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Ostprignitz-Ruppin Zu kalt gibt’s für Sportler nicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zu kalt gibt’s für Sportler nicht
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00:18 15.01.2019
Kajak als Eisbrecher: Mathias Ehrchen lässt es knacken. Quelle: Björn Heller
Kyritz

Im Winter, wenn es kalt und dunkler draußen ist, fällt es doch vielen schwieriger, sich für den Sport an der frischen Luft zu motivieren. Es gibt aber viele unentwegte, die sich von der Witterung nicht abhalten lassen – ob Läufer, Angler, Segler oder auch Camper.

Die Eisangler

Eisangler auf dem Kalksee – Wolfgang Schulze (l.), und Frank Adelmann. Quelle: Peter Geisler

Wenn die Tagestemperaturen in den Minusbereich rutschen, beginnen viele zu hoffen. Frieren soll es! Damit endlich wieder Eisangeln möglich ist.

Doch in den vergangenen Jahren waren diese Zeiten für die Angler rar gesät. „In den 1980ern war der See bei uns jedes Jahr zu und das bis in den April hinein“, erinnert sich Heinz-Werner Wist. Der Vorsitzende des Anglervereins Elektrobau Kyritz mit seinen gut 200 Mitgliedern ist 70 Jahre alt geworden und kann sich an viele schöne Eisangelaktionen zurückerinnern.

Neben dem gewöhnlichen Hegefischen und dem Forellenangeln ist die Eisangelei seit jeher sogar eine Disziplin für die Wertung der Jahresvereinsmeisterschaft. „Wir haben meistens im Norden des Untersees bei Stolpe noch Glück. Wenn der See zuzufrieren beginnt, dann dort in dem recht windgeschützten Bereich.“

Der Eissegler

Eissegler Arnim Heide aus Lindow. Quelle: privat

Nur im Sommer segeln? Das kann schließlich jeder. Und ist für Arnim Heide auch lange nicht genug. Auch winters ist es schön auf dem See, zumal der Wind da oft fabelhaft weht. Genau das Richtige für den passionierten Eissegler aus Lindow.

Zehn verschiedene Eissegelschlitten nennt er sein Eigentum. Was fasziniert ihn daran? „Der Umgang mit der Natur. Mit dem Sportgerät. Und natürlich die Geschwindigkeit“, bekennt der 67-Jährige. Bis zu 110 Sachen hat er bisweilen drauf. „Deswegen fahre ich immer mit Helm“, so der Sportler, der lange Jahre als Fischer gearbeitet hat und den Gudelacksee wie seine Westentasche kennt.

Oft fährt er auch woanders – bis hin nach Norwegen oder Polen hat ihn die Eissegel-Leidenschaft schon getrieben. „Es ist Fahrspaß pur – Formel 1 kann auch nicht schöner sein“, sagt er. Klar, ein bisschen gefährlich ist es schon. „Man kann ins Eis einbrechen. Ist mir schon paarmal passiert.“ Er hat immer zwei Eisretter an den Händen, mit denen er sich aus dem Wasser hieven kann. Auch einen Sportsfreund hat er schon gerettet, als der noch eine Runde drehte und nach einer halben Stunde noch nicht wieder da war.

„Er war 20 Minuten im Wasser. War pures Glück, dass ich ihn gefunden und rausgefischt habe.“ Auch eine Kollision zweier Schlitten sei nicht ohne, sagt er. Zum Glück bisher ohne Verletzte. Eigentlich habe er auch immer mit einer WM-Teilnahme im Eissegeln geliebäugelt. „Aber das ist aufwändig. Und die entsprechende Ausrüstung nicht gerade billig.“

Der Kajakfahrer

Kajak als Eisbrecher: Mathias Ehrchen lässt es knacken. Quelle: Björn Heller

Für die Neuruppiner Paddler gibt es kein Wetter, bei dem man drin bleiben muss. Ob Neujahrspaddeln nach Alt Ruppin, Winterhavel-Tour oder Biwak am Tornowsee (ohne Zelt) mit Schlafsäcken und Morgenkaffee aus geschmolzenem Schnee – allenfalls bei geschlossener Eisdecke bleiben die Boote in der Halle. Ist der See leicht angefroren, reicht es immer noch für eine kleine Runde auf dem Ruppiner See. Björn Heller und Mathias Ehrchen bewiesen das im Dezember 2010. Bis heute paddeln sie gern im Winter, doch so feines Eis wie damals bei einer spontanen Tour nach Feierabend fanden sie seitdem nicht mehr. „Die Eisverhältnisse waren gerade günstig, das Eis hatte noch nicht den gesamten See bedeckt, man konnte noch eine kleine Runde in Ufernähe drehen, schreibt Björn Heller. „Wir sind auch in den vergangenen Jahren gepaddelt, aber leider ist uns eine solche Tour nicht mehr geglückt.“

Der Wintercamper

Dauercamper-Freunde von Michael Otto und seiner Frau, sind auch im Winter am Schlabornsee. Quelle: privat

Michael Otto ist seit 1981 – damals noch als Kind mit den Eltern – begeisterter Camper. So begeistert, dass der 43-Jährige auch im Winter, wann immer er kann, zu seinem Wohnwagen auf dem Campingplatz am Schlabornsee in der Rheinsberger Seenkette fährt, um dort den Alltag zu vergessen. Allein ist der Thüringer dabei nicht – zur festen Wintercamper-Clique gehören seine Frau Nadin und sein zehnjähriger Sohn Paul sowie rund zehn befreundete Familien, die sich seit Kindesbeinen an vom Campen kennen.

Der IT-Manager schätzt am Wintercamping vor allem die Ruhe in der Natur. „Es ist eine preiswerte Art, das ganze Jahr über Urlaub zu machen. Wir sind natürlich auch Wassersportler und die unmittelbare Nähe zum Wasser bietet sich hier an“, schwärmt er. Im Winter auch: „Die glasklare Luft, die sternenhellen Nächte. Und dabei sitzt man in einem mollig warmen Wohnwagen, mit den Liebsten. Fernab des Alltagsstresses und den im Sommer üblichen Tagescampern.

Eine himmlische Ruhe liegt über der Halbinsel. Und dann die zugefrorenen Seen.“ Es sei viel zu schade, den Wohnwagen nur ein halbes Jahr zu nutzen, findet er. Gerade hat er mit Familie und Freunden Silvester auf dem Campingplatz gefeiert. Klar gebe es dabei auch ein paar Tücken: Etwa die abgestellten Frischwasserleitungen. Der Campingplatz wird winters nicht offiziell betrieben. „Wir pumpen Wasser mit einer kleinen Handpumpe und tragen die Kanister zum Wohnwagen mit dem Durchlauferhitzer. Wenn die Temperaturen frostig sind, muss man immer zusehen das man genug Gasflaschen vorrätig hat, denn ist einmal die Heizung für auch nur eine Stunde aus, kühlt es sehr, sehr schnell ab.

Der Läufer

Begeisterte Läufer: Stefan Zick (links) mit seinem Vater Wolfhard. Quelle: Privat

Stefan Zick vom Wittstocker Laufclub (LC) Dosse macht seit Jahren regelmäßig Strecke – auch im Winter. „Wenn es kalt und glatt ist, muss man natürlich etwas vorsichtiger sein“, sagt er. Deshalb lege er in der kalten Jahreszeit mehr Wert auf das Konditionstraining als auf Geschwindigkeit. Man müsse dem Körper grundsätzlich einfach mehr Zeit geben.

Auch bei der Kleidung gebe es ein spezielles Winter-Outfit, das zum Einsatz komme, sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt rutschen. Dann seien Thermo-Unterhose und spezielle Funktionskleidung angebracht. Außerdem bevorzugt der 38-Jährige im Winter das Zwiebelprinzip. „Im Winter muss man sich stärker motivieren. Denn es ist beim Laufen ja meist dunkel.“

Um zusätzlich für Sicherheit zu sorgen, sei er dieser Tage auch immer mit einer Kopflampe unterwegs. So lege er pro Woche etwa 30 Kilometer zurück, pro Lauf etwa zehn bis 15 Kilometer. Seine bevorzugten Wettkampfdistanzen gingen über zehn Kilometer oder den Halbmarathon, also knapp 21,1 Kilometer. Zum Laufen kam Stefan Zick schon als Kind über seinen Vater Wolfhard. Nach einer Unterbrechung habe er 2007 dann wieder damit angefangen und ist seitdem regelmäßig aktiv.

Die Eisbader

Die "Klempow-Robben" . Quelle: André Reichel

Den „Klempow-Robben“ kann es gar nicht kalt genug sein. Für die Eisbader aus der Dossestadt Wusterhausen fängt die Saison erst dann so richtig an, wenn sich andere nur noch dick eingemummelt nach draußen trauen. Drei Grad Celsius hat das Wasser im Klempow-See zur Zeit. Eine Eisschicht auf dem langgestreckten See ist momentan also nicht zu erwarten, was die „Klempow-Robben“ sehr bedauern. Doch Spaß haben sie trotzdem, schließlich geht es ihnen vor allem darum, sich abzuhärten und somit gesund zu erhalten und auch der Gemeinschaftssinn kommt bei ihren sonntäglichen Treffen ab 10.30 Uhr im Wusterhausener Strandbad nicht zu kurz.

Die Offroader

Im Frühjahr, Sommer und Herbst sind die Offroader in Kammermark sehr aktiv. Im Winter ist das Gelände zwar zugänglich, aber kaum benutzt. Quelle: Beate Vogel

Der Pritzwalker 4x4 Club 1989 macht in Sachen Allrad-Aktivitäten Winterpause, trifft sich aber vereinsintern regelmäßig, beispielsweise zur Faschingsfeier. Das Gelände in Kammermark ist frei zugänglich und steht jedem offen, der bei Regen oder Schnee das Fahrverhalten trainieren möchte. Allerdings immer auf eigene Gefahr.

Der Verein startet offiziell wieder Anfang Mai in die Saison mit einer Neuauflage des beliebten Offroad-Treffens. Dazu wird es dieses Jahr auch wieder Tage des offenen Geländes geben, zu denen Interessierte eingeladen sind. Wer schon mal dabei solchen Treffen dabei war und beobachtet hat, wie schwierig manche Geländeübungen sind, hat sicher schon die Faszination verspürt, die dieser Sport ausüben kann.

Die Taucher

Taucher vom Tauchclub Nehmitzsee e.V. aus Rheinsberg sind auch im Winter unterwegs. Dann ist die Sicht unter Wasser oft besser als im Sommer. Quelle: Silke Oldorf

Die Frauen und Männer vom Tauchclub Nehmitzsee in Rheinsberg gehen auch im Winter ins Wasser. Zumindest der harte Kern. „Es ist vielleicht ein bisschen kalt“, räumt Silke Oldorf ein. Aber das schreckt uns nicht ab.“ Für Taucher hat der Winter sogar einen klaren Vorteil: Dann ist das Wasser nicht so trüb und die Sicht oft deutlich besser. Dafür kommen jetzt im Winter auch Taucher aus Neuruppin und anderen Orten extra nach Rheinsberg.

Die Taucher vom Nehmitzsee verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen. Wenn sie in einem der Seen im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land tauchen, haben sie immer auch ein Auge auf die Unterwasserflora. Im Auftrag der Naturparkverwaltung und des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) dokumentieren sie, welche Pflanzen sie unter Wasser finden und wie sich die Flora in den Seen entwickelt.

Auch an diesem Wochenende sind die Taucher unterwegs, diesmal im Giesenschlagsee bei Luhme. Mitten durch den kleinen See verläuft die Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Auf Mecklenburger Seite wollen die Taucher einsteigen und dann bis nach Brandenburg durchtauchen.

Von MAZ-online

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