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Zu viel Müll in den gelben Tonnen

Abzug weiterer Tonnen droht in Neuruppin Zu viel Müll in den gelben Tonnen

An zwei Standorten in Neuruppin hat der Abfallentsorger schon ernst gemacht: Dort wurden die gelben Tonnen für Verpackungen abgezogen und stattdessen kostenpflichtige Abfallbehälter aufgestellt. Ähnliches könnte bald auch in Rheinsberg, Kyritz und Wittstock drohen. Grund: In vielen gelben Tonnen landen Essensreste, kaputtes Spielzeug, benutzte Windeln.

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Sogar kaputte Technik landet in einigen gelben Tonnen.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Die Abfallwirtschaftsunion (Awu) überlegt, in weiteren Orten im Landkreis die gelben Behälter durch schwarze Restmülltonnen zu ersetzen. Diese sind im Gegensatz zu den gelben Behältern kostenpflichtig für die Nutzer. „Wir haben im gesamten Landkreis das Problem, dass viele Leute in den gelben Tonnen auch ihren Restmüll entsorgen“, sagte am Freitag Awu-Geschäftsführer Matthias Noa. Das gelte nicht allein für Neuruppin, sondern ebenfalls für Kyritz, Wittstock, Rheinsberg und Heiligengrabe.

Mehr Müll je Einwohner als im Landesdurchschnitt

Laut Noa hat die Awu in Ostprignitz-Ruppin im vergangenen Jahr 5400 Tonnen aus den gelben Behältern eingesammelt. Das sind 54 Kilo je Einwohner und Jahr. „Der Landesdurchschnitt liegt bei knapp 45 Kilo je Einwohner und Jahr“, betonte Noa. Der Awu-Chef vermutet, dass die höhere Tonnage in Ostprignitz-Ruppin vor allem daher rührt, dass viele ihren Restmüll in der gelben Tonne entsorgen.

Bisher hat die Awu deshalb lediglich in der Fontanestadt zum Äußersten gegriffen: In Abstimmung mit der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) wurden im Neubaugebiet bereits im April drei gelbe 1100-Liter-Container durch kostenpflichtige Behälter für den Restabfall ersetzt. In den Containern für die Leichtverpackungen landeten immer wieder Lebensmittelreste, kaputtes Spielzeug, defekte Technik und anderer Müll, der in die schwarze Tonne gehört.

Drei Container im Neubaugebiet abgezogen

Die meisten der 300 betroffenen Haushalte scheint es allerdings wenig gestört zu haben, dass durch das Einziehen der gelben Container nun höhere Müllkosten auf sie zukommen. Der NWG-Chef Robert Liefke bekam nicht einmal zehn Eingaben. Gleichwohl bezeichnete es Liefke am Freitag als „ärgerlich für diejenigen, die ihren Müll ordnungsgemäß trennen und in die gelben Tonnen nur die Verpackungen entsorgen“. Nach Rücksprache mit den Hauswarten hat sich die NWG entschieden, jetzt an einem der drei Standorte wieder einen gelben Container aufstellen zu lassen. Dieser soll von Mitarbeitern der Awu vor dem Entleeren stets kontrolliert werden. Landet in dem Container verstärkt Restmüll, wird er wieder eingezogen.

Verstärkte Kontrollen angekündigt

Überhaupt will die Awu an den verstärkten Kontrollen der gelben Behälter vor dem Leeren festhalten, und zwar im gesamten Landkreis. „Nach unseren Hinweisen ist das Müllaufkommen in den gelben Behältern im ersten Halbjahr um 200 Tonnen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015 gesunken“, sagte Noa. Der Awu-Chef hofft, dass diese Tendenz anhält. „Je besser sortiert wird, desto besser kann das Material auch recycelt und dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt werden.“

Im Neuruppiner Lindenzentrum wurden die gelben Container, in denen lange viel Restmüll landete, inzwischen durch 70 gelbe Tonnen ersetzt, die auf den jeweiligen Grundstücken stehen. Ob sich eine ähnliche Lösung für das Neubaugebiet findet, will die NWG prüfen.

Von Andreas Vogel

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