später kam weitere Technik wie ein Laminiergerät, ein Plotter zum Ausschneiden bestimmter Formen oder ein Drucker hinzu. Inzwischen habe er den sechsten seiner Art im Einsatz – der Fleiß fordert seinen Tribut. Es wird wohl nicht der letzte Drucker gewesen sein, denn Günter Schmidt ist für neue Ideen und Projekte immer offen.

Von Björn Wagener

Nun ist das Urteil rechtskräftig: Ein bekannter Neonazi aus Brandenburg muss für Gewaltattacken gegen Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern eine Geldstrafe von 1875 Euro zahlen. Der 27-Jährige hatte eine Gruppe von bis zu 100 Neonazis am Rande eines illegalen Konzerts bei Pasewalk aufgestachelt und auf die Polizisten gehetzt.

01.04.2016

1990 wollten Rheinsberg das Schloss zu einem Ort der Kultur machen. Die Stadtverordneten hoben neben der Kammeroper auch eine Musikakademie aus der Taufe. In den 25 Jahren ihres Bestehen hat die Bundes- und Landesakademie Zehntausende junger Musiker nach Rheinsberg geholt. Am Sonnabend feiert sie Jubiläum.

04.04.2016

Seit Wochen streitet sich eine Awu-Tochter mit einer Hausverwaltung im Neuruppiner Lindenzentrum über die gelben Container. Diese sind nur für das Entsorgen von Verpackungen vorgesehen. Dennoch landen dort immer wieder Katzenstreu, Babywindeln und anderer Müll, der da nicht reingehört. Zur Überraschung der Mieter wurden die Behälter jetzt einfach abgefahren.

01.04.2016