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Zu viele Streuner in Neuruppin

Tierschützer lassen freilaufende Katzen kastrieren Zu viele Streuner in Neuruppin

Immer mehr wilde Katzen leben in Neuruppin und den Orte rundherum. Tierschützer kümmern sich um viele von ihnen. Sie sorgen dafür, dass sich die streunenden Tiere nicht noch schneller vermehren. Doch manche Menschen machen es ihnen nicht leicht.

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Ausgesetzte und verwilderte Katzen vermehren sich meist völlig unkontrolliert.

Quelle: dpa

Neuruppin. Erst vor ein paar Tagen gab es einen dieser Fälle, für die Gabriele Haase-Frohmüller so wenig Verständnis hat. In der Nähe des Neuruppiner Ortsteils Lichtenberg hat ein Spaziergänger in einem Wald erst ein Katzenbaby entdeckt, dann, wenige Tage danach ein zweites, erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Ostprignitz-Ruppin. Mitglieder des Vereins sammelte die Kätzchen ein, brachte sie zum Arzt und suchten einen Pflegefamilie. Die kleinen Katzen hatten so lange nichts zu fressen bekommen, dass sich noch tagelang ihren eigenen Kot fraßen, bis sie sicher waren, dass es jetzt jeden Tag frische Nahrung gibt.

Für Gabriele Haase-Frohmüller steht fest, dass jemand die Katzen ausgesetzt haben muss. Der Ort, an dem sie gefunden wurden, ist abgelegen. „Und wenn sie dort geboren worden wären, hätten sie sich nicht so leicht einfangen lassen“, sagt die Neuruppinerin. „Die Katzen sind eindeutig auf Menschen geprägt."

Ausgesetzte, entlaufene und verwilderte Katzen sind für den Tierschutzverein ein riesiges Problem. Der Verein hat 90 Mitglieder und fühlt sich für den Großteil des Kreises zuständig, für den Raum Kyritz, Wusterhausen und Neuruppin bis Rheinsberg. In Wittstock gibt es einen zweiten Verein. Gabriele Haase-Frohmüller ist seit 15 Jahren dabei. Sie kennt viele Probleme, die öffentlich kaum wahrgenommen werden und sie erkennt neue Herausforderungen. Die Zahl der Katzen nimmt deutlich zu, sagt sie. Jetzt im Sommer besonders stark. „Man merkt die Ferienzeit deutlich“, sagt Gabriele Haase-Frohmüller. Aber Katzen beschäftigen sie und ihre Kollegen ständig, vor allem deren Nachwuchs.

„Viele Menschen glauben, das Katzen nur im Frühjahr und im Herbst Babys bekommen“, sagt die Tierschützerin. Heute werfen die Streuner das ganze Jahr über.

An einigen Stellen werden Streuner gefüttert

Die Tierschützer versuchen, die Katzenschwemme einzudämmen. An festgelegten Stellen füttern sie Streuner regelmäßig. So bekommen sie einen Überblick, wie viele Katzen dort in der Gegend leben. Alle werden kastriert, damit sie sich noch weiter vermehren. „Wir haben im vergangenen Jahr in und um Neuruppin 200 Tiere kastrieren lassen“, sagt Gabriele Haase-Frohmüller. Wenn das möglich ist, fangen die Tierschützer die Katzen ein und suchen für sie ein neues Zuhause. Von Neuruppin aus befindet sich das nächste Tierheim in Papenbruch bei Wittstock. Für die Vermittlung von Katzen ist das denkbar schlecht, findet Gabriele Haase-Frohmüller: „So weit fährt niemand, um sich eine Katze anzusehen.“ Also haben die Tierschützer in der Region Pflegefamilien, die Katzen aufnehmen, bis sie vermittelt werden können. 30 Katzen warten gerade auf neue ein Zuhause, manche sind noch winzig, andere mehrere Jahre alt.

Woher die vielen Katzen kommen? „Ein großes Problem sind die Kleingartenanlagen“, sagt die Tierschützerin. Mancher hält sich im Sommer eine Katze im Garten und lässt sie dort zurück, wenn er im Herbst wieder in seine Wohnung zieht. Diese Katzen vermehren sich dann völlig unkontrolliert.

Verein fordert das Paderborner Modell

Der Tierschutzverein fordert das sogenannte Paderborner Modell auch hierzulande. Paderborn hat festgeschrieben, dass jeder Katzenbesitzer, der sein Tier ins Freie lässt, es vorher kastrieren und mit einem Chip oder einer Tätowierung kennzeichnen muss. So schafft es die Stadt, ihrer Katzenschwemme Herr zu werden. In Brandenburg wird das oft diskutiert, aber bisher nur selten umgesetzt – in Luckenwalde zum Beispiel. Neuruppin tut sich bisher noch schwer.

„Ich hätte gern ein eigenes Tierheim hier in Neuruppin“, sagt Gabriele Haase-Frohmüller. Die Region könnte es gebrauchen, da ist sich die 57-Jährige sicher. Nur fehlt noch ein geeigneter Ort und das nötige Geld. Stadt und Land unterstützen den Tierschutzverein mit je 1500 Euro im Jahr. Sonst gibt es nur Mitgliedsbeiträge und Spenden. Für ein eigenes Tierheim reicht das nicht.

Kontakt: Wer dem Verein helfen will oder sich für eine Katze interessiert, kann sich unter  0172/5 21 57 51 melden.

Von Reyk Grunow

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