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Zu Ostern rollt der Zug bis Rheinsberg

Private Bahn startet Saisonbetrieb Zu Ostern rollt der Zug bis Rheinsberg

Ab Karfreitag ist Rheinsberg wieder ans Bahnnetz angekoppelt. Erstmals fährt 2016 die Niederbarnimer Einsenbahn (NEB) von Berlin bis in die Prinzenstadt. Sie hat den Zuschlag für den Betrieb der Linie RB 54 bis zum Jahr 2024 bekommen. Die NEB will neue Triebwagen einsetzen. Eines bleibt: Die Züge fahren nur in der Touristensaison.

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Mit dem Sonderzug der NEB kam auch Brandenburgs Verkehrsministerin Katrin Schneider (3.v.r.) nach Rheinsberg.

Quelle: Reyk Grunow

Rheinsberg. Zu Silvester will Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke unbedingt nach Rheinsberg kommen. Eine Unterkunft hat er schon gebucht. Entspannt mit dem Zug von Oranienburg direkt bis nach Rheinsberg fahren – das wär doch was. Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau musste seinen Amtskollegen am Montag leider enttäuschen: „Mit dem Zug können sie kommen, wenn sie Silvester zu Ostern feiern.“ Dann geht es, im Winter aber nicht.

Ab Karfreitag fahren wieder Züge von Berlin über Oranienburg und Löwenberg bis nach Rheinsberg. Sechsmal am Tag verbindet die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) die Hauptstadt mit den Prinzenstadt im Norden. Morgens um 7.51 Uhr startet ein Zug der Linie RB 54 direkt am Bahnhof Berlin-Lichtenberg und fährt über Gesundbrunnen bis Rheinsberg durch, abends fährt einer am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen los. In der Zeit dazwischen pendelt die RB 54 zwischen Rheinsberg und Löwenberg. In Löwenberg können Fahrgäste in die Linie RB 12 umsteigen und bis Berlin-Ostkreuz weiterfahren. Auch umgekehrt soll das funktionieren.

Verkehrsverbund sieht Planungssicherheit bis 2014

Die NEB fährt in diesem Jahr zum ersten Mal bis Rheinsberg. Die Privatbahn wickelt inzwischen einen gehörigen Teil des Regionalverkehrs auf Brandenburgs Gleisen ab. Elf Linien betreibt die Niederbarnimer Eisenbahn bereits, sagt Geschäftsführer Detlef Bröcker. 2014 hatte sein Unternehmen vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) den Zuschlag für die Strecke nach Rheinsberg bekommen. „Damit haben wir hier Planungssicherheit bis 2014“, sagt Thomas Dill, der beim VBB für die Auftragsvergabe zuständig ist.

Am Montag hatte die NEB schon mal vorab einen Sonderzug von Berlin nach Rheinsberg geschickt. Mit an Bord waren neben mehreren Bürgermeistern und Amtsdirektoren auch Landrat Ralf Reinhardt und Brandenburgs Verkehrsministerin Katrin Schneider. Vor allem für den Tourismus sei die Bahnanbindung nach Berlin sehr wichtig, sagt Katrin Schneider: „Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land.“

Rheinsberg ist auf die Bahn nach Berlin angewiesen

Rheinsberg setzt ganz darauf. Bürgermeister Jans-Pieter Rau würde sich wünschen, dass Züge nicht nur von Karfreitag bis Ende Oktober fahren. „Viele Berliner haben gar kein Auto mehr“, sagt er. Bei dem guten Nahverkehrsangebot in Berlin sei das eben nicht nötig. Bei Ausflügen sind die Hauptstädter dann aber auf die Bahn angewiesen. Und die Ausflugsziele wie Rheinsberg sind es oftmals auch.

Ein Zug für die Touristen aus Berlin

Die Regionalbahn RB 54 verbindet in der Tourismussaison Rheinsberg mit Löwenberg bzw. Berlin. Züge fahren von Karfreitag bis 30. Oktober.

Sechsmal am Tag gibt es in der Saison eine Verbindung nach Rheinsberg bzw. in umgekehrter Richtung. Jeden Tag verbindet ein Zug Rheinsberg direkt mit Berlin-Lichtenberg und ein Zug mit Berlin-Gesundbrunnen.

Im Gespräch sind zusätzliche Spätzüge zur Kammeropern-Saison. Ob und wann die fahren, ist allerdings noch unklar.

Für einen ganzjährigen Zugbetrieb gibt es auf der Strecke zu wenige Passagiere. Am Wochenende nutzen etwa 300 Fahrgäste täglich die Bahn nach Rheinsberg, in der Woche sind es laut Verkehrsverbund nur 100 bis 200.

Immerhin sollen die blauweißen Züge der NEB künftig mehr Komfort bieten als die Bahn bisher. Als Sonderzug setzte die NEB am Montag einen „Talent“-Triebwagen ein. Eigentlich will das Unternehmen mit nigelnagelneuen Zügen des polnischen Herstellers Pesa fahren. Die bieten zum Beispiel deutlich mehr Platz für Fahrräder. Bürgermeister Jan-Pieter Rau findet das besonders wichtig; mehrfach gab es in der Vergangenheit Ärger, weil nicht alle Ausflügler mit dem Rad in den Zug passten.

Nur sind die Triebwagen vom Typ „Link“ so neu, dass der Hersteller trotz Zusage noch nicht alle fertiggestellt hat. Sie müssen auch noch vom Eisenbahnbundesamt angenommen werden, entschuldigte sich NEB-Chef Bröcker. Er hofft, dass ab Mai wirklich die neuen Züge rollen können. Bis dahin müssen die Passagiere mit den „Talent“-Bahnen vorlieb nehmen.

Von Reyk Grunow

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