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Zu Gast bei den Luthers

Wittstock Zu Gast bei den Luthers

Das Literaturcafé in der Wittstocker Bibliothek entführte seine Besucher am Mittwoch gleich nach der Sommerpause, passend zum Reformationsjahr, in die Zeit Martin Luthers. Thema waren der Haushalt und die Ehefrau Luthers, Katharina von Bora. Darüber hinaus gab es jede Menge Anregungen zum Nachkochen historischer Speisen aus dem 16. Jahrhundert.

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Georgia Arndt präsentierte auch einen Nachdruck einer Lutherbibel.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Das laufende Jubiläumsjahr, das den 500. Jahrestag des Reformationsbeginns in Mitteleuropa zum Thema hat, bewegt seit Monaten auch die Wittstocker Stadtbibliothek. Zuvor gab es Vorträge und Lesungen von Gastautoren – am Mittwoch las dann die Hausherrin über Martin Luther. Bibliotheksleiterin Georgia Arndt widmete sich im ersten Literaturcafé nach der Sommerpause dem Haushalt und Leben des Reformators und seiner Ehefrau Katharina von Bora.

Als Basis für die Lesung diente das Buch „Zu Gast bei der Lutherin – Die Kochkunst der Katharina von Bora“ von Autorin Regina Röhner. Sie widmet sich dem Leben der Nonne Katharina von Bora, oder wie sie von Luther genannt wurde, „Mein Herr Käthe“. Die Zuhörer erfuhren vieles über das Klosterleben, wie die Einrichtungen sich mit Bier, Brot und Fisch versorgen mussten.

Frau Luther war der Mann im Haus

Bevor die Lesung begann, durften sich die Teilnehmer des Literaturcafés aber erstmal mit Kaffee und Kuchen versorgen. Auch Gertrud Krüger aus Königsberg gehörte zu den Gästen, das erste Mal, wie sie sagte. „Ich bin in der Nähe von Wittenberg geboren“, begründete sie ihr Kommen. Weil die Luthers den Großteil ihres Lebens dort verbracht hätten, interessierte sich Gertrud Krüger besonders für die damaligen Begebenheiten in der Stadt.

Die Gäste erhielten neben historischen Kochrezepten auch eine Karte mit einem Lutherspruch, den sie dann vorlesen durften

Die Gäste erhielten neben historischen Kochrezepten auch eine Karte mit einem Lutherspruch, den sie dann vorlesen durften.

Quelle: Christian Bark

In Wittenberg lebten Luther und seine Familie im „Schwarzen Kloster“. Nachdem Katharina aus ihrem Kloster geflohen war und den 16 Jahre älteren Luther 1525 geheiratet hatte, bereicherte sie das Leben des Reformators als Mutter seiner Kinder, Ehefrau und Hausfrau. „Die Frau im Hause war zugleich Leiterin des mittelständischen Unternehmens Luther“, zitierte Georgia Arndt aus dem Buch. Bis zu 35 Personen habe die „Lutherin“ täglich im Haushalt versorgen müssen. Dabei hätten ihr ihre Vorkenntnisse aus dem Kloster geholfen. Ebenfalls im Buch enthalten waren Kochrezepte aus jener Zeit. Die hatte Georgia Arndt ausgedruckt und ihren Zuhörern mitgegeben. Sie enthielten Zubereitungsanleitungen beispielsweise für einen Schweinebraten mit Salbeiblättern – eine von Luthers Leibspeisen. Auch Semmelknödel mit Spinat, Gartenmelde oder Kräutern können die Zuhörer nun daheim nachkochen. Erstaunt waren sie auch über Luthers Sprücherepertoire. Jeder erhielt ein Kärtchen, wovon er den Spruch der Runde vorlesen konnte.

Das nächst Literaturcafé findet am Mittwoch, 11. Oktober, ab 14 Uhr in der Stadtbibliothek Wittstock statt. Dann dreht sich alles „rund um den Apfel“, wie Georgia Arndt verriet.

Von Christian Bark

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