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Zu gefährlich: Straße dicht wegen Biberbauten

Straße zwischen Sieversdorf und Goldbeck Zu gefährlich: Straße dicht wegen Biberbauten

Keine Raubtiere und trotzdem in gewisser Weise gefährlich: Biber! Seit Wochen ist der Weg zwischen Sieversdorf und Goldbeck gesperrt. Grund sind die Schäden durch die Bautätigkeit von Bibern. Nachdem die Sperrung bisher aber von vielen Kraftfahrern ignoriert wurde, macht die Amtsverwaltung in Neustadt nun ernst.

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Die Sperrung wurde bisher von vielen ignoriert.

Quelle: Alexander Beckmann

Sieversdorf. Der Weg zwischen Sieversdorf und Goldbeck ist sicherlich keine Hauptverkehrsstraße. Doch so zwei, drei Autos pro Stunde nutzen die Verbindung gewiss. Auch aktuell.

Dem Sieversdorfer Bürgermeister Hermann Haacke bereitet das ernsthafte Sorgen. Denn offiziell ist der Weg bereits seit Wochen für den Verkehr gesperrt. Schilder weisen darauf hin. Gatter mit Warnlampen sollen die Durchfahrt verhindern. Sie werden jedoch immer wieder beiseite gerückt. Ganz Bequeme machen einfach einen Bogen drum herum – durch den angrenzenden Getreideacker.

Hermann Haacke warnte bei der jüngsten Sitzung des Neustädter Amtsausschusses noch einmal mit Nachdruck: „Das ist kreuzgefährlich.“ Seit Jahren tut sich in der Fahrbahn aus Betonpflaster nämlich ein Loch nach dem anderen auf. Es handelt sich dabei nicht etwa um Dellen oder Schlaglöcher, sondern um richtige Gruben – zum Teil mannstief und mit mehreren Metern Durchmesser.

Direkt unterm Pflaster tun sich große Hohlräume auf

Direkt unterm Pflaster tun sich große Hohlräume auf. Unvermutet können Löcher entstehen.

Quelle: Alexander Beckmann

Auslöser sind die Bauaktivitäten der Biber im Graben direkt neben der Straße. Die Tiere nutzen die Böschung für ihre Bauten und Gänge, und das nicht nur vereinzelt sondern mittlerweile dicht an dicht. Rund 100 Tunnelöffnungen zählten Fachleute vor gut einem Monat. Direkt unter dem Pflaster bilden sich mit der Zeit große Hohlräume. Zu sehen sind die erst, wenn unvermittelt alles einbricht.

„Wenn da einer mit Tempo in so ein Loch kracht, kann das böse enden“, befürchtet der Sieversdorfer Bürgermeister. Daniel Bloch vom Bauamt der Neustädter Amtsverwaltung schließt sich dieser Einschätzung an: „Es ist so gefährlich, dass da niemand mehr langfahren darf.“ Ursprünglich habe man den Weg wenigstens für die Landwirtschaft frei halten wollen, doch auch das sei inzwischen nicht mehr zu verantworten. „Die letzte Öffnung, die sich da aufgetan hat, war bestimmt zwei Meter tief“, berichtet Bloch. „Da ist Gefahr im Verzug.“

Deshalb hat die Amtsverwaltung jetzt die Aufstellung von Schildern für die Komplettsperrung in Auftrag gegeben. Zudem sollen einige Ladungen Kies auf der Fahrbahn Unbesonnene an der Durchfahrt hindern.

Wie es mit dem Goldbecker Weg weitergeht, ist derzeit unklar. Seit Jahren bereiten die Biberbauten dort zunehmend Sorgen. Immer wieder hatte die Kommune Löcher auffüllen und das Pflaster reparieren lassen. Einige zehntausend Euro kostete das. Inzwischen steht fest, dass die betroffenen 900 Meter Straße damit nicht zu retten sind. Der Unterbau müsste komplett erneuert werden und damit natürlich auch die Fahrbahndecke. Die Kosten werden auf 240 000 Euro geschätzt. Außerdem müssten neue Schäden irgendwie verhindert werden.

Im Amt Neustadt sieht man die Verantwortung nun beim Land. Schließlich gebe es eine Biberverordnung, die sich unter anderem mit der Regulierung von Schäden durch die streng geschützten Tiere befasst. Entsprechende Anfragen und Anträge seien inzwischen gestellt. Wann und wie darüber entschieden wird, lasse sich aber noch nicht absehen, heißt es.

Im Neustädter Amtsausschuss wurde jetzt darüber informiert, dass es nun auch am Bohlweg zwischen Sieversdorf und Schwarzwasser Schäden gibt.

Von Alexander Beckmann

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