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Zu teuer: Stadt sagt geplanten Straßenbau ab

Neuruppin Zu teuer: Stadt sagt geplanten Straßenbau ab

Ab Juli sollte die Neuruppiner Schinkelstraße zwischen August-Bebel- und Karl-Marx-Straße Ausbau gesperrt werden, damit der nächste Abschnitt ausgebaut werden kann. Daraus wird nun nichts. Der Grund: Das Vorhaben wird teurer als erwartet.

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In diesem Jahr wird an der Schinkelstraße in der Neuruppiner Innenstadt nicht mehr gebaut.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die hohen Baupreise machen der Stadt Neuruppin erneut zu schaffen. Erst vor wenigen Tagen mussten die Stadtverordneten zusätzliches Geld freigeben, damit der Hort in Gildenhall saniert werden kann. Den ebenfalls geplanten Ausbau der Schinkelstraße sagt die Stadtverwaltung für dieses Jahr nun ganz ab. Ursprünglich hatte das Bauamt vor, die Schinkelstraße zwischen Karl-Marx- und August-Bebel-Straße erneuern zu lassen. Die Stadtwerke sollten neue Leitungen verlegen, die Stadt wollte danach Fahrbahn und Gehwege neu bauen lassen. Geplant war, die Straße ab Mitte Juli in diesem Bereich voll zu sperren. Daraus wird nichts.

Knapp eine Million Euro sollte der Ausbau der Straße kosten, so hatte das Bauamt auf der Grundlage früherer Ausschreibungen geschätzt. Die Baufirmen sind derart ausgebucht, dass sie ihre Preise deutlich angehoben haben. Laut der Ausschreibung müsste Neuruppin rund 100 000 Euro mehr auf den Tisch legen als erwartet, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott. Parallel zur Stadt hatten auch die Stadtwerke per Ausschreibung nach einer Firma gesucht, die in der Schinkelstraße Leitungen verlegen soll. Doch auch das städtische Tochterunternehmen hat nur Angebote bekommen, die deutlich höher als lagen als erwartet. Beide ziehen ihre Ausschreibung jetzt zurück.

Immer weniger Firmen geben ein Angebot ab

Schon seit Jahren war zu beobachten, dass sich auf Ausschreibungen immer weniger Firmen bewerben. Das war auch diesmal der Fall. „Teilweise haben wir für unsere Arbeiten nur ein einziges Angebot bekommen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Joachim Zindler.

Die Fontanestadt ist davon nicht allein betroffen. Im vergangenen Jahr hob der Landessbetrieb für Straßenwesen die Ausschreibung für den nächsten Bauabschnitt der L 16 auf, weil ihm das Angebot einer Tiefbaufirma zu hoch erschien. Auch nach einer zweiten Ausschreibung änderte sich wenig. Den Zuschlag bekam schließlich dasselbe Unternehmen, dessen Angebot vom Landesbetrieb vorher abgewiesen worden war.

Ein größerer Auftrag könnte attraktiver sein

Vor wenigen Wochen hatte die Stadtverwaltung angekündigt, noch 2017 mit der Sanierung der Fehrbelliner Straße und des Certaldorings zu beginnen. Beide waren im Haushalt nicht vorgesehen. Die Steuern fließen so reichlich, dass das zusätzliche Geld dafür vorhanden ist, hieß es aus dem Rathaus. Auch manche Stadtverordnete reagierten überrascht. Mit dem verschobenen Ausbau der Schinkelstraße habe das aber nichts zu tun, versichert die Stadtsprecherin: „Diese Baumaßnahmen werden aus einer anderen Haushaltsstelle finanziert.“

Damit ist klar, dass in diesem Jahr dort definitiv nicht mehr gebaut wird. Stadt und Stadtwerke planen, die Ausschreibung Ende des Jahres zu wiederholen. Beide hoffen, dass die Baupreise zum Winter fallen. „Und wir wollen versuchen, die Abschnitte für die Firmen attraktiver zu machen“, sagt Zindler. Statt nur bis zur August-Bebel-Straße könnte die gesamte restliche Schinkelstraße zwischen Karl-Marx-Straße und B 167 zusammen ausgeschrieben werden. Frühestens im Frühjahr 2018 könnte der Ausbau beginnen, wenn es diesmal klappt.

Von Reyk Grunow

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