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Zu profan für Prinz Heinrich

Rheinsberg Zu profan für Prinz Heinrich

Prinz Heinrich? Dieser Name erscheint vielen Rheinsbergern als zu hochtraben für die neue, kleine Straße, die am Rheinsberger Damaschkeweg entstehen soll. Der Ortsbeirat hat sich darauf geeinigt, dass die Strecke hinter der Rhinpassage besser Steingutweg heißen soll.

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Einwohner sprechen sich dagegen aus, dass die neue Straße, die an dieser Stelle entstehen soll, nach Prinz Heinrich benannt wird.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Die Idee, einer schnöden Seitenstraße den Namen Prinz Heinrich zu geben, findet Ursula Wackrow schlicht nicht angemessen. Um das zu verhindern, hat sich die Kulturführerin nun an die Stadtvertreter mit einem Schreiber gewandt, das Jörg Möller im Bauausschuss vorstellte. Sie bat darin, die Entscheidung noch einmal zu überdenken, ausgerechnet die neue Straße in Rheinsberg, die am Damaschkeweg entstehen soll (die MAZ berichtete), dem Prinzen zu widmen, der für die Entwicklung der Stadt so bedeutsam war.

„Der Name ist hier völlig fehl am Platze“, pflichtete Jürgen Tangermann der Kulturführerin bei. Wenn es eine Allee oder Chaussee wäre, in Ordnung.“ Dass aber die abseits gelegene und so nicht besonders attraktive Strecke so heißen soll, „das ist keine Würdigung“, befand der sachkundige Einwohner im Ausschuss.

Den Namen habe das Rathaus gewählt, erklärte Stadtentwicklungsreferent Thomas Lilienthal. „Weil Prinz Heinrich zu Rheinsberg gehört, und es noch keine nach ihm benannte Straße gibt.“ Auch der Ortsvorsteher Sven Alisch sei mit der Idee einverstanden gewesen, so Lilienthal. Das letzte Wort dazu sollte aber der Ortsbeirat haben, entschied der Ausschuss. Dieser traf sich am Tag darauf und beschloss, dass die Straße doch zu profan ist für den historisch bedeutsamen Namensgeber. Das Gremium hat deshalb vorgeschlagen, dass die neue Straße künftig Steingutweg heißen soll.

Im Bauausschuss gab es indes nicht nur Kritik am Namen für die neue Straße, sondern auch am gesamten Projekt. Einige Bürger haben ihn darauf angesprochen, dass die Stadt wieder ein neues Vorhaben in Angriff nimmt, ohne die alten abzuschließen, berichtete Stadtverordneter Frank-Rudi Schwochow. „Wir können nicht jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treiben, wenn wir alte Sachen nicht abarbeiten.“ Zumal die Errichtung der Straße Geld kostet, das an anderer Stelle fehlen wird. Es sei nicht in Ordnung, den Ausbau der Straße in Braunsberg mit dem Hinweis auf fehlende Mittel immer wieder aufzuschieben und nun in der Kernstadt ein neues Projekt anzufangen.

Der Bau der Straße an dieser Stelle sei Teil eines alten Gesamtkonzepts, bei dem es darum gehe, den Verkehr aus der Innenstadt rauszuholen, entgegnete Lilienthal. Dass die Stadt ausgerechnet jetzt die Grundstücke für die neue Straße gekauft hat, habe damit zu tun, dass sie just zu diesem Zeitpunkt zu einem sehr günstigen Preis auf den Markt kamen.

Von Celina Aniol

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